Waldgeflüster

Montag, 7. März 2016

Ostara 2016

Ostara mit ihrer Feuerkraft 



Ostara, die gute Göttin,
Die aus hellen Augen lacht,
Daß von ihrem jungen Lichte
Alles Schlafende erwacht,
 
so heißt es in einem Gedicht von Otto Bierbaum. Ein wundervolles Bild für die momentane Zeit.Ich schaue aus dem Fenster und momentan liegt sogar noch Schnee. Aber schaue ich unseren Garten an, dann sehe ich überall erste Knospen und Blüten. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich freue mich jedes Jahr auf diese Zeit. Wenn der Frühling die Natur in sanftes Grün hüllt und alles langsam wieder erwacht. Ab und zu spürt man jetzt schon die Frühlingssonne und dann riecht auch alles schon nach "Leben". Lacht nicht. Ich bin mir wirklich sicher, dass man den Frühling riechen kann. :) Ich schließe dann oft und gern meine Augen und lasse die Sonne auf mich scheinen. Warm, Kraftvoll wird alles ganz hell und rot in mir. Ich spüre Kraft und kann nur erahnen, wie es den Blüten und Bäumen gehen mag. Wundervoll. Kleine Magische Momente...
Meine Uroma hat immer gesagt, Frühling ist, wenn die Mutter Natur die ersten Schlüsselblumen schickt. Sie hat gesagt, dass der Frühling uns viele kleine Schlüssel schickt um damit uns selbst oder den Himmel für uns aufzuschließen. Wie findet ihr dieses Bild? Ich finde es sehr passend. Denn geht es im Moment nicht auch darum? Unsere kleinen "Pflänzchen", die wir noch im Herbst gesät haben und über Yule und Imbolc haben keimen lassen, jetzt an die Luft zu begleiten? Die zarten Knospen in uns möchten doch wachsen und sind noch sehr zart und zerbrechlich. Gerade jetzt brauchen sie unsere Wärme, Liebe, Vergebung und Kraft. Bis vor kurzem lag noch im Verborgenen was wir gesät haben. Mutter Erde passte auf unsere "Pflänzchen" auf. Jetzt ist die Zeit, wo sie die harte Erde durchbrechen. Ich stelle es mir unglaublich schwer vor, etwas Neues in die Welt zu bringen. Und ebenso schwer stelle ich es mir für die Pflanzen vor, die Erde zu durchbrechen. Und dann? Nach dieser kalten, toten, entbehrungsreichen Zeit, wendet sich das Blatt.  Dann atmet das Pflänzchen- unsere Idee, unser Vorhaben etc. das erste Mal Luft und wird auch nach außen hin sichtbar. Und ich glaube, hier schließt sich der Kreis mit Ostara und dem Gedicht oben. Denn sobald das "Pflänzchen" sichtbar wird und wächst, wacht Ostara darüber und passt mit ihrem jungen Lichte auf.

Und in diesem Licht passieren wunderbare Dinge. Eure Träume, Gedanken, Hoffnungen stehen in dieser Zeit unter einem wundervollen Licht. Alte Sagen meinen sogar, dass diese in der Ostara-Nacht in Erfüllung gehen. In Ostaras Nacht wurde schon seit jeher altes und abgestorbenes endgültig frei gelassen. Viele kennen ja vielleicht die kleinen Osterboote mit denen man Symbolisch etwas verabschiedet und dem Fluss des Lebens zurückgibt. Ostara ist die Zeit des Neuanfangs. Mit Sicherheit seid ihr auch schon beseelt und spürt, dass euer Tatendrang zurückkehrt. Bei mir ist es immer so, dass ich dann raus in die Natur möchte und all die kleinen Wunder entdecken möchte. Im Winter bin ich eher in mich gekehrt.
Es fühlt sich an, als ob Ostara mit ihrer Kraft all das zum Vorschein bringt, was den ganzen Winter über in mir geschlummert hat. In der Zeit um Ostara finde ich die Kraft alles "Real" werden zu lassen und Dingfest zu machen.Mein inneres Feuer und somit mein Tatendrang und meine Kraft wurden quasi neu von ihr entfacht.

Aber wer ist denn eigentlich dieses Zauberwesen, dass so viel Kraft haben soll und die schon so lange verehrt wird??

Ostara
Ostara- so sagt man in der Edda- ist die Tochter der Frigg und Wotans. Man sagt, dass sie jedes Jahr gegen die Eisriesen kämpft und jedes Jahr aufs Neue gewinnt, damit die Eisriesen sich wieder zurückziehen müssen und der Frühling und somit auch die Sonne wieder Einkehr hält.
Allerdings wird oft angezweifelt, dass es jemals eine Göttin mit dem Namen Ostara oder Eostra gegeben hat. Es wird gesagt, dass es sich hierbei um eine romantische Erfindung handelt. So steht im Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens aus dem Jahre 1935:
 „Wenn schon eine angelsächsische Eostra auf schwachen Füßen stand, hielt die Forschung erst recht eine deutsche Göttin Ostara für nicht nachweisbar.
 Jacob Grimm sieht es da in seinem Werk über "Deutsche Mythologie" schon anders. Er bezog sich auf Beda, einen Mönch und Kirchenhistoriker und schreibt:
Die beiden göttinnen, welche Beda (de temporum ratione cap. 13) ganz kurz, ohne nähere schilderung, bloß zur erklärung der nach ihnen benannten monate anführt, sind Eástre und Hrede; von dieser hat merz, von jener april seinen sächsi[s]chen namen."
Spannend bei allem "es gibt sie, - es gibt sie nicht", ist allerdings, dass die Kirche ihr wichtigstes Fest, die Auferstehung auf Ostara legte. Nämlich immer auf den 1. Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond. Der Tag und Nachtgleiche. Das wurde beim ersten Konzil Nicäa beschlossen. Rätselhaft, warum es hier zu Landen Ostern genannt wird, wo doch der ursprüngliche lateinische Begriff "pa-scha" oder "pessach" war.
Die Christen feiern die Auferstehung. Jesus möchte Leben! Die Naturgläubigen feiern, dass die Natur leben möchte. Beidem voran ging der Tod der mitten aus dem Leben riss....

Feel your own fire...
Doch wurde uns an Samhain und Yule nicht versprochen, dass das Leben zurückkehrt? Ihr Versprechen hat sie gehalten! Schaut hinaus und lest die letzte Strophe des Gedichtes

 Ostara, die Magd und Fürstin,
Königlich und bäuerlich –:
Wie die Zeiten sich auch wandeln,
Immer offenbart sie sich.“

Wir wünschen euch ein Kraftvolles Ostara! Lasst eure Träume wahr werden und offenbart eure Ideen und Pläne. "Lasst es Krachen" und tanzt zurück ins Leben. Möge die Feuerkraft von Ostara um euch sein und euch zeigen, dass nichts endet...

Blessed Ostara