Waldgeflüster

Dienstag, 23. September 2014

Happy Equinox ! Mabon 2014 einmal ganz anders...

Es ist unglaublich schön, wie locker und fröhlich Jahreskreis-Zeremonien vonstatten gehen können. Und zugleich dennoch unglaublich kraftvoll und mit einer Wahrhaftigkeit wie ich es selten erlebt habe!
Wir konnten dieses Jahr gleich mehrere Zeremonien besuchen; es war wohl ein kleiner Ritual-Marathon, den wir uns in Südengland angetan haben. "Welcome to Glastonbury!", "Happy Equinox!" und "Bless You!" wurde uns dabei desöfteren locker-fröhlich entgegengeschallt. Eine kleine Fotostrecke soll versuchen zu vermitteln, wie die Tag- und Nachtgleiche im Herbst, dem zweiten von drei Erntefesten in England von Druiden und Priestern der Göttin begangen wird.

Teil 1, Avebury Stone Circle
Bereits am Sonntag trafen wir im Steinkreis von Avebury, dem größten Steinkreis Englands, auf zahlreiche Menschen in mehreren Gruppen, die eine "Equinox-Ceremony" abhielten. Einer Wasserzeremonie auf der Nachbarwiese mußten wir dankend absagen, denn wir wollten ja mit den Leuten ein Ritual begehen, die für den Avebury-Steinkreis als örtliche und mentale Wächter zuständig sind. Ja, jeder große Ort hat hier wohl einen eigenen Druiden...


Ich wurde auch eingespannt: durch das Eingangs-Portal kam
man nur an mir vorbei :-)
Es war jedem aber frei gestellt, sich im Ritual einzubringen:
da es sich um ein Gorsedd handelte, einem Ritual mit Vorträgen
eigener Gedichte, Lieder und Texte, erzählte Fenni eine Geschichte
von einem surfenden Wurm (die Ihr ja vielleicht schon kennt,
wenn ihr diesen Blog lest); Im Ritual selbst übernahm sie die
Anrufung der westlichen Himmelsrichtung.

Es gab in jedem Ritual sehr bunte Gestalten anzutreffen.
Neben einem sehr netten und feinfühligen Grünen Mann...
Traf man auch auf Einhörner , Engel und viele andere Gestalten =)

Dies ist ein Familienfoto der "durchführenden Ritual-Gruppe".
Weitere zahlreiche Gäste um den Kreis herum fotografierten oder machten auch mal mit...


 


Teil 2, Glastonbury Goddess Hall Equinox Ceremony
Diese Zeremonie fand in einer Halle im schönen Hippie-Städtchen Glastonbury statt. Alles was irgendwie zaubern kann oder magisch ist, trifft sich offenbar in Glastonbury ein und alle Vorurteile bestätigen sich dort: bunte Kleidung, Dreadlock-Frisur und ein Instrument umgeschnallt (Gitarre, Triangel, Zauberstab) ? Ganz klar, der/die gehört nach Glastonbury - kommt von dort oder will dorthin ! 
Einfach herrlich!!
Aber zurück zum Thema  - die Zeremonie in der Halle der großen Göttin durften wir nicht fotografieren, aber sie war ganz wunderbar kraftvoll, stimmungsvoll, erdgebunden, emotional, laut und leise, nachdenklich und lebenslustig!
td class="tr-caption" style="text-align: center;">Eine Göttin am Giebel... bei uns trifft man höchstens nur auf ein Kreuz :-)

 
Die Glastonbury Goddess Hall: Ein wunderschön bemaltes Gebäude
gleich hinter einer Kirche. Liebevolle Details könnt Ihr erkennen,
wenn Ihr das Bild anklickt und zu Euch zoomt! 
Eine Göttin am Giebel...
bei uns trifft man höchstens
auf ein Kreuz :-)

Der Altar in der Goddess Hall - mehr Fotos vom Ritual
waren nicht möglich. Das finden wir aber in Ordnung so !




Teil 3, Stonehenge Equinox Ceremony
Zu Sonnenaufgang wollten wir in Stonehenge sein, pünktlich um 6:40, um die aufgehende Sonne über den Steinen zu beobachten. Leider waren wir als Deutsche Gäste -ganz undeutsch- etwas unpünktlich. Die Sonne war , vielleicht zu unserem Glück, nicht zu sehen: dichter Bodennebel verhängte die Sicht und benetzte auch unsere Fotokamera.
Ein Bild der Sonne gleich nach der Zeremonie - mehr war
von ihr an jenem Morgen nicht zuerkennen.
Aber das Ritual konnten wir dennoch miterleben und gemeinsam mit den Druiden und Gästen feiern. Es war angeblich eines der letzten Male, daß Menschen den Steinkreis betreten durften. Ob dies nun wahrgemacht wird oder nicht - einmal in unserem Leben waren wir mittendrin !

Was für ein Gefühl, mitten in den Steinen zu stehen.
Und was für eine gespenstische Stimmung, früh im Morgennebel!

In einer unglaublich lockeren, fröhlichen Art wurde das Ritual für die Tag- und Nachtgleiche durchgeführt. Und doch merkte man zugleich, wie kraftvoll und "ernst-zu-nehmen" die recht bunten Druiden waren. Wahre Charakter-Köpfe, jeder einzelne von Ihnen! Ihre Kraft und ihre Aura kommt auf Youtube-Videos leider nicht annähernd herüber. Doch wen wunderts ?

Zwei der Charakter-Köpfe
mit unglaublicher Ausstrahlung !
Wir haben trotzdem zwei Videos für Euch hochgeladen, eines von einem Handfasting während der Zeremonie und eines von der fröhlichen Stimmung gleich danach, noch im Steinkreis.



Fenni und ich wurden nach der Zeremonie in den Druiden-Orden des Arthur Uther Pendragon aufgenommen. Wir leisteten einen Artus-Schwur auf Treue, Ehrlichkeit und Redlichkeit. Die Voraussetzung dafür war die Einschätzung und das Einverständnis von Arthur Umher Pendragon zur "Erhebung" oder auch "Raise" in den Orden, wie es die Briten sagen...



Und dann ging es auch schon zurück nach Glastonbury, wo wir nach einer Frühstückspause zur Equinox-Meditation in Chalice Garden strebten... Streß ? Neeein, irgendwie nicht... so ausgeruht war ich schon lange nicht mehr. Außerdem haben wir ja nicht nur Rituale besucht sondern noch viel mehr gesehen und erlebt. Aber das sollen andere Geschichten sein...



Teil 4: Chalice Garden Equinox Meditation
Der gut besuchte Chalice Garden in Glastonbury war Ort einer Meditation über Ausgeglichenheit und über die nun neu angebrochene Jahreshälfte, die durch die Tag-und Nachtgleiche eingeläutet wird. Für viele Menschen eine ruhige und besinnliche Art, dieses Fest zu begehen - mit anschließendem Kaffee und Kuchenverkauf vor Ort. Oder vielmehr Tee, denn wie wir erfuhren geht ohne Tee in England nichts vonstatten...!

Der gut besuchte Well (Brunnen) der sogenannten
"roten Quelle" in Chalice Garden
Eine geführte Mediation, geleitet von der Inhaberin
des Chalice Well Trust. Jede Religion ist willkommen -
und auch immer wieder vertreten.
Der Tee- und Kuchen-Teil nach der Meditation
Das war unser Mabon 2014 - zumindest wichtige Teile davon. Das alles war für uns wirklich sehr inspirierend - und auch ein wenig erschöpfend. Ich denke ich schlafe jetzt erst einmal gemütlich vor dem Fernseher ein und bringe meinen Muskelkater vom vielen Laufen, Tai Chi und Qi Gong der letzten Tage zum Schweigen...

Gehabt Euch wohl,
Euer ilfur