Waldgeflüster

Dienstag, 29. Dezember 2015

Die Echse- Wintersonnenwende auf dem Isterberg

Schon lange haben wir euch keinen magischen Ort vorgestellt. Viel zu lange! Findet ihr nicht auch? Darum haben wir uns aufgemacht um die Wintersonnenwende am 21.12.2015 an einem ganz besonderen Ort zu feiern.
An den Externsteinen waren wir schon so häufig, auch am Druidenain waren wir schon das ein oder andere Mal. Dieses Mal, wollten wir an einem ganz anderen Ort feiern.
Middewinterhornblasen im Hain 

Also fuhren wir nach Niedersachsen in die Grafschaft Bentheim. Dort befindet sich eine kleine Gemeinde mit dem Namen Isterberg. Einen Dorfkern sucht man vergebens und mit einer Einwohnerzahlt von 581 Personen ist dieses kleine Dorf wirklich klein und bestimmt bei fast allen Menschen unbekannt. Aber auch wenn es keiner kennt, heißt das nicht, dass es auch bedeutungslos ist. Ganz im Gegenteil. Denn mitten in diesem Dörfchen finden wir einen alten Hain und mitten ihn ihm drin eine Felsformation wie wir sie sonst von den Externsteinen her kennen.
Der Isterberg gehört wie auch die nahe Bentheimer Burg zu den Ausläufern des Teutoburger Waldes und liegt an der Holländischen Grenze. Seine Felsen bildeten (wie auch die Externsteine ) einen vorchristlichen Kultplatz.
Lauter Gesichter im Felsen

Aber um zu verstehen, müssen wir viele viele Jahre zurückgehen. Denn damals, zur Zeitenwende, gehörte Bentheim und somit auch der Isterberg zum Einzugsgebiet der germanischen Tubanten. Die Nachkommen der Véneter waren engagierte Gegner der Römer. Diese versuchten Weser-Germanien ihrem Reich einzuverleiben. Bis im Jahre 9 der Befehlshaber der römischen Truppen in Rom unter Oktavian (Augustus) verschwägerter P.Q Varus sich genötigt sah, sich dieses kleine Fleckchen Erde selbst zu einzuverleiben. Also schon lange lange her!
Die Echse vom Isterberg. Ihr Gesicht ist deutlich zu erkennen

Aber in der Tat ist das Kult- und Kulturzentrum am Isterberg schon uralt! Und es geriet in den Fokus der Externstein-Forschung. Wie das passieren konnte? Das möchtet ihr Naseweise wissen? Nun, das erkläre ich euch gerne. Angefangen hat alles mit dem Architekten Karl-Heinz Wend der am Isterberg zahlreiche Gesichtersteine entdeckte. Allem voran die Echse vom Isterberg. Daraufhin wurde die Marburger Felsroscherin und Kulturphilosphin Elisabeth Neumann- Gundrum neugierig. Diese hatte bereits andere altsteinzeitliche Großskulpturen an anderen Felsen in Europas untersucht und hatte bereits Veröffentlichungen zu den Externsteinen erstellt. Für Frau Neumann- Gundrum war die Echse vom Isterberg eine kleine Sensation und sie erkannte sofort, dass es sich hier nicht nur um einen tollen Fund eines Spaziergängers handelte, sondern um altes Kulturgut.
In diesem alten Hain finden wir mehrere Felsen. Sein Mittelpunkt ist mit Sicherheit der Teufelsfelsen mit der Echse. Aber schaut man weiter und sucht etwas findet man auch leicht den Opferfelsen und den Sloopstein.

Der Eingang der Kultanlage befindet sich am Norden des Isterberges. Er wird durch zwei große Steine markiert. Auf der Rückseite dieser Steine ist ein Menschenkopf gemeißelt. Er schaut auf einen weiteren Kopf auf der anderen Seite des Eingangs in die Augen. Es wird vermutet, dass es sich um die Wächtersteine handelt. Ein weiterer Gesteinsblock etwas weiter Rechts trägt das Zeichen der Venus. Ein weiterer Felsen trägt Einritzungen der Rune IH. Die gleiche Rune findet sich an einer weiteren Kultstätte am Hermannsweg. Dem Druidensitz/ Großer Falke.
Direkt neben dem Teufelsfelsen finden wir auch den Opferstein. Dieser beherberg ein etwa 10 cm tiefes in Stein gehauenes Opferbecken mit Abflusskanal. Auch finden wir direkt daneben kleine Vertiefungen die - so sagt man- für Öle oder andere flüssige Substanzen gedient haben und 6 Markierungspfeile. Schaut man sich die weiteren Felsen an, so finden wir einen Felsen, mit einer in der Mitte gepunkteten Scheibe. Die Forscher gehen davon aus, dass es sich um eine Sonnenscheibe handelt.

Geht man dann weiter durch den Hain stößt man nach einer kleinen Suche auf den Teufelsfelsen und an seiner Ecke finden wir auch die Echse. Aber sie ist nicht das einzige "Gesicht" was man finden kann. Die Exe hat einen Naturgegebenen Körper. Das Gesicht ist deutlich zu erkennen. Die ganze Echse ist ca. 10 Meter lang und ist ca. 2,50 Meter hoch. Spannend war für mich noch, dass in die Augen der Echse zwei Menschköpfe eingearbeitet sind, deren Augen man noch deutlich erkennen kann.
Such den Druiden :) 

Der Forschungskreis der Externsteine hat einen weiteren Verdacht geäußert. Der Isterberg ist Teil eines uralten Prozessionsweges vom Isterberg zu den Externsteinen. Diesen Weg gibt es noch heute. Er fängt allerdings in Oldenzaal (benachbarte Niederlande) an . Heute heißt dieser Weg "Hermannsweg". Zitat Frau Neumann-Gundrum: Von dieser riesigen Echse aus soll sich bis zu den Externsteinen als Endpunkt und Ziel ein sehr alter, anscheinend urzeitlicher Wallfahrtsweg erstrecken, teils über den Kamm des Teutoburger Waldes. Und tatsächlich. Nimmt man sich eine Landkarte und verbindet die Externsteine mit dem Isterberg, entsteht eine Kerzengerade Linie. Und genau in der Mitte ist ein riesiger Grabhügel.
Gesichter, Gesichter...

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