Waldgeflüster

Dienstag, 23. Dezember 2014

Gott oder Göttin ?

Grüß Göttin - Schild an der Autobahn Kufstein
Quelle: meinbezirk.at
In letzter Zeit mehren sich in meinem Umfeld, und ich meine auch hier im
christlichen Westen allgemein, die Zwiesprachen und sogar Streitigkeiten über Gott und den westlichen Glauben. Man mag es kaum glauben :-)
Die Leute interessieren sich für das Thema, sie hinterfragen es und nehmen Dogmen von außen nicht mehr einfach so an. Ich finde das ein sehr gutes Zeichen! Immer mehr Leute besinnen sich auf "ihren" Glauben, versuchen ihn selbständig zu erfahren !

Es gibt nur einen Gott, sagen die Einen, alles andere seien Götzen und diese leiten die Menschen fehl auf ihrem Lebensweg. Ja durchaus, sagen die anderen, aber dieser Gott sei weiblich - denn nur das Weibliche erschafft und gebiert Neues. Das Weibliche wurde aber in der Vergangenheit unterdrückt und totgeschwiegen, verboten und domestiziert, will sagen verharmlost (Frau Holle, die Putzfrau-Göttin mit Kopftuch und Feudel...). Dritte sagen, daß die Welt voller Geistwesen und Götter sei, trauen sich mittlerweile aber nicht mehr, diese "Götter" zu nennen und sagen daher lieber "Goden" zu ihnen. Das klingt wohl nicht mehr so unvereinbar als bisher...

Ich finde, sie haben alle miteinander recht! Aber vielleicht anders als sie denken. Ich fürchte, ich werde ihnen allen mit meiner Geschichte, meiner Ansicht früher oder später auf die Füße treten.

Also, was ist mit mir ? Wie sieht es bei mir aus, der gerade in einer Ausbildung zum "Priester der Göttin" steckt ? Der darüberhinaus ein bekennender Christ ist ? Der von anderen Menschen "Druide" genannt wird ? Und woran glauben diese Druiden eigentlich so - kann man davon etwas lernen, Erkenntnisse für den eigenen Glauben gewinnen ?

Puh, muß ich da sagen.  Eigentlich bin ich lieber ein Freund knapper Worte. Es gäbe aber so viel zu erzählen - Beispiele, Vergleiche, Meinungen, Ideen - und so viele davon ! Nun, ich schlage vor, ich mache das so: ich erzähle Euch, was ich denn so glaube. Ganz persönlich, keiner Vorgabe irgendeiner (Druiden-)Religion oder Sekte folgend stelle ich meine eigene Idee zur Diskussion.

Auf eine vielleicht absonderlich anmutende Weise habe ich irgendwann vorab mein Credo, meinen Glaubenssatz formuliert. Ich habe dabei versucht, den "Martin Luther" in mir zu wecken und ein paar Phrasen verfaßt, die man sogar auswendig lernen könnte, wenn man wollte. Über die man vielleicht besser kritisch nachdenken sollte !
Diesen Glaubenssatz möchte ich ein wenig vertiefen und erläutern, wenn es Euch recht ist. Ich denke, daß ich sonst ohne die nun folgende Erklärung mehr als nur anecken würde.



Gott und die Götter

"Es gibt nur einen Gott." Das höre ich von vielen Religionen. Und dem stimme ich auch soweit zu. Aber bereits im zweiten Satz geht es oftmals los. "Und sein Name ist..." folgt dann sinngemäß nach. Gott der Vater, der Schöpfer, und so weiter. Das alles sind bereits Personifikationen, Vermenschlichungen der einen großen "Sache" - und gehen mir zu weit. Gott ist nicht, Gott heißt nicht, und schon gar nicht hat Gott ein Geschlecht. Gott ist doch kein Mensch ! Und nein, er ist auch kein Außerirdischer !!

Ich habe mir angewöhnt, in meinem tiefen Inneren von "dem Göttlichen" zu denken, wenn ich etwas über Gott höre. "Das Göttliche" ist neutral, es ist zugleich unendlich groß und steckt doch in allen noch so kleinen Dingen. Es ist die Summe aller Gefühle, aller Seelenteile unserer bekannten und unbekannten Welt, aller Tiere, Pflanzen und Menschen, aber auch der Seelenteile der Anderwelt: Seelen(teile), die sich nicht manifestiert haben, die keinen Körper besitzen, aber dennoch vorhanden sind.
Zu diesem Göttlichen gehört darüberhinaus eine noch nicht wissenschaftlich meßbare Energieform, die alles durchdringt alles miteinander verbindet. Ein Kommunikationsmedium gewissermaßen, eine göttliche Energie, ein heiliger Geist, auch Chi oder Prana genannt. Durch Übung kann man lernen, sie stärker zu fühlen und auch in ihrem Fluß durch uns hindurch zu lenken.

Möchte man bewußt in Kontakt treten mit "dem Göttlichen" (denn unbewußt steht man immer in Kontakt damit), so geschieht dies meist zu einem bestimmten Zweck. Beispielsweise um Beistand für ein Problem zu erhalten, sich in einer Situation nicht allein zu fühlen oder eine Idee zu erhalten - ein Bild davon, wie man in seinem Leben weiter verfahren sollte.
Dabei besinnen sich viele Menschen ganz natürlich auf bestimmte Eigenschaften oder Aspekte, die ihnen nützlich und sinnvoll erscheinen um besser zu verstehen, besser in Kontakt treten zu können mit sich selbst - oder etwas anmaßend gesagt mit dem kleinen göttlichen Anteil in sich selbst. Und damit dem großen Göttlichen insgesamt.



Gott Vater und Göttin Mutter

Die mächtigsten und ursprünglichsten Aspekte überhaupt sind nach meiner Erkenntnis das "Wohlwollend-Väterliche" und das "Mütterlich-Geborgene". Der Gott (als) Vater, der Herr des wundervollen Himmels wird von vielen Menschen visualisiert, seine streitbaren Eigenschaften angerufen für tatkräftige Unterstützung im Leben.
Zwar etwas in den Hintergrund geraten aber immer noch vorhanden sind die weiblichen Aspekte, das Gefühl und die Einfühlsamkeit, das Verständnis und die Geborgenheit einer großen Mutter, der Ur-Mutter, der ebenso wundervollen Erde, die alles Leben hervorbringt. In anderen Regionen und auch Religionen haben sie ihre Beachtung noch nicht verloren - oder noch nicht im gleichen Maße wie bei uns.
Obacht: die katholische "sagrada
familia" besteht aus Maria,
Josef und Jesus !
Quelle: wikimedia
Um die "sagrada familia", die "heilige Familie", die eigentlich in jedem
polytheistischen Glauben vorkommt noch zu vervollständigen gibt es den Aspekt des Kindes, das die Familie zusammenhält, sie vereint. Das ganz unbedarft, unvoreingenommen und vor allem friedlich zwischen den fürsorglichen Eltern-Aspekten zu vermitteln vermag, einen neutralen Standpunkt vertritt.
Im Falle der christlichen Kirche hat sich dieser kindliche, neutrale Aspekt vor inzwischen mehr als zweitausend Jahren sogar in unserer Welt manifestiert: er wurde als Mensch in unsere physische Welt geboren und besaß ganz besondere Eigenschaften. Unschuldig und neutral war dieses Kind mit besonders vielen "göttlichen" Seelenteilen ausgestattet, besonders viel dieser göttlichen Energie durchfloß das Kind und brachte seine Aura zum strahlen. Es konnte viele Menschen auf wundersame Weise heilen und ganz wunderbare, geistvolle und inspirierende Geschichten erzählen.
Dies sind die drei größten Aspekte, an die ich glaube. Wohlwissend, daß dies lediglich Aspekte des "einen Göttlichen" sind.

Heißt das, ich verwende polytheistische Ansätze in einem monotheistischen Glaubenssystem... ? Oder ist mein Glaubenssystem streng genommen nicht mehr monotheistisch ? Oder sind das nur Gelehrten-Wortklaubereien von Leuten, die alles in Schubladen verpacken müssen ?




Götter und Heilige

Es existieren noch zahlreiche weitere Aspekte, Unteraspekte, verpackt in großen und kleinen Seelenteilen, und manchmal auch in menschlichen Körpern. Irgendwann nachdem ihre Körper nach deren Tod wieder verlassen wurden, beginnen sich die hinterbliebenen Menschen an ihre besonderen Eigenschaften zu erinnern und rufen sie zu sich, rufen sie sich in Erinnerung um das zu verstärken oder überhaupt erst zu ermöglichen, was ihnen auf dem Herzen, auf der Seele, liegt.
Bei alten, vor-christlichen Religionen unserer Breitengrade war es oftmals üblich, daß ganz besondere Menschen nach ihrem Tode in den Stand eines Gottes erhoben wurden. Aus Geschichten über sie wurden Sagen und später dann Legenden, ihre Taten immer fantastischer und wundersamer...
Vielleicht ist es nur eine begriffliche Spitzfindigkeit, diese besonderen Seelen "Götter" zu nennen. Ich denke das wäre Lugh, dem keltischen Alleskönner und Handwerker, als Mensch und auch nach seinem Tode egal gewesen. Die "Hexe" Ceridwen wäre vielleicht schon gern zu Lebzeiten als Göttin angebetet worden, aber das sei ihre Sache. Bei anderen Charakteren wie Arianrhod und Gwynn ist nicht klar, ob sie jemals als Mensch existierten oder schon immer der Anderwelt angehörig waren. Thyr und Wodan gehörten sicher schon immer der Anderwelt an, wirkten in unserer physischen Welt, aber unterlagen ebenfalls dem allgemeinen Lauf der Dinge: sie waren zwar super-mächtig, aber auch sie gingen hervor aus etwas noch "Urtümlicheren".
Die evangelische Kirche hat sich zwar davon losgesagt, jedoch bleibt die katholische Kirche bei ihrer Tradition, ganz besondere Menschen in den Stand von Heiligen zu erheben. Sie sind keine Götter, sie sind nicht Gott, aber ihre Merkmale und Namen kann man anrufen, um Fürbitten gegenüber "dem Göttlichen" zu leisten, seine eigenen Wünsche zu verstärken: dem heiligen Hubertus für eine gelungene Jagd, Christophorus für eine sichere Reise, Eligius als Schutz für alle Schmiede (vielleicht hat er Lugh ja abgelöst, die Namen klingen schon recht ähnlich....?) - und so weiter.
Oh ja, sicherlich wurden viele althergebrachten, lokalen Gottheiten abgelöst durch Heilige mit ähnlichen Eigenschaften. So sicher wie einige der damals nicht länger geduldeten Druiden zu christlichen Priestern und Mönchen wurden. Aber das soll eine andere Geschichte sein.

Sind alles in allem zu viele männliche Aspekte vertreten, vor allem in der westlichen Kirche, darf man nicht vergessen daß in vielen Religionen (zumindest in einer der ältesten Glaubenssammlungen überhaupt, dem Hinduismus) zu jedem männlichen (oder Yang-)Aspekt auch ein weiblicher (Yin-)Aspekt existiert hat. Denn es existieren immer beide Aspekte - sie bedingen und ergänzen einander.
Somit erwachen auch in unseren Breitengraden mehr und mehr weibliche Heilige und/oder Göttinen wieder zu neuem Leben. Statt der letzten "weiblichen Aus- und Zuflucht" in der christlichen Kirche, der heiligen Jungfrau Maria, alle nur erdenklichen Yin-Eigenschaften zuzuordnen, besinnen sich immer mehr Menschen der ehemaligen Göttinnen und Heiligen, die es einst gab. Mutter Theresa benötigt sicher noch ein Weilchen um auch in den Köpfen der Menschen zur Heiligen heranzureifen, aber ziemlich sicher wurde aus der keltischen Brigid, der Göttin der Erneuerung und des Beginns, die heilige Brigida von Kildare. Nur um ein Beispiel zu nennen.
Ich will nur hoffen, daß die moderne Göttinnen-Bewegung nicht den gleichen Fehler macht wie einst die männlich-dominante Kirche, indem sie nur einen einzigen Aspekt -hier den weiblichen- betont und den anderen komplett ignoriert...



Die Entstehungsgeschichte und das Ende der Welt

Eines der zentralsten Themen jeder Religion - woher kommen wir und die Welt, und wie werden sie enden, wenn überhaupt?
Darüber gibt es die unterschiedlichsten Geschichten aus allen Religionen. Da waren personalisierte Ur-Wesen wie Riesen, Ur-Kühe oder ein Schöpfer-Gott aus dem Nichts - oder dem Chaos.
Und wer hat diese erschaffen ? Waren sie schon immer da, nur einen Moment in ihrer Zeitrechnung, und sie erzeugten die Zeit selbst ?
In meiner Auffassung ist "das Göttliche" einfach da, ist die Summe aus allem. Zu einer Zeit, lange her, war alles eins  - das "Ur-Teilchen" - aus dem alles hervorging, das wir kennen. Das bereits zu jener Zeit alles enthielt, nur vielleicht in anderer Form, konzentriert in Zeit und Raum. Und irgendwann in ferner Zeit ist abermals alles was wir kennen -und noch nicht kennen- erneut umgewandelt. Vielleicht zieht sich unsere bekannte Welt wieder zusammen auf das eine Ur-Teilchen, oder alles verschwindet in andere Räume ... ? Wir werden es vermutlich nicht erfahren. Selbst wenn es im Moment stattfindet werden wir es vermutlich nicht einmal mitbekommen...



Der Tod

Was passiert, wenn man stirbt? Auch dies ist eine der zentralsten Fragen, derer sich alle Glaubenssätze annehmen. Es gibt viele Geschichten und Nuancen dazu, die ich alle auf ihre Weise für Wahr erachte.
Des Pudels Kern jedoch sieht für mich so aus: die Welt ist ohnehin voller Geistwesen, voller Seelen, egal ob mit oder ohne eigenen physischen Körper und egal ob in unserer physischen Welt wirksam und spürbar, oder in einer "Anderwelt". Stirbt nun der eigene Körper, sind Geist und Seele lediglich ihrer Manifestation beraubt. Sie sind immer noch da - unsterblich. Sie wechseln irgendwann über in die eigenen Träume, gewissermaßen in einer nie endenden schamanischen Reise.

Der Film
"Hinter dem Horizont"
zeigt sehr schön
die Vorstellung von
eigenen und geteilten
Traumwelten, wenn auch
stark christlich geprägt.
Jedoch - wie sieht diese Traumwelt aus ? Jeder Mensch träumt doch seine eigene Welt zusammen, hat ein ganz eigenes Universum in seiner Vorstellung ? Eine komplett eigene Phantasiewelt ? Und das ist auch richtig, wie ich finde!

Nur stehen alle individuellen Traumgebilde miteinander in Verbindung, man kann sie gewissermaßen besuchen, sich austauschen. Auch die physische Welt ist besuchbar - dann eben als sogenannter Geist oder Gespenst, oder als erneute Manifestation, sei es permanent durch eine (Wieder-)Geburt oder temporär durch eine In-Besitz-Nahme, eine "Besessenheit".
Ist die eigene Traum-Welt ein Alptraum, geprägt von Traumata und Schreckensbildern aus schlechtem Gewissen und üblen Lebens-Situationen, ist dieser Traum die "wahre Hölle". Dieser Traum währt solange, bis die schlimmen Bilder irgendwann geheilt und gestillt sind. Bis die Träume wieder "himmlisch-schön" werden, bunt und voller Liebe und Freude, dem eigentlichen Ur-Zustand. Man sagt, daß besonders traumatische Zustände erst nach Jahrhunderten unserer Zeitrechnung behoben werden. Solange kann ein Spuk dann andauern, ist dieser obendrein an unsere physische Welt gekoppelt, zum Beispiel durch einen gewaltvollen, plötzlichen und/oder grausamen Tod, durch etwas emotional Unbegreifliches, Unfaßbares.

Es gibt noch weitere Traumwelten auf der anderen Seite - einige davon haben eigene Namen und werden von allen Seelen geteilt, gemeinsam besucht und weiter geformt, ja vielleicht sogar erschaffen. Wie stellt Ihr Euch den "Himmel" vor, oder Valhalla? Annwn ? Nirvana ?




Die beseelte Natur und magische Orte

Die vor-kirchliche Welt war sehr bunt, sehr belebt. Es wuselte geradezu um uns herum von kleinen und großen Geistwesen der Anderwelt, das heißt ohne physische Körper. Mächtige und große Orte, wie Flüsse, Seen und Berge bekamen nicht nur eigene Namen. Ihnen wurden Charaktermerkmale zugesprochen, und mit diesen Eigenschaften, Aspekten, wurden sie geachtet und in Meditationen oder Gebeten visualisiert. Man könnte auch sagen, sie wurden verehrt und angerufen, aber das würde in diesem Fall ein falsches Bild vermitteln, als seien sie Götter. Sie wurden einfach als eigenständige, eigenwillige Lebewesen betrachtet.
Den großen Vater Rhein und die blaue Donau nenne ich hier immer gern als Beispiel. Ihre noch immer keltischen Namen fanden sich in der langen Liste "lokaler Gottheiten" wieder. Und ganz ehrlich: auch wir sprechen noch heute gern und mit Achtung von diesen beiden ganz besonderen Orten, ja "Wesen".
Die Kirche sieht besondere Orte gern als "göttlich" an, als Zeichen der Gegenwart Gottes, und erlaubt daß entsprechende Heilige zum Schutz eines Ortes als Patron zugeordnet werden. Zwar gibt es keine heiligen Schutzpatronen für Rhein oder Donau, wohl aber für die Kirchen und Kapellen, die entlang ihrer Ufer aufgestellt wurden. Das Beispiel funktioniert aber wesentlich besser bei heiligen Quellen und Berggipfeln... :-)



Kirche versus Religion

"Ich mag Gott, nur seine Fanclubs sind mir suspekt". Das höre und sage ich immer wieder. Es ist vieles geschehen in unserer Kirche in den letzten 2000 Jahren. Oftmals haben uns ihre Vertreter vorgeschrieben, was wir tun und denken sollen, was wir für Gut und Schlecht befinden sollen. Und dies ganz offiziell im Namen des einen Gottes, dessen Wort nur die Kirche zweifelsfrei zu deuten vermag, keinesfalls ein normalsterblicher Laie.

In meinem persönlichen Glaubensansatz stehe ich, das Individuum, respektvoll und auf Augenhöhe mit der religiösen Institution. Ihre Bevollmächtigten gebieten mir nicht. Nur mein eigener Glauben und meine Ethik tun dies.
Die Kirche und ihre Angestellten wären bescheidene Diener Gottes: sie interpretieren die religiösen Texte, vermitteln in meinen Zwiegesprächen mit mir selbst und der Ethik meines Glaubens (mit dem Göttlichen Anteil bzw. "Funken", der in mir steckt), sie erinnern und ermahnen mich an mein gesamtheitliches Heil zu denken und zu erhalten - nicht nur das Heil des Körpers, sondern auch des Geistes und der Seele, und sie helfen mir bei der Umsetzung durch Praktiken wie dem Gebet, dem Gottesdienst, mit ethischen Denkanstößen, nachdenklichen Pausen, mit Meditation und Ritualen. Und sie erhalten Rituale, Traditionen und besondere Orte am Leben, bewahren und schützen das gesamte nicht-analytische Gedankengut. Sie dürfen eine Interpretation desselben wagen um meine eigene Interpretation zu ermöglichen oder voranzubringen, aber sie dürfen nichts erzwingen oder als "gottgegeben" vorgeben. Es gibt kein Dogma. Und keine "heiligen Kriege".
Dies ist übrigens keine Kritik an der Kirche: sich so zu verhalten und genau diesen genannten Aufgaben zu widmen ist in vielen (moderneren) kirchlichen Texten und Neuinterpretationen verankert (z.B. hier: http://www.ekd.de/EKD-Texte/69230.html ).
Und so erwarte ich es von spirituellen Vertretern aller anderen Religionen auch, egal ob Islam, Schamanismus, Buddhismus (die das übrigens sehr gut machen, wie ich finde) oder Druidentum !


So, das war es möglichst kurz und knapp... es gäbe aber noch so viel zu erzählen - ich könnte beinahe ein Buch darüber schreiben :-)


Gehabt Euch wohl,
Euer ilfur