Waldgeflüster

Montag, 1. August 2016

Können wir Äpfel mit Birnen vergleichen??? Und was haben die Göttinnen damit zu tun?

Am Wochenende waren wir auf dem Weg zu unserem Freund nach München. Unterwegs sah ich das Schild "Maria Birnbaum" und mir kam ein Gedanke, den ich mit euch teilen möchte. Ich fragte mich, was es mit diesem Kloster auf sich hat. Vor allem mit dem Birnbaum. In diesem Zusammenhang ist mir aufgefallen, dass es in Avalon oder auch bei Frau Holle eigentlich immer nur um Äpfel geht. Warum hier jetzt um Birnen?
Jetzt werdet ihr euch fragen, warum mir das einen Blogeintrag wert ist. Nun, ich bin bei meinen Recherchen auf etwas sehr spannendes gestoßen und möchte euch daran teilhaben lassen. 

Der Apfel
Das Pentagramm im Apfel
Der Apfel war in der Jungsteinzeit ein weit verbreitetes Baumobst. Aber der Apfel steht auch seit jeher für das Symbol des Urweiblichen, der großen Mutter, der Liebe, Sexualität und Fruchtbarkeit. Er steht synonym für die weibliche Brust und verkörpert das Leben schlechthin. Schneidet man einen Apfel durch, trägt er sogar das Zeichen der großen Mutter, - ein Pentagramm. Des weiteren galt er auch als Sinnbild für Unsterblichkeit und ewiger Jugend.
Die Kelten sahen den Apfel als Vermittler zwischen Leben und Tod. Der Apfel war bei ihnen eine typische Speise für die Toten.
Die Mystische Inse Avalon, übersetzt „Apfelbaum/ Apfelhain“ wird oft auch als das Apfelland (Das Land der unsterblichkeit) bezeichnet.
Man sah den Apfelbaum oft als Weltenbaum an und die Früchte folglich als die Vermittler der Quatlität des Weltenbaumes. Der Weltenbaum und der Apfel sind alle mit der Göttin und der Wiedergeburtssymbolik verbunden. Im Sommer ist der Apfelbaum der Baum der Muttergöttin Inanna. Der Apfel als Symbol des Schenkes des ewigen Lebens, d.h der Wiedergeburt durch die Muttergöttin ist mit Ausnahme der Ägypter von allen Völkergruppen bekannt, was ein hohes Alter dieser Symbolik vermuten lässt. Viele Göttinnen werden mit Apfel dargestellt. Demeter, Hathor, Aphrodite, usw.

Seitdem das Marienbild in den Birnenbaum
 gestellt wurde, passieren Wunder
In der Bibel wurde der Apfel der Göttin zu dem Apfel des Sündenfalls. Im Grunde beruht die Legende vom verbotenen Apfel auf einem Übersetzungsfehler. Aus „malus“ für „böse“ wurde „malum“, der Apfel. Richtig übersetzt hieße der Satz etwa: Der Baum der Erkenntnis des Guten und des bösen".
Ein Apfelbaum war schon seit je her dafür bekannt, dass man Einsichten und Klarheiten erlangen kann, wenn man sich ihm nähert. Er soll suchende in die Anderswelt führen und sie dadurch begleiten.

 
Maria Birnbaum
Schwedische Soldaten verstümmelten 1632 ein Marienbild das in der Nähe aufgestellt war, und warfen es in einen Teich. Ein Dorfhirte aus Sielenbach fand es und stellte es in einen hohlen Birnbaum 1659/60 ereigneten sich dort Wunderheilungen und die Wallfahrt setzte ein. Daraufhin wurde die Kirche um den Birnbaum erbaut, der 1671 abstarb. Das Gnadenbild befindet sich am Hochaltar in einer Höhlung des Baumstammes. Der Stamm ist hinter dem Altar zu sehen.



Isis mit dem Horus Sohn
Maria/ Isis/ Nerthus
So weit so gut. Und was ist daran jetzt spannend? Nun. Ich habe mir dieses Marienbild genauer angesehen und mir ist aufgefallen, dass Maria wie immer die Attribute der Isis zeigte. Etwas was Isis auf fast jedem Marienbild "vererbt" hat, ist der blaue Mantel. Auch die Isis Attribute wie der Halbmond und die Sterne. Auch Isis führte übrigens den Titel "Mutter Gottes" und "Gottesgebärerin" den sie 431 auf dem Konzil von Ephesusan an Maria, die Mutter Jesu abtreten musste. Isis wurde bezeichnet als Liebreiche Mutter, thronende Himmelskönigin, Meeresgöttin, Gnadenspenderin, Unbefleckte, Sancta Regina, sie war die Mutter des Grünens und Blühens, aber auch die Mater Dolorosa (Schmerzensmutter). Damit ihr mich richtig vesteht, wir reden hier immer noch über Isis ;) Isis gebar als Jungfrau und unterwegs. Sie hält das Gotteskind (Horus oder Harpokrates genannt) auf dem Schoß und reicht ihm die Brust. Statuetten der Mutter mit dem Säugling waren im alten Ägypten weit verbreitet. 

Wenn wir jetzt Tacitus glauben schenken, dann handelt es sich bei Isis auch automatisch um Nehalennia (besser bekannt als Nerthus). Es war normal, dass germanische und römische Vorstellungen zusammengeflossen sind. Weiterhin scheint Nehalennia (auch Nerthus genannt), welche oft mit Mantel und einem Hund oder Wolf dargestellt wird, auch die Göttin der Unterwelt gewesen zu sein. Verbindungen bestehen daher wohl zur nordischen Totengöttin Hel und zur deutschen Gestalt der Frau Holle

Tacitus hat uns keinen Partner der Nerthus überliefert, keinen Himmelsgott, der sie befruchtet, aber archäologische Funde aus den ersten Jahrhunderten n. Chr. beweisen, daß es ihn gegeben haben muß. Inzwischen wird jedoch angenommen, daß Ingwaz der Partner der Nerthus war. Kommt euch das bekannt vor? Kennen wir denn den Vater des Jesus-Kindleins? 

Nerthus war bei einer Reihe von germanischen Stämmen Göttin der Fruchtbarkeit und des Wachstums, Urgöttin und Erdmutter. Sie steht für das Bewahrende, die Tradition und Erdverbundenheit. Wie auch Frau Holle. Und wie die Isis in ihrer Kultur auch. 

Nehalennia mit einem Korb voller Birnen

Birnen
Immer wieder finden wir auf Darstellungen der Nerthus auch Birnen. Auf sehr vielen Nehalennia Altären (wie in Zeeland) liegen Birnen oder sind Birnen eingearbeitet. Überall wo wir die Verehrung von Nerthus (Isis) finden, finden wir auch Birnen. Die Birne ist ebenso wie der Apfel ein altes Fruchtbarkeitssymbol. Es steht aber im Gegenzug zum Apfel mehr für die spirituelle Fruchtbarkeit. Wie der Apfel hat übrigens auch die Birne mit dem Sterben zu tun. Der Übergang in Sein-Zustände kann in diesem Zusammenhang als eine bsondere Art von Fruchtbarkeit auf spiritueller Ebene verstanden werden. Die Kirche sieht Maria gerne als Birnenbaum, die der Welt eine Frucht schenkt. Den kleinen Jesus, der seinerseits an den Menschen Liebe und Erlösung bringt. 

Albrecht Dürer- Maria mit der Birnenschnitte 

Fazit:
Als wir im Klosterladen von St. Ottilien stöberten, fiel mir ein Buch vor die Nase. Es geht in dem Buch um Eigenheiten von Pflanzen und Bäumen. Grob zusammengefasst wird berichtet, dass Pflanzen und Bäume eine eigene Seele haben und einer festen Gottheit zugeordnet sind... 

Es ist Erntezeit. Die Äpfel und die Birnen prangen dick und schwer an den jeweiligen Bäumen... und vielleicht wussten die Alten mal wieder mehr als wir,... denn meine Uroma verbeugte sich stets vor einem Baum der Früchte trug. 

In diesem Sinne wünsche ich euch einen schönen Hochsommer und spannende Gedankengänge!