Waldgeflüster

Montag, 27. Oktober 2014

Über den Pfad der Gerechten

Auch in Action-Filmen können tiefgründige, interessante Ansichten und Wahrheiten stecken.
Neulich hatte ich Lust auf einen solchen Film und wurde dabei an eine Idee, eine Wahrheit erinnert, die mich einst lange beschäftigt hat. Ich wurde recht überraschend und abrupt darauf gestoßen und mußte eben innehalten und nachdenken - und meine Gedanken niederschreiben :-)



Im Kult-Film "Pulp Fiction" wird immer wieder von einem Bibelzitat gesprochen, Hesekiel 25,17 . Dieses Zitat möchte ich kurz wiedergeben:

"Der Pfad der Gerechten ist zu beiden Seiten gesäumt mit Freveleien der Selbstsüchtigen und der Tyrannei böser Männer. 
Gesegnet sei der, der im Namen der Barmherzigkeit und des guten Willens die Schwachen durch das Tal der Dunkelheit geleitet. 
Denn er ist der wahre Hüter seines Bruders und der Retter der verlorenen Kinder. "

Das ist der Teil des Zitates, der mir sehr gut gefällt. Zwar stammt er tatsächlich NICHT aus der Bibel, sondern wurde von Quentin Terentino (dem Regisseur) und Samuel L. Jackson (dem netten Herrn auf dem obigen Foto) ersonnen. Der zweite Teil des Zitats hält sich deutlich mehr an die erwähnte Bibelstelle. Das ist der Teil, in dem es um Rache geht. Der Teil, der mir leider nicht so gefällt...:


"Und da steht weiter ich will große Rachetaten an denen vollführen, die da versuchen meine Brüder zu vergiften und zu vernichten, und mit Grimm werde ich sie strafen, dass sie erfahren sollen: Ich sei der Herr, wenn ich meine Rache an ihnen vollstreckt habe."


Der zweite Teil war wohl dazu gedacht denjenigen Hoffnung machen, die sich auf den "Pfad der Gerechten" begeben. Auf ihn gehe ich jedoch nicht weiter ein. Der erste Teil des Zitats enthielt hingegen eine besondere Botschaft für mich, eine Wahrheit, an die ich wohl dringend erinnert werden sollte. Es mag nur meine persönliche Wahrheit sein, daher nenne ich es lieber meine eigene Interpretation, wenn ich darüber erzähle. Und die lautet wie folgt:


Auf "Teutsch" gesagt ist die Welt voll von selbstsüchtigen Idioten und Arschlöchern, die anderen Menschen willentlich und zum eigenen Vorteil Schaden zufügen. Oder um wenigstens über eigene Defizite, ob selbst beigebracht oder von außen zustande gekommen, hinwegzutäuschen.
Wohl dem, der auf seinem Lebensweg, der gesäumt ist von solchen Leuten, sein ursprüngliches, positives und offenes Selbst zu erhalten vermag. Oder der es wie im Film geschehen wiedererhält: denn dem sei vergeben!
Wohl dem, der darüberhinaus in der Lage ist, gleichgesinnte Menschen auf diesem friedlichen und positiven Weg zu begleiten und zu beschützen. Solche Menschen seien die "wahren Hirten".

Ich versuche wirklich, mein offenes, positives Selbst zu erhalten, so gut es nur geht. Aber es misslang mir. Ich wurde irgendwann, steter Tropfen höhlt den Stein, zu einem "von denen". Große Verbitterung machte sich in mir breit. Sie hatten es beinahe geschafft. Beinahe...
Dieser innere Kampf geht noch weiter, und er dauert wohl ein Leben lang an. Erhalte ich mir oder besinne ich mich dabei trotz aller Enttäuschungen und Rückschläge auf mein ursprüngliches, positives Selbst, auf das offenherzige Kind, fühlt es sich für mich aber nicht einmal wie ein Kampf an... ich muß einfach nur "ich selbst" sein, mich nicht verlieren.

Naja das ist sicher leichter gesagt als getan, nicht wahr? Und es ist obendrein bemerkenswert wie ich finde, daß mir diese Wahrheit über meinen inneren Kampf vor Kurzem von einer Göttin im englischen Glastonbury ins Gesicht gesagt wurde. Aber das soll eine andere Geschichte sein.


Gehabt Euch wohl,
Euer ilfur