Waldgeflüster

Montag, 10. November 2014

Der Ruf der Göttin

Erste Initiation und Versprechen an die Göttin

Ein Jahr ist es mittlerweile her, seitdem ich den Ruf der Göttin gehört habe. Ein Jahr war ich in ihrem transformierendem Kessel. Ein Jahr voller Hochs und Tiefs. Mir war, als hätte sie mich einmal komplett umgekrempelt. Ein bekannter Göttinnen Chant besagt: „Sie verändert alles, was sie berührt“ und es stimmt! 


In einem Jahr habe ich mich mit meinem inneren Kind ausgesöhnt, mich von vielen Dingen getrennt und bin auf viele Zauberhafte Menschen getroffen. Ich habe Inspiration gefunden und spüre einfach bei jedem Schritt, dass mich jemand umgibt und auf mich aufpasst. Ich habe meine innere Kriegerin erweckt und habe mich mit meiner Herzenskraft verbunden und meine Wildheit herausgetanzt. Ich bin in Berührung mit der UR-Frau in mir gekommen und nehme mir „Red Tent“ Auszeiten die mir sehr gut tun und mir sehr viel Kraft geben. Ihr seht, es gab viele Baustellen von denen ich gar nicht wusste, dass sie existieren.
Natürlich gab es auch Phasen in denen ich gedacht habe, dass ich von der Göttin verlassen wurde, aber meistens ergab es sich, dass in ihrem „Kessel der Stille“ verweilen musste, bis ich klar sehen konnte. Irgendwann- meistens ohne Vorwarnung überschüttete sie mich dann wieder mit ihrer Liebe. Jedes einzelne Mal- und mögen die Dinge die passiert sind noch so schmerzhaft gewesen sein- hatten sie einen höheren Zweck. Das hat mir gezeigt, dass ich Vertrauen soll- abgeben soll. Das war für mich als Stier natürlich überhaupt nicht einfach. Aber ich habe es im letzten Jahr gelernt. Danke große Göttin!
Das alles war für mich ein Grund erneut nach Glastonbury zu fahren und ihr- der großen Göttin ganz nahe zu sein. Ich wollte mich ihr weihen und ihr ein Versprechen geben, dass ich den Weg ab sofort mit ihr gehen werde. Mittlerweile habe ich die Ausbildung zur Priesterin bekonnen und fand, dass es ein schöner Schritt sei. 

Wir fuhren an Mabon in unser spirituelles Zuhause, nach Glastonbury. Oh wie herrlich war es, wieder in ihrer Nähe zu sein, die Kraft der großen Mutter zu spüren. In der Natur, in den Menschen in einfach allem. Doch auch hier zeigte sich, dass die Göttin keinesfalls macht, was ich möchte oder geplant habe. Sie hat ganz eigene Wege für mich- und das zeigt sie auch. Heute muss ich darüber schmunzeln - aber an dem ersten Abend dort bekam meine Planung gleich einen liebevollen Dämpfer. Bei einem Embodyment Event bei der eine Priesterin von Avalon sich in Trance bringt und die Stimme der Göttin aus sich sprechen lässt, wurde mir von meinem neuen Weg erzählt. Mit diesem war ich zu erst gar nicht einverstanden. Ich nahm meine kleine Göttin aus Holz (3 cm groß) fest in meine Hand und nachdenklich ging ich in unsere Unterkunft, ein B&B. Am nächsten Tag war eine Klangschalen-Massage im Goddess Temple und wieder sah ich exakt die Bilder von meinem neuen Weg vor mir... wie auch schon am Vorabend.
Mabon nahte und wir waren eingeladen mit Freunden ein Ritual im größten Steinkreis Englands zu zelebrieren. Wir schmissen uns natürlich in Schale und wurden von allen herzlich begrüßt. Dann sagte die Ritual – Leiterin, dass 2 Druiden krank waren und sie fragte uns, ob wir nicht etwas von dem Ritual übernehmen möchten. 
Ich spürte, dass es eine Aufgabe an uns war. Aber auch ohne dieses Wissen habe ich mich sehr geehrt gefühlt an so einem Kraftvollen Ort bei einem Ritual mitwirken zu dürfen. Ich rief den Wind an und erzählte auf Deutsch von meinen Mabon Gedanken die ihr auch im Waldgeflüster Blog finden könnt. Was für ein Moment. Danke an alle, die es möglich gemacht haben. Ich fühlte in die alten Steine hinein und war tief bewegt von diesem Ort und den Menschen dort.
Dann kam Mabon und ich verspürte das Bedürfnis auf dem Land der großen Nolava – der Göttin von Glastonbury spazieren zu gehen. Also machten mein Mann und ich uns auf. Wir wollten Gog und Magog besuchen. Zwei sehr sehr alte Eichen. Irgendwie kamen wir vom Weg ab und machten einen Umweg durch alte Baumaleen. Wie herrlich waren die Bäume und die Strecke – so anstrengend sie auch war- brachte Frieden in mein Herz. Später erfuhren wir, dass wir direkt durch die Alte Duridische Alee gegangen waren. Von den Eichen aus ging es dann zum Tor. Dort wollte ich Am Stein der weißen Schwäne noch meditieren während Marcel Tai-Chi machte. Dann gingen wir auf das Tor hinauf. Jeden Schritt ihres Labyrinths ging ich sehr bewusst – ich spürte so viel. Fast erschien es mir, als könne ich ihren pulsierenden Lebensschlag spüren. Herrlich. Oben angekommen machten wir Rast und genossen die wunderbare Umgebung die wir vom Tor aus sehen konnten. Dort Meditierte ich und sang einen Göttinnen Chant und betete zur großen Göttin und gab meine kleine Holzgöttin in die Erde als versprechen dafür, dass ich meinen Weg ab jetzt mit ihr gehen werde. Naja, zumindest versuchte ich es. Ich bekam die kleine Figur nur zu 2/3 in die Erde. Egal wie sehr ich auch grub – sie wollte einfach nicht tiefer in die Erde. 
Dann hörte ich die Stimme der Göttin in mir, die mir sagte, dass ich die Figur wieder mitnehmen sollte als Erinnerung für mich- damit ich die Versprechen die ich ihr gab nicht wieder vergesse. Sie bedankte sich und sang dann mit mir noch einen Chant. Nach 2 Stunden inniger Zeit auf ihrem Hügel gingen wir hinunter. Für mich war das die Selbstweihe. Ich dachte, das war es. Wir wollten uns noch die White Spring ansehen – diese hatte feste Öffnungszeiten und wir wussten nicht, wie spät es war. Als wir dort ankamen, fragte ich eine Frau, wie spät es denn sei. Sie lächelte und meinte: „Jetzt ist die richtige Zeit!“ und öffnete uns das Tor zur White Spring. Sie gab uns Kerzen in die Hand und Feuer und bat uns, die Kerzen überall auszutauschen. Die Kraft an diesem Ort ist einmalig stark. Die Frau fing dann an zu tönen und zu singen. Wir waren fast 20 Minuten alleine dort. Es kam mir vor, als dürfte ich bereits meinen ersten Dienst im Sinne der Göttin vollbringen. Ich zündete die Kerzen an und verteilte sie. Dann kam eine scheue dunkelhaarige Frau hinzu. Sie stand lange vor dem Marien-Schrein und dann hatte ich das Bedürfnis ihr eine Kerze zu geben. Sie fing an zu weinen, nahm sie und dann, dann fing sie an zu singen. Es klang irgendwie hawaiianisch, wunderschön und sehr kraftvoll! 

Welch ein Moment. Dann wurde mir plötzlich klar, dass ich noch nicht am Ende war mit meiner Selbstweihe. Ich spürte plötzlich einfach was zu tun war. Die Frau die uns hinein gelassen hatte, hatte gerade Räucherwerk angezündet und fächerte es mir zu. Ich ging zu dem Räucherwerk und ließ mich reinigen. Dann wusch ich mich im Wasser der Quelle. Ich ging zu dem Altar des Cernunos und versprach ihn und alle Tiere immer zu ehren und zu schützen. Ich versprach ihm und allen Lebewesen Respekt zu zollen. Dann ging ich zum Altar der Ahnen und versprach ihnen mich immer mit ihnen zu verbinden und sie zu ehren und ihr Andenken aufrecht zu erhalten. Ich spürte sie ganz dicht bei mir. Dann ging ich zum Altar der Maria und versprach niemals über den Christlichen Glauben schlecht zu reden und sie auch nicht zu verleugnen. 
Und dann, dann kam ich in die Höhle der großen Mutter. Ich versprach ihr noch einmal, dass ich ab sofort meinen Weg mit ihr gehen wollte. Ich sah das Feuer und die Wärme die sie ausstrahlte und fühlte mich wärmend umarmt. Ich hatte mir einen Tag zuvor im Temple Shop einen grünen Schulterumhang gekauft. Jetzt wusste ich auch warum. Ich trank noch einmal vom Wasser der Quelle und dann kamen wir die Tränen. Mich hat dieser Moment tief bewegt und berührt. Abends feierten wir dann in der Goddess Hall noch das Ritual mit den Priesterinnen von Avalon und ich durfte erleben, wie ihre Kraft wirkt. Ein wunderschönes Ritual aus dem ich vieles mitgenommen habe. Irgendwas sagte mir, dass ich genau sowas in Deutschland auch erleben werde – und ich freute mich!
Dann ging es Nachts nach Stonhenge wo wir mit weiteren Freunden das Mabon Ritual zelebrieren wollten. Dort konnten wir als Gäste sehen, wie die Menschen in Stonehenge Rituale feiern. Wie leicht und liebevoll und trotzdem voller Respekt. Ich habe dort vieles gesehen, was ich mit auf meinen Weg als Priesterin nehmen möchte. Als ganz besonderes Highlight wurden Marcel und ich dann noch von dem King Arthur Uther Pendragon in seinen Orden aufgenommen. Marcel als Druide und ich als Priesterin. Jetzt hatte es auch noch jemand laut ausgesprochen. Mich zur Priesterin ausgerufen. 

Wieder in Deutschland angekommen, wurde es erst einmal still um die Göttin. Ich stellte meine Göttinnen Figur auf die ich in den Quellen mit der Flame of Avalon in Glastonbury geweiht hatte, aber nichts geschah. Das wärmende Gefühl in meinem Herzen wurde plötzlich fast kalt. Ich vermisste die Göttin sehr und wusste gar nicht, was passiert war. Es hat fast 2 Wochen gedauert, bis ich innerlich alles verarbeitet hatte und dann meinen Weg ganz klar vor mir sah. Bis ich begreifen konnte, was die ganzen kleinen und großen Zeichen auf meiner Reise zu bedeuten hatten. So fügte sich dann eines nach dem anderen und am Ende ergab es ein klares Bild... und siehe da- plötzlich war es wieder da! Dieses warme, liebevolle Gefühl welches ich in ihrer Gegenwart spüre. Sie war wieder da. Und gleich fing sie wieder an mit mir zu arbeiten, sie schickte mich auf eine Schamanische Reise und gab mir Erkenntnis, begleitete mich über die Schwelle zu Samhain und ist jetzt wieder in jeder Sekunde da! Wunderschön! 

Ich habe mich so daran gewöhnt, ihr jeden Tag zu dienen und mittlerweile fällt es mir nicht mehr schwer. Ich bete jeden Tag zu ihr und wache morgens meistens mit irgend einem anderen Chant im Kopf auf. Ich bringe ihr Blumen oder kleine Geschenke auf den Altar. Es passt einfach zwischen uns ;) 


Im Nachhinein gesehen war die ganze Reise mit jeder einzelnen Station eine einzige Initiation und voller Situationen, die mir heute noch eine Gänsehaut nach der anderen über die Haut jagen. Ich danke der Göttin für diese wunderschönen Erlebnisse und freue mich auf meine weitere Ausbildung und auf meinen Weiteren Weg in ihrem Dienst. Ich bin sehr gespannt auf die nächsten Jahre.


Und schon wieder könnte ich laut singen und tanzen:

I walk with the Goddess
The Goddess she walks with me
She is the clouds up in the clear blue sky
She is the ground beneath my feet
She is the oceans and the falling rain
She is the spark that lights my way