Waldgeflüster

Freitag, 9. Januar 2015

Imbolc 2015

Imbolc oder auch Candlemas
(c)by radioriel
Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber als
ich heute Morgen zur Arbeit wollte, stellte ich fest, dass es schon viel heller war als noch die letzten Wochen um diese Uhrzeit. In mir machte sich ein Gefühl von „Befreiung“ breit. Und ich erinnerte mich. Dieses Fest hatte immer schon seinen ganz eigenen Geist. Es hat mich immer schon beseelt, wenn nach dem harten Schnee wieder die ersten Schneeglöckchen ihre Köpfe durch den Boden streckten. Oder das Gefühl die ersten Weidenkätzchen zu sehen... kennt ihr das? Ich muss diese immer unbedingt eben „streicheln“. Die Natur beseelt uns und erinnert uns an den Frühling der naht. Es erinnert uns an eine Leichtigkeit, die wir über den Winter fast vergessen haben. Imbolc ist ein Fest an dem wir uns erinnern sollen, das durch das Lebendige, die wilden verspielten Energien des Frühlings das Leben neu in uns erwachen kann. Es soll uns daran erinnern, wie es ist, als Kind neu auf diese Welt zu kommen... so wie das Licht...
Und schon gerate ich ans Grübeln.
Puh! Der Winter war dunkel. Der Winter war schwer. Und ich? Ich habe mich irgendwie gehen lassen. Wenn von der dunklen Göttin gesprochen wurde, fühlte ich mich ganz aufgehoben und fand sie sehr passend. Müde, alt, Nachdenklich,... aber bin ich das wirklich? Hat mich der Winter nur vergessen lassen, wer ich wirklich bin?
(c) by brightstone. deviantart
Ich erinnere mich daran, wie ich als Kind war. Wie ich als Kind diese Jahreszeit wahrgenommen habe. Ich sehe einen kleinen frechen Lockenkopf, der -meistens ohne Jacke- nach draußen wollte um zu spielen. Sorgen wie „es ist glatt draußen, haben sie die Straßen wohl schon geräumt?!“ oder „halten unsere Rohre diesen Frost aus?“ gab es einfach nicht. Für mich war wichtig, dass ich spielen konnte und mein Temperament beim Schlitten fahren ausleben konnte. Stundenlang zogen wir Kinder den Schlitten auf einen Hügel hinauf um dann wie der Wind hinunter zu sausen. Langweilig wurde es uns nie. Wir bauten sogar einmal mit meinen Eltern ein Iglu auf unserem Rasen und am liebsten wäre ich dort eingezogen, so stolz war ich darauf. Von den vielen Schneeballschlachten mit den Kindern der Nachbarschaft fange ich erst gar nicht an. Oh und Schlittschuhlaufen. Ich habe es geliebt, wenn die Flüsse oder der Kanal bei uns zugefroren waren. Wir konnten dann bis nach Holland fahren. Während ich euch das alles erzähle, kommt in mir ein Grinsen hoch und eine längst vergessene Kraft. Meine Wangen röten sich. Es ist die Kraft der Kindheit und der Erinnerung.
Das ist Heilung! Ich spüre eine Energie in mir aufsteigen mit der ich Berge versetzten könnte! Oder Bildlich im Jahreskreis gesprochen: 
Ich spüre genug Lebensenergie um durch den harten Winterboden zu brechen und
endlich wieder zu wachsen und zu leben.
Das ist wohl der Kern dieses Festes. Den Kreislauf zu durchbrechen und wieder Kind zu sein. Wieder diese unbändige Kraft und Energie in sich zu spüren. Aus der Dunkelheit wieder ins Licht zu sehen. Sicherlich hat die dunkle Jahreszeit auch gut getan. Ich konnte wieder zur Ruhe kommen und viel nachdenken (ich sage liebevoll ich muss aufräumen-denken), konnte Dinge für mich ordnen und einfach nur mal die Ruhe in meinem Herzen zulassen. „Alles zu seiner Zeit“ sagte einst ein sehr weiser Druide zu mir. Und er hat Recht!
Zwischen den Jahren stand das Rad still. Es durfte nicht getanzt und gelacht werden. Spindeln durften nicht benutzt werden. Eingefroren war das Leben und die Zeit! Da ist es doch gar nicht verwunderlich, dass das Kind in mir jetzt lostanzen möchte und singen möchte. Ich möchte hinaus gehen und die Bäume aufwecken und sie daran erinnern, dass sie zurück kommen ins Leben.

Passend zu Imbolc bastelten wirdiese bunten
und farbenfrohen traditionellen
 Brigids-Crosses
 oder auch Sonnenkreuze genannt, die das Haus
 vor Feuer und Gefahr schützen sollen
Ich glaube, das Wort Imbolc kann man auch mit „Lebenswillen“ vergleichen. Ich glaube, darum geht es. Auch wenn es eigentlich übersetzt „Anlegen der Schafe zum Säugen“ bedeutet. Fällt euch was auf? Wenn Schafe zum Säugen angelegt werden müssen, sind sie meistens zu schwach um es selbst zu tun, haben vielleicht noch keinen Lebenswillen- oder nicht genug. Durch das Anlegen- einem kleinen Schubs- erkennen sie ihren Lebenswillen wieder und säugen dann meistens nach ein paar Tagen schon allein und werden schnell stark und groß.
Wie geht es euch? Braucht ihr auch einen „Anschubser“ um wieder zum Leben zu erwachen oder seid ihr schon wieder aus eurem persönlichen Winterschlaf erwacht? Wie viel Lebensenergie habt ihr im Moment? Was könntet ihr machen, damit diese Energie wächst und sich vermehrt? Wie habt ihr als Kinder diese Jahreszeit aufgenommen?
Wenn ihr möchtet, bekommt ihr von mir jetzt euren ganz persönlichen „Anschubser“
Aufwacheeeeeeeen! Lasst uns tanzen und lachen und singen und wenn bei euch noch Schnee liegt, lade ich euch zu einer Schneeballschlacht ein – (auch gerne ohne Jacke). Lasst es uns den Kindern gleich machen und das zurückgekehrte Leben feiern! Lasst uns frei leben!
Es ist die Zeit! Nehmt sie euch!!

Blessed be!

Euer „momentaner Kindskopf“ Fenni :D