Waldgeflüster

Donnerstag, 4. Dezember 2014

4. Dezember - da war doch was?

Als ich eben auf meinen Kalender sah, dachte ich bei mir: "Hm, am 4. Dezember war doch was?"

Und dann fiel es mir ein. Heute ist Barbaratag. (oder auch St. Barbara). Es ist ein Gedenktag für die heilige
(c) by heiligenlegenden
Barbara von Nikomedia in Kleinasien.
Oft wird ja geschimpft, dass die Kirche Personen verfolgt hat und umgebracht hat. Diese Geschichte ist ein schöner Beweis dafür, dass auch auf der "anderen Seite" solche Vorfälle gab.

Die Tragödie um Barbara
Eine Legende aus dem 3. Jahrhundert besagt, dass Barbara, eine sehr schöne und kluge Frau war, die bei den Männern heiß begehrt war. Ihr Vater suchte einen Mann von gleichem Stand und Ansehen wie er es war für sie aus. Er war Heide. Sie wies alle Heiratsanträge ab. Sie besuchte eine Gruppe junger Christen, die sich trotz Christenverfolgung durch den damaligen Kaiser Maximinus Daia heimlich trafen. Sie entschied sich dafür zum Christentum zu wechseln.
Ihr Vater Dioscuros sperrte sie daraufhin in einen Turm. Damit wollte der Vater verhindern, dass sie zum Christentum wechselte.
(c) by Wikipedia
In ihrem Turm hatte sie Zeit nachzudenken und entschied sich einmal mehr dafür zum Christentum zu konvertieren. Sie bekannte sich jetzt auch gegen den Willen ihres Vaters zum Christentum. Da Barbara sich weigerte sich von ihrem christlichen Glauben abzuwenden, versuchte ihr Vater sie mit Marterungen und Peinigungen umzustimmen. Doch was geschieht, wenn Väter ihre Töchter umstimmen wollen? Genau! Sie erreichen damit das genaue Gegenteil. Sie ging sogar soweit, dass sie ein drittes Fenster als Ehrung an die Heilige Dreifaltigkeit in ihren Turm einbauen ließ.
Vom heiligen Geist erleuchtet, ließ sie sich in einem heidnischen Opferbecken (!) Taufen!
Ihr Vater war außer sich vor Wut und beschloss seine Tochter zu töten!
Sie entkam und fand Schutz in einem Felsspalt, der sich vor ihr öffnete, wurde aber schließlich doch von einem Hirten gefunden und verraten und von ihrem Vater an den römischen Statthalter Marcianus übergeben der sie zum Tode verurteilte.  In der Stadt wurde sie schließlich grausam misshandelt und gefoltert. Sie durfte keine Gnade erwarten! Ihre Haut hing am Ende in Fetzen herunter und sie wurde öffentlich mit Keulen geschlagen, ihre Brüste abgeschnitten und durch Fackeln gefoltert. Dioskuros der alle Qualen seiner Tochter mit angesehen hatte, erbat die zweifelhafte Gnade, die Rolle des Scharfrichters selbst übernehmen zu dürfen. Er trieb die nackte Barbara nackt auf einen Hügel wo sie hingerichtet werden sollte. Kurz vor ihrem Tod betete sie. An dieser Stelle jetzt gehen die Legenden auseinander. Die am häufigst verbreitete ist, dass in dem Moment des Gebetes ihr versprochen worden war, dass kein Mensch, der sie anrufe, ohne Sterbesakramente sterben werde. Ihr Vater schlug ihr den Kopf ab. Auf dem Nachhauseweg wurde ihr Vater vom Blitz erschlagen. Das soll damals im Jahr 306 an einem 4. Dezember geschehen sein.

Was hat es denn mit dem Barbara-Zweig auf sich? 
(c) by Traumreich
Der Legende nach, blieb Barbara auf dem Weg von der Felsspalte ins Gefängnis an einem Zweig hängen. Diesen stellte sie im Gefängnis in einen Becher mit Wasser und genau an dem Tage, an dem sie zum Tode verurteilt worden ist, blühte der Zweig auf.

Barbara Brauchtum
Im Burgenland ist die Tellersaat des Barbara-Weizens als "winterliches Grün" bekannt. Man streut Weizen oder Gerstenkörner auf einen flachen Teller und begießt sie mit Wasser und stellt es an einen warmen sicheren Ort. Zu Weihnachten ist die Saat dann aufgegangen.
Bis
heute werden am Barbara-Tag von Obstbäumen Zweige geschnitten und ins WAsser gestellt. Sie sollen zu Weihnachten blühen und den Glanz verdeutlichen, den das nicht enden wollende Leben mit sich bringt. Man verwendet dazu vor allem Apfel, Birne, Pflaume, Flieder, usw.

Gedanken 
Heute ist der 4. Dezember. Ob die Legende wahr ist oder nicht, kann ich nicht sagen. Aber ich möchte sie euch mit auf den Weg geben. Oft höre ich, dass die böse Kirche Menschen hat hinrichten lassen. Aber auch anders herum gibt es auf Heidnischer Seite Morde und Tötungen. Es schenkt sich nichts! Vielleicht ist heute einfach ein Tag, an dem man daran denken sollte, dass niemand, ganz egal an was oder wen er glaubt, verurteilt wird. Jeder Mensche sollte das Recht auf seinen ganz eigenen Glauben haben dürfen!
Wichtig ist, dass die Menschen überhaupt noch an etwas Glauben. Denn was wäre die Welt, wenn nicht ein klein wenig "Göttliches" in ihr bleibt?

Ich stelle heute einen Fliederzweig ins Wasser und Gedenke dabei ALLEN getöteten Gläubigen dieser Welt! Und wenn an Weihnachten die Blüten aufgehen, dann fühlt es sich für mich wie ein kleines Wunder an, in dieser kalten, tristen Welt.
Im kältesten und dunkelsten Winter ist Leben! Wir müssen nur daran glauben :)