Waldgeflüster

Samstag, 6. September 2014

Mabon 2014 oder "...am siebten Tage ging der Regenwurm Surfen!"

Und am siebten Tage ging der Regenwurm Surfen!

Schön dass ihr euch wieder hier her verirrt. In unseren magischen phantasievollen Blog! Seid willkommen! Och, jetzt meckert doch nicht gleich übers Wetter! Soooo schlimm ist es doch gar nicht. Ja, es regnet. Ja gut- es regnet richtig viel! Aber ist das so schlimm? In meinem letzten Blog habe ich ja schon den Gedanken geäußert, dass der Regen für uns zwar schlimm ist, aber für andere Lebewesen genau richtig! Und prompt fällt mir dazu ein Bild von „Morticia Adams“ ein.

Darauf steht: „Normal is an Illusion! What is normal for the spider, is chaos for the fly!“

Wie ich jetzt darauf komme? Nun, ich möchte es euch erzählen. Als mich mein Mann am Sonntag vor die Tür jagte um Brötchen zu holen (ja, er hat mich noch fest im Griff ^^), regnete es in Strömen! Kurz nach meiner Grippe hatte ich keine Lust wieder krank zu werden und zog eine Schnute als ich sah, dass der Regen heftiger wurde, als ich Zuhause angekommen war. Ich stieg aus dem Auto aus um die Treppen zu unserem Haus hoch zu rennen aber dann sah ich ein ziemlich großes Rinnsal über das ich hopsen musste um keine nassen Füße zu bekommen. Mein erster Gedanke war: „Oh ne! Bitte keine nassen Füße!!“ Dann gingen die Gedanken weiter: „Wenn das Rinnsal hier schon so schlimm ist, dann ist das Hochwasser im Dorf mit Sicherheit nicht mehr weit“ und so wurde mit jedem Gedanken das Rinnsal schlimmer und heftiger! In meinen Gedanken stand ich schon am reißendsten Fluß überhaupt! … Plötzlich entdeckte ich etwas in dem Rinnsal. Ein Regenwurm ringelte sich genüßlich in dem Wasser. Ja, ich bin mir eigentlich fast sicher, dass er laut lachte und sich pudelwohl fühlte. Doch! Ich glaube, dass Regenwürmer Surfen können. Dieser Regenwurm ist in seinem Freundeskreis bestimmt ein ganz cooler. :)  *
Ich blieb eine Zeitlang dort stehen und beobachtete diesen Regenwurm der lustig weiter „surfte“.

Dann sah ich das Rinnsal an und dann kam mir in den Sinn, dass es meine ganz eigene Schwelle zum Schwellenfest an Mabon ist. Wisst ihr noch? Ich habe euch vor ein paar Jahren von dem Schwellenfest erzählt. Es geht darum, dass ihr an Mabon an der Schwelle vom „hellen Jahr“ zum „dunklen Jahr“ steht. Die Nacht und der Tag sind um den 21.9 exakt gleich lang! Alles ist im Einklang! Die helle Jahreszeit verabschiedet sich und übergibt die Herrschaft an die dunkle Jahreszeit.
Und dieses Rinnsal verkörperte für mich plötzlich diese Schwelle. Meine ganz eigene Schwelle. Ich stand noch auf der „hellen Seite“ des Sommers und ich musste da hinüber... in die „dunkle Jahreszeit“ hinein. Ich konnte auf beide Seiten schauen... Ich sah mir die Seite auf der ich noch stand – also die „helle Seite“ genau an! Ich erinnerte mich, was alles bis jetzt im Jahr geschehen war. Es ist schon verrückt, wie schnell so ein Jahr verrint. Und ehe man sich versieht, kommt die Herbst – und damit auch die Tag und Nachtgleiche.
Ich stehe noch auf meiner Seite – der „hellen Seite“ des Jahres. Noch ist Sommer.
Ist es nicht auch so, dass man sagen könnte „der Sommer des Lebens?“ Ja, jetzt bin ich noch jung, aber wie schnell kommt auch für mich und für euch der Herbst? Oftmals unmerklich wie dieses Rinnsal... Ich muss dem in die Augen schauen. Ich muss meinen Blick auf den Herbst als Jahreszeit richten und auch auf den Herbst in meinem Leben. Denn er kommt! Daran kann nichts und niemand was ändern! Aber wir können unsere Einstellung zu dem Thema ändern!

Darüber hinaus sollte ich aber auch meinen Sommer nicht vergessen – den Sommer als Jahreszeit und den Sommer meines Lebens. Alles als Gesamtes fest im Blick – das helle und das dunkle...damit ein Gleichgewicht entsteht. Ein Gleichgewicht aus Sommer und Herbst , aus Licht und Dunkel und aus der Erinnerung und der Zukunft. Denn nur, wenn alles im Gleichklang bleibt, bin auch ich im Reinen mit mir selbst.
Viele Menschen haben Angst vor der dunklen Jahreszeit. Sie haben Angst vor der Einsamkeit, der Stille und den dunklen Gedanken. Und ich kann sie verstehen. Wir leben in einer Gesellschaft, in der man oft allein gelassen und vergessen wird. Eine Gesellschaft in der sich jeder nur noch der Nächste ist. Für all diese Menschen wird der Schritt über die Schwelle bestimmt eine echte Herausforderung!
„Es ist doch eigentlich nur ein Schritt! Ganz einfach“ - so meint man. Und doch können und wollen viele Menschen diesen gar nicht gehen. Sie wollen am Sommer festhalten und das Licht behalten. Sie wollen ewig jung bleiben. Sie spüren, dass sie sich der Schwelle nahen, aber diese wird ignoriert. Der Kopf macht dicht und diese Schwelle wird zum größten Hindernis aller Zeiten!
Vielleicht sagt ihr jetzt vielleicht sogar, dass ich ja keine Ahnung habe und dass es nicht so einfach ist diesen einen Schritt zu gehen! 
Natürlich könnt ihr mitten rein hopsen- in euer Rinnsal-
 aber tretet dabei dem Regenwurm nicht auf den Kopf :)
Ganz egal was ihr auch macht, es zählt nur, dass es
euch dabei gut geht!!!  
Vielleicht ist das so. Vielleicht stehe ich nicht in euren Schuhen und weiß nicht, wie groß euer Rinnsal ist und ich kann und will euch gar nicht belehren! Das liegt mir fern. Aber während meiner Arbeit mit Menschen hat sich eine Empfehlung heraus kristalisiert, die ich euch einfach mit auf den Weg geben möchte.
„Traut euch! Geht diesen Schritt“ Geht ihn bewusst und lasst das, was auf euch zukommt nicht negativ werden! Schaut dem direkt in die Augen! Denn eine Hürde ist nur dann eine Hürde, wenn eure Einstellung sie zu einer Hürde macht.
Wisst ihr, auch ich stehe hier an dem Rinnsal. Am Übergang zur Dunkelheit. Wie ihr alle! Auch ich habe auch Angst vor den dunklen Zeiten im Leben (wie wohl jeder). Aber ich schaue mir mein Umfeld jetzt einfach mal bewusst an. Auf der „hellen Seite“ stehe ich! Dort unten zu meinen Füßen fließt das Rinnsal und auf der anderen Seite ist es auch genauso nass wie hier! Denn hier regnet es genauso wie dort auf der anderen Seite! Regen gibt es überall und er gehört zum Leben dazu wie aufgeweichte Brötchentüten (da fällt mir ein, dass ich langsam mal nach oben gehen sollte... ^^)... Das Schwellenfest naht und unser eigenes Rinnsal wartet auf uns! Und wenn ihr vor so einer Schwelle steht, dann denkt doch einfach daran, dass ihr diese Schwellen nicht ändern könnt! Und ihr wisst meistens, wie ihr drüber kommt. Ihr könnt eure Einstellung dazu ändern. Hopst einfach drüber! Und vergesst nicht, dass diese Schwellen wichtig sind ! Denn wo um alles in der Welt hätten denn Regenwürmer sonst die Möglichkeit zu Surfen?

In diesem Sinne wünsche ich euch ein schönes Mabon!

Und zum hopsen gibt es noch einen "Motivationsruf" von mir für euch: 
Wir Holländer sagen immer: "Tsjakkkkkka! Du schaffst es!" :)

* Für alle die jetzt aufschreien und sagen, dass ein Regenwurm gar nicht schwimmen kann: Regenwürmer haben keine Lungen und können somit nicht ertrinken. Aber sie könnten ersticken, denn sie brauchen Sauerstoff den sie über ihre Haut aufnehmen. Da es sich bei unserem Rinnsal um ein fließendes Gewässer mit ausreichendem Sauerstoff handelt, kann in unserem Fall der Regenwurm eine Runde surfen und dann wohlbehalten wieder an Land kriegen und einen Shake aus Erderkümeln schlürfen ;)