Waldgeflüster

Dienstag, 7. Oktober 2014

Samhain 2014 - Sterben kann gar nicht so schwer sein... bis jetzt hat es noch jeder geschafft



Hallo liebe Freunde :)

Nein, das ist nicht die Überschrift eines neuen Leitfadens zum Suizid- es ist ein Sammelsurium an Gedanken kurz vor Samhain. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber mit den dunkleren Abenden und den Nebeligen Morgen kommen bei mir automatisch auch Gedanken über die Dunkelheit und ja,... auch über den Tod.
Das Thema Tod hat uns dieses Jahr fest im Griff gehalten. In unserem Umfeld gab es einige Menschen und Tiere die gestorben sind. Besonders getroffen hat mich der Tod unseres Katers „Sammy“.
Unser Kater Sammy 
Selbstverständlich waren alle Tode schlimm. Aber dieser hat mich persönlich sehr berührt und bewegt. Sammy und ich hatten von Anfang an eine sehr enge Bindung zueinander. Ich war damals bei seiner Geburt dabei und habe ihm auf diese Welt geholfen. All die Jahre über haben wir immer voneinander gewusst, wie es uns geht und wann es besser ist sich aus dem Weg zu gehen. Sammy hat mich über ziemlich schwere Zeiten begleitet und oftmals wenn ich nicht mehr weiter wusste, kam er einfach zu mir und legte sich auf meine Brust und beruhigte mich durch sein tiefes schönes Schnurren. Anders herum war es oftmals so, dass ich die einzige war, die diesem doch sehr engstirnigem, stolzen Kater helfen durfte. Wenn etwas nicht in Ordnung war, war es, als wisse er, dass ich ihm helfen wollte und er ließ mich geduldig machen. Zum Schluss war er sehr krank. Seine Nieren haben versagt und am Tag seines Todes spürte ich einfach, dass er gehen wird. Er war so „leer“ und irgendwie schon weg. Wir brachten ihn zum Tierarzt und dieser Erlöste ihn. Er schlief friedlich ein. Wir begruben ihn an seinem Lieblingsort.
Wer jetzt glaubt, dass das Thema damit beendet ist, den muss ich enttäuschen. Denn jetzt fing es erst an. Die einen mögen denken, dass es reine Einbildung ist und manch andere werden uns beipflichten. Es geht hier nicht darum eine Meinung durchzusetzen, sondern von meinem puren Empfinden zu berichten und darüber zu Philosphieren.
Am Abend nach der Beerdigung saßen mein Mann und ich auf dem Sofa und schauten Fernsehen. Es war die Zeit zu der unser Kater für gewöhnlich sein Abend-Futter bekam. Plötzlich hörte ich unten die Katzenklappe und hatte das Gefühl etwas kam die Treppe hinauf. Meinem Mann erging es wohl ähnlich, denn auch er schaute zu der Treppe um zu sehen, ob unser Kater um die Ecke kommen würde. Körperlich war er natürlich nicht da... aber wir spürten seine Anwesenheit. Auch wenn wir nach der Arbeit nach Hause kamen, hatten wir das Gefühl, dass er auf den Treppenstufen sitzen würde und uns begrüßen würde, wie er es immer getan hatte.
Was ist da nur los? Spukt es jetzt bei uns? Ist es der Geist unserer Rastlosen Katze, der ums Haus schwirrt? Fragen über Fragen.
Wir sollten uns ansehen, was beim Tod überhaupt passiert. Altes Wissen lehrt uns, dass der Mensch aus mehreren Körpern besteht.
-Der Physische Körper, der nach dem Tod auf der Erde bleibt.
-Die Lebensenergie (Prana, Chi oder wie auch immer) wird ans Universum zurückgegeben.
-Und dann die feinstofflichen Körper (Mentalkörper= Geist, Kausalkörper= Intellekt, Suprakausalkörper= feinstoffliches Ego,) die nach dem Tod in die Existensebenen wie den Himmel oder die Unterwelt gehen.

Wenn jemand stirbt, dann hört der Physische Körper auf zu existieren. Das ist wohl allen klar. Aber was ist mit dem Rest? Mit dem Geist? Mit der Seele? Hört alles gleichzeitig auf zu existieren? Nein. Denn alle anderen Körper bleiben erst einmal bestehen. Aber wie lange?

Kennt ihr alte Bräuche um das Thema Tod? Diese zeigen sehr schön, dass die Menschen sehr wohl darum wissen, dass mit dem Tod nicht alles endet.
Fangen wir an mit der Krankensalbung, bei der der Priester dem Sterbenden noch einmal die Beichte abnimmt, damit dieser frei in den Himmel aufsteigen kann. Nach der eigentlichen Krankensalbung mit geweihtem Olivenöl folgt oft noch eine letzte Kommunion – eine letzte Wegzehrung- auch lat. Viaticum genannt.
Während der Tod eintritt, soll der Sterbende eine Kerze halten oder wenigstens von ihrem Licht angeleuchtet werden. Dieses ist ein Zeichen für die Erleichterung auf seinem Weg in die Ewigkeit. Diese Kerze wird auch komplett heruntergebrannt solange der verstorbene im Haus aufgebahrt ist und – wenn möglich- solange Wacht an seinem Bett gehalten. Dieser Brauch kommt daher, weil man früher nicht schlafen durfte solange ein Toter im Hause war, weil man sonst Gefahr laufen würde, dass der Tote, der seinen Körper verlässt einen mitnimmt. Es wurden sogar Tiere und Pflanzen aufgeweckt.
Unabhängig vom Glauben ist der Brauch, dass man dem verstorbenen Augen und Mund schließt. Dies dient dem Volksglauben nach dazu, dass der Tote seine Ruhe findet und nicht als „Wiedergänger“ oder „Nachzehrer“ ruhelos auf der Welt umherirrt. Meine Oma hat neulich wie selbstverständlich erzählt, dass früher den Leuten die Bibel unter das Kinn geklemmt wurde.
Nach dem Tod sollte jeder Spiegel im Haus entfernt oder umgedreht werden. Dem Volksglauben nach heißt es, dass derjenige der in den Spiegel sieht und das Gesicht des Toten erblickt, der nächste ist der sterben wird. Auch heißt es, dass sich der Tote, wenn er seinen Körper verlässt im Spiegel sehen und erschrecken könnte und dadurch keine Ruhe finden wird.
Alle Fenster sollten geöffnet werden damit die Seele aus dem Körper des Verstorbenen fliegen kann. Meine Mutter hat mir oft erzählt, dass sie damals, als sie noch klein war und die Toten Zuhause aufgebahrt wurden oft noch im Zimmer saß um zu schauen, wann die Seelen denn rausfliegen würden.
Alle Uhren werden angehalten als Zeichen dafür, dass der Verstorbene das Zeitliche verlassen hat.
Alle Flüssigkeiten (besonders Wasser) sollen ausgegossen werden weil man glaubte, dass die Seele durch Wasser geht und dann evtl. im Glas gefangen wird und nicht frei gehen kann. Niemand im Haus sollte zu der Zeit Wäsche waschen, Brot backen oder Spinnen. Die Typischen Arbeiten die dem Schicksal zugeordent werden.
Kurz bevor der Sarg für immer verschlossen wird, soll man noch einmal zu dem Toten gehen, ihm die Hand geben und um Verzeihung bitten. Man soll aber nicht zu viel über den Toten sprechen oder an sie denken. Dieses Verbot ist sehr alt und sehr weit verbreitet, denn im Volksglauben hatte man Angst, dass man die Toten zurückrufen oder sogar festhalten würde. Je nach Gebiete gab es allerdings das Gegenteil. Die sogenannten Klageweiber. Diese zeigten dem Toten durch ihr Geschrei, dass sie ihn sehr geliebt haben.

Was passiert aber nun, wenn wir uns nicht an diese Vorschriften oder vielmehr Ratschläge halten? Was passiert, wenn die Seele Umwege nimmt oder sich auf der Erde festsetzt? Spirituell arbeitende Menschen glauben, dass sich die „Seelenteile“ dann in das nächst kleinere Licht - der Aura eines anderen Menschen- begeben und dort mit ihm weiterleben. Wer jetzt denkt, dass es nur vereinzelt der Fall ist, der irrt. Forschungen auf Spirituellen Ebenen zeigen, dass fast jeder Mensch mit Seelenteilen behaftet ist. Diese sind nicht immer klar zu erkennen und werden oft sogar als eigene „Macken“ angenommen.
Wie werden wir diese „Behaftungen“ wieder los?
Nun, dafür gibt es verschiedene Wege. Der wohl bekannteste ist die Exorzismus. Hier geht die Kirche aber davon aus, dass Dämonen-Anteile an dem Menschen behaftet sind. Weitere Möglichkeiten sind unter anderem die Hypnose und Trancereisen.

Was ist aber jetzt in Sammys Fall passiert? Nach seinem Tode war er Körperlich nicht mehr anwesend. Sein Geist und/ oder seine Seele haben sich noch für einige Zeit (90 Tage) auf der Erde bewegt. Das ist übrigens dem Volksglauben nach auch der Zeitraum in der sich die Seele noch auf der Erde befindet um Abschied zu nehmen von der hiesigen Welt. Einige Religionen führen die oben aufgeführten Ratschläge deshalb auch 90 Tage durch. So anscheinend auch unser kater. Denn danach war plötzlich Ruhe. Ab und zu kommt er uns noch „Besuchen“ und wir hören Nachts die Katzenklappe. Aber das ist wirklich die Ausnahme. Er hat seinen Frieden gefunden und all'seine  Körper haben diese Welt verlassen.

Es naht Samhain. Und man sagt, dass in dieser Nacht der Schleier zwischen den Welten der Lebenden und Toten besonders dünn ist. In dieser Nacht ist es möglich, dass die Toten uns und wir die Toten besuchen. So sagt es der Volksglaube. Man stellt Lichter ins Fenster, damit die Toten den Weg finden und man stellt ihnen ein Gedeck mehr auf den Tisch, damit sie sehen, dass sie auch Willkommen sind.
Puh, das war jetzt ein viele vielleicht sehr schwieriges Thema. Ich weiß. Aber man sollte offen darüber reden und seiner Trauer und auch seinen Ängsten zum Thema Tod Platz geben. Und der Tod ist nicht immer ein hartes Thema. Kinder gehen zum Beispiel sehr Furchtlos mit ihm um. Ich möchte euch zum Abschluss noch etwas zum Schmunzeln mit auf den Weg geben:

Ein Vater ging mit seiner 4 Jährigen Tochter auf den Friedhof. Sein Vater lag dort begraben . Die Kleine fragte, was das zu bedeuten habe und der Vater sagte, dass Opa jetzt dort begraben sei. Das Mädchen sah lange auf das Grab und fragte dann ihren Vater: „Du Papa, hattest Du Opa eigentlich lieb?“ Der Vater sagte: „Ja, natürlich!“. Die Kleine fragte weiter: „Und Oma? Hat die Opa eigentlich lieb?“ Der Vater sagte: „Ja, natürlich!“ Die Kleine fragte ungeduldig weiter: „Und, vermisst ihr Opa denn nicht?“ Der Vater entgegnete ruhig: „Doch, natürlich!“ Dann meinte die Kleine: „Naja ihr seid ja selbst Schuld..., dann hättet ihr ihn vielleicht wieder ausgraben sollen!“

In diesem Sinne wünsche ich euch ein bewegendes Samhain! Und habt keine Angst vor dem Sterben! Es hat bisher noch jeder geschafft! Als Kind dachte ich übrigens immer, dass der Tod so sei, wie der tiefe Schlaf....wie ist es bei euch? Wie stellt ihr euch den Tod vor?

Eure Fenni