Waldgeflüster

Montag, 13. April 2015

Fruchtbarkeitsmonat Mai

Der Mai naht! Es sind nicht mehr viele Tage
Die Natur trägt ihr Festgewand :)
bis zur Walpurgisnacht / Beltane und auch ich spüre diese Wilde feurige Kraft schon wieder in mir. Und auch in der Natur ist der Frühling jetzt deutlich zu spüren. Das Erblühen der Natur ist nicht mehr zu bremsen. Alles strahlt in voller Lust und Sinnlichkeit mit vielen wunderschönen Blüten.
Im Mai- so sagt man oft- trägt die Natur ihr Festgewand. Viele Pflanzen und Büsche blühen, alles sprießt und wächst. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich empfinde das immer als verzaubernd. Alles duftet und die Bienen summen um die Kirschblüten herum. Traumhaft. Eine ganz besondere Zeit. 
Wir feiern bald Beltane.  Beltane bedeutet "Bel"= strahlend, leuchtend und "tene oder teine"= Feuer). Beltane ist das Blütenfest und Mondfest zum vollen Mond. Ein Fest unbändiger Leidenschaft und Lust auf den Sommer. Der 1. Mai liegt genau in der Mitte zwischen der Frühlingstagundnachtgleiche und der Sommersonnenwende Ende Juni. 
Die Zeit der roten Göttin, der Erdgöttin, die sich mit dem jungen Gott (in der keltischen Mythologie ist es Belenos) vermählen wird. Es ist das Fest der heiligen Hochzeit. Der am Julfest geborene Junge ist nun geschlechtsreif und "bereit"! Die nun fruchtbare Göttin (Creiddylad, Walpurga, Freya, Loreley, Epona usw.) als sinnliche Göttin ist fest in seinem Visier.
Lust und Begehren wurden als irdischer Ausdruck schon in früheren Zeiten als Handlung gesehen, die für die Lebenskraft steht. Die Vereinigung von Mann und Frau und alles was daraus entstehen kann. Noch heute werden symbolisch Maibäume (als Zeichen eines Phallus) in die Erde (den Schoß von Mutter Erde) gebracht. Es geht um die An-TRIEBS-Kräfte der Natur... die natürlichen Triebe...Und schon die ganz alten Kulturen wussten die Bauern und Viehzüchter wie wichtig die Fruchtbarkeit der Mutter Erde ist. Sie wurde gebraucht um zu überleben. Deshalb hatte Beltane natürlich einen besonders hohen Stellenwert als Fruchtbarkeitsfest. 
Beltane Festival -das Fruchtbarkeitsfest
Die Feuerträger. Das Feuer gilt als Lebenskraft
Wie könnte so ein Fest damals ausgesehen haben? Wir kennen alle die Erzählungen von Faust und der Walpurgisnacht. Der Tanz um den Blocksberg bei dem Hexenwesen auf ihren Besen hoch zum Blocksberg fliegen um sich dort mit ihrem Geliebten der Sinneslust hinzugeben. Oder wir kennen das Beltane Ritual aus dem Film "Die Nebel von Avalon" bei der sich der Jäger der auf der großen Jagd den weißen Hirsch erlegt mit der Jungräulichen Maikönigin vereinen darf. Laute Trommelrhytmen und ekstatische Tänze, große Feuer... es musste viel Lärm gemacht werden ... ja, so kennen wir dieses Fest. Der 1. Mai galt in früheren Zeiten auch als offizieller Sommerauftakt. Den Winter konnte man am besten verabschieden, in dem man kräftige Feste feierte die heute noch als "Tanz in den Mai" bekannt sind. 

Wusstet ihr, dass sogar die Katholische Kirche dieser Zeit besonders begeht? Was? Ihr glaubt mir nicht? Es ist aber wirklich so.
Es gibt neben den normalen Gottesdiensten im Mai noch besondere Andachten. Die sogenannten Maiandachten- einer besonderen Art der Marienverehrung. Papst Paul VI empfahl in seiner Enzyklika "Mense maio" vom 1. Mail 1965 die Verehrung Mariens im Monat Mai. Er bezeichnete es als "eine treue Gewohnheit unserer Vorgänger, diesen Marienmonat zu wählen. Seit dem Mittelalter hat die Kirche versucht, heidnische Maifeste in christliche Feierlichkeiten umzuwandeln. Aus diesem Grund wurde vermutlich der Mai auch zum Marienmonat umgedeutet: So sollte der schönste Monat des Jahres auch der "schönsten aller Frauen", nämlich Maria geweiht sein. Aus dem farbenfrohen Aufblühen der Natur in dieser ZEit ergibt sich die Mariensymbolik des Monats Mai in dem Maria als Gottesmutter in der katholischen Spiritualität auch als erste und schönste Blüte oder auch als "Frühling des Heils" verehrt wird. 

Wenn wir jetzt zurückblicken und uns in Erinnerung rufen, dass Bauern und Viehzüchter an Beltane dieses Fruchtbarkeitsfest feierten und auf ihre ganz eigene Weise um Schutz und Fruchtbarkeit für die Ernte baten, dann wundert es mich nicht, folgende Zeilen eines Liedes zu lesen:

"Maria, Maienkönigin, Dich will der Mai begrüßen. O segne ihn mit holdem Sinn und uns zu Deinen Füßen. Maria, Dir empfehlen wir, was grünt und blüht auf Erden."

Es war übrigens bis in den 2. Weltkrieg hinein noch Brauch, dass man am 1. Mai einen Marien-Altar in seinem Haus aufbaute und diesen mit Blumen schmückte und sang und tanzte...

Und noch etwas ist mir aufgefallen. Wir feiern Beltane- das Fest der roten Göttin. Ich möchte euch jetzt, Marienbilder zeigen, die Maria um den Mai zeigen:

Schutzmantel-Madonna aus Überlingen

(c) by Maica Domnului


und die Beltane Goddess  (c) by Wendy Andrew

In diesem Sinne wünsche ich uns allen eine schöne Vorbereitungszeit auf Beltane, Walpuris oder die Maiandachten! Vergesst nicht um was es geht. Es geht um das Leben! Die Leichtigkeit und das Sinnliche! Und vielleicht fragt ihr euch einmal selbst:  Was ist Sinnlichkeit für mich? Was ist Liebe? Und wo bin ich jetzt Fruchtbar (Ideen, Körperlich, etc)