Waldgeflüster

Dienstag, 26. Januar 2016

Über das Wahrsagen

Divination (Weissagung) und Magie sind wie Yin und Yang, passiv und aktiv:
das passive Erfassen und Erspüren eines zukünftigen Zustands ist Divination,
das aktive Herbeiführen oder Bewirken eines zukünftigen Zustands ist Magie.

Aber wie erfühlt man einen zukünftigen Zustand ? Ist am Kartenlegen, Handlesen, Pendeln und wie die anderen Divinationsmethoden alle heißen mögen doch etwas dran ? Ich meine ja, aber wahrscheinlich auf andere Weise als es viele Kritiker und auch einige Praktizierende glauben mögen.


Ihr freundlicher Wahrsager: ilfur
Ich behaupte, ein guter Ovate, Wahrsager, oder wie auch immer sie in der Vergangenheit genannt wurden, benötigt eigentlich keinerlei Hilfsmittel. Oft werden sie dennoch genutzt, vielleicht nur zur Schau oder doch zur Unterstützung. Denn wie schnell wird es meinem Gegenüber doch langweilig, wenn ich von ihm etwas gefragt werde und ich minutenlang vor mich hinstarre (knapp an meinem Gegenüber vorbei oder auch mal hindurch), um dann mit einer Antwort aufzuwarten. 
Da wäre etwas optische Ablenkung sicherlich sinnvoller, wie zum Beispiel wild mit den Händeln zu wedeln und magische Formeln zu sprechen - oder einfach Karten zu mischen und zu legen. Natürlich verstreichen bei mir die Minuten nicht in völliger Verharrungslosigkeit, denn so ziemlich unsichtbar, in mir drin geht es alles andere als ruhig zu wenn ich versuche, mein Gegenüber zu erfühlen, dort hineinzufühlen, mich ganz hineinzuversetzen, und nicht nur mein Gegenüber selbst sondern seine ganze Situation, seine Ausstrahlung, sein Umfeld, seine Art,... man könnte sagen daß ich in einer solchen Situation im Stillen mit mir selbst eine komplette Anamnese des geistigen Umfelds meines Gegenübers durchführe. Ich bin als Junge nunmal nicht so gut Multitasking-fähig, aber das kann ich  doch noch lernen ;-)

Und das ist auch bereits der allererste, wichtigste Schritt zur Weissagung oder Vorhersagung: das Einfühlen. Denn sowohl die dringendste, die "lauteste" ungestellte Frage als auch deren Antwort steckt bereits in einem jeden drin. Man strahlt sie aus in Haltung, Formulierung, Tonfall, Gesichtsfarbe, und vielen auch unterschwelligen Merkmalen mehr; nunja die "Ausstrahlung" eben, manch einer würde auch Aura dazu sagen, vielleicht sogar Karma. Manchmal kann man die Antwort nicht selbst hören oder erkennen, weswegen dann gelegentlich ein "Wahrsager" aufgesucht wird. Eine externe Person, die den Wald vor lauter Bäumen vielleicht besser erkennt als man selbst. 
Wenn die aktuelle Situation und das Wesen vom Wahrsager erkannt werden, also die Gegenwart und die Herkunft derselben, kann man oft recht leicht auf die Zukunft deuten. Auf das, was unweigerlich folgen wird - oder eben nicht, weil (geistige) Vorbedingungen noch nicht erfüllt sind. 

Ich beginne meine "Divinationen" am liebsten, na eigentlich immer, mit dem Erfühlen des gegenwärtigen Zustands und seiner Herkunft und Ursachen, der Vergangenheit. Dann liegt die Zukunft schon viel offener auf der Hand - und auch die Möglichkeiten ihrer Lenkung.

Und ich glaube fest, daß Wahrsagung ganz oft auf diese Weise funktioniert. Gut, es gibt Ausnahmen über mehr oder weniger gigantische oft in Trance erlebte Zukunftsvisionen der Hildegard von Bingen, dem Apostel Johannes mit seinen Offenbarungen und einigen anderen.
Aber wenn jemand eine Frage am Herzen hat kann man mit etwas Übung erfühlen, was ihn gerade besonders bewegt und wie seine Vergangenheit ihn am stärksten geprägt hat. Irgendwann genügt schon die Stimme und Stimmung des Gegenübers für weitere Aussagen über seine Gegenwart und ein Scheitern oder Gelingen, diese zu ändern. Oder was getan werden müßte um einen Erfolg zu erzielen.
Besonders bei vorgebbaren, genau definierten Themengebieten wie Beruf, Liebe, Finanzen,... fällt das Erfühlen des Gegenübers etwas leichter.
Das Legen von Karten, Pendeln, diverse andere Orakel wie I Ging und Geomantie sind dabei lediglich unterstützende Hilfsmittel um weitere, wichtige Assoziationen herzustellen und oft Aspekte zu beleuchten, an die man vielleicht nicht sofort gedacht hat. Innere Bilder und Assoziationen sind ungeheuer wichtig, sie schmücken das erfühlte nicht nur aus oder bestätigen es, sondern man kann mit ihnen noch weitere Kreise ziehen und auf mögliche Ursachen und zielführende Situationen kommen.

Für diese Art der Unterstützung sucht sich jeder Wahrsager einfach das Mittel heraus, das ihm am meisten und besten liegt, das ihm am vertrautesten erscheint. Das Thoth-Tarot ist beispielsweise mitunter recht negativ und ich bin oft bemüht, die dargestellten Bilder eher diplomatisch wiederzugeben. Freundlichere Karten und Bilder, oftmals basierend auf dem Le Normand Tarot, werden gern bevorzugt. Viele moderne Karten-Sets basieren auf dem Le Normand Karten, verwenden aber eigene Motive wie z.B. dem Baum-Tarot, Engelkarten und auch Göttin-Karten nur mit großen Arkana darin, Keltisches Tarot.....
Es gibt mittlerweile so unglaublich viele Methoden und Hilfsmittel zur Weissagung daß man meinen könnte, das Thema wäre ungemein wichtig. Es mutet seltsam an, daß es zur gleichen Zeit so sehr belächelt wird.


Mehrere Methoden zum selbst-Probieren ?
Gerne, aber bitte mit Unterstützung !

Ich liste ein paar Methoden mal auf:

die einfachen "Ja/Nein" Methoden, die man mit viel Gefühl auch ausbauen kann - zum Beispiel indem man bestehende Fragen immer weiter verfeinert oder Unterfragen definiert:


  • das Pflücken oder zählen von Blütenblättern ("sie liebt mich - sie liebt mich nicht"),
  • Pendeln (Ja/Nein geht damit sehr gut, es existieren aber auch komplexere Systeme dahinter),
  • ....


klassische Varianten, die teilweise bereits in der Antike genutzt wurden und viel Phantasie benötigen, d.h. der Erzeugung von Bildern dienlich sind:


  • Lesen aus dem Flug von Vögeln,
  • Lesen aus Tier-Innereien,
  • Lesen aus der Hand , dem Kaffeesatz, der Kristallkugel, der Kerzenflamme,
  • die klassische Suche nach Omen ("Vorzeichen"),
  • Traumdeutung (die Bilder sind da, nur was bedeuten sie?), weitergehend auch Visionen
  • ...


Die komplexeren Systeme, die etwas Anleitung benötigen und teilweise viel Erfahrung, Gefühl und Vorsicht benötigen:


  • Ouija-Board (unter Zuhilfenahme von Geistwesen und Erspürung derer Antworten),
  • Channeling als Weiterführung der Ouija-Idee, Aussagen von Geistwesen zu beziehen, zu verstehen und zu deuten: man ist nicht selbst der "Wahrsager", sondern man erhält Botschaften
  • Runen (und andere Buchen-stäbchen wie Ogham) ziehen,
  • ...

Die komplexen Systeme, die ordentlich Übung benötigen und mit denen man umfassendere Bilder erzeugen kann:


  • Kartenlegen (Tarot aber auch französisches Blatt und andere Kartendecks mit 12,24,78,... Bildern),
  • I Ging (chinesische Methode mit 64 Symbolen),
  • Geomantie (mittelöstliche Methode mit 16 Symbolen),
  • Numerologie (mittelöstliche Methode mit vielen bedeutungsvollen Zahlen),
  • ...

Alle diese Systeme benötigen vor allem eines: Gespür. Einfühlungsvermögen. Sonst lassen sich die Zahlen, Bilder, Figuren,... nicht sinnvoll deuten. Und Gespür kann man natürlich erlernen bzw. sich darauf immer weiter trainieren.

Das mag jetzt etwas seltsam klingen, aber der Satelliten-Sender astroTV ist eine wunderbare Übungs-Plattform! Solange die Anrufe nicht anonym behandelt werden kann man sich am Wahrsagen selbst versuchen - anhand der Stimme und Art des Anrufers auf dessen Thema zu schließen ("viel Ärger mit Partnern gehabt", "ständiger materieller Verlust/Wohnungssuche", "seelische Schmerzen", "Gefühl ständiger Benachteiligung") und ob der Anrufer mit seiner gegenwärtigen Einstellung zur Thematik eine Chance hat, kurzfristig weiterzukommen, oder etwas dringend zu ändern wäre... das ist wirklich interessant mitzuverfolgen!

Oh-oh, da hat wohl jemand die berühmte Arschkarte gezogen...
Foto: www.kwick.de

Der zweite Teil, der auf Divination oftmals folgt ist dann die aktive unterstützende Magie, auf die ich in diesem Textchen aber nur kurz eingehe. Mit Magie ist hier gemeint den weiteren Weg mit "geistigen" Mitteln so vorzubereiten, daß ein gewünschter Zustand erreicht werden kann. Auch auf astroTV wird dies oft durch kurze psychologische Tips und Hinweise erledigt, aber natürlich auch durch Bereinigung und Korrektur am Seelen- und Geistkörper des Anrufers oder dem Hinweis, sein Umfeld doch selbst auf die eine oder andere Weise zu verändern, sich zum Beispiel nicht mehr mit den immer gleichen Typen abzugeben...
Leider kann eine solche Kurzberatung keine psychologische Betreuung ersetzen falls die Probleme schwieriger und langfristiger zu beheben sind. Ein guter Wahrsager weist dann gern auf längerfristige Unterstützung von Fachpersonal hin - und körperliche Gebrechen und Gesundheitsthemen sollten ohnehin nicht in solchen kurzen Sitzungen angegangen werden, aber daran hält sich astroTV grundsätzlich!

Trotzdem ist alles irgendwie "magisch", finde ich - egal ob aktiv oder passiv, Yin oder Yang, schneller Massenbearbeitung oder stundenlanger intensiv-Trance-Sitzung ;-)

Gehabt Euch wohl,
Euer ilfur