Waldgeflüster

Dienstag, 19. August 2014

Was Gott über "Burn-Out" wusste...


oder die Frage: Warum hat Gott keinen "Burn-out"?


Habt ihr auch schon einmal darüber nachgedacht? Wer ist dieser Gott von dem die christen reden und warum hat in meinem Umfeld gefühlt jeder zweite einen Burn-Out und er nicht? Er arbeitet ja so viel. Er ist immerhin CEO (Chief Executive Officer= Geschäftsführer) der Welt! Ein typischer Manager der eigentlich an 1000 Orten zur gleichen Zeit sein müsste und irgendwie ja auch ist... aber wie macht er das? Und warum wird er nicht krank?

Ich möchte diese Fragen noch ein wenig zur Seite stellen und erst einmal in mein Umfeld schauen.


In meinem täglichen Umfeld erlebe ich es immer wieder. Ein Freund von mir arbeitet jetzt schon längere Zeit wie eine Maschine, die immer auf Hochtouren und darüber hinaus läuft und irgendwann erhitzt, bis sie überhitzt und dann durchbrennt. Dann geht gar nichts mehr. Ein ausgebrannter Mensch kann - wie eine kaputte Maschine -  keine Wärme mehr geben und vegetiert vor sich hin. Kaputt ist kaputt, oder?

Wer glaubt, dass sich jetzt etwas ändert, der irrt. Oftmals wird den Personen noch viel mehr abverlangt! Gerade erst hörte ich von einem sehr engen Freund, dass er nach 3 Wochen Urlaub (den er dringend nötig hatte- Verdacht auf "Burn-Out") wieder in die Firma kam und sich die Arbeit auf seinem Schreibtisch verdreifacht (!) hatte. Nach dem ersten Arbeitstag spürte er Körperliche Reaktionen auf diesen Stress. Bluthochdruck. Das Hamsterrad hatte ihn wieder! Man erwartet von dieser völlig überhitzen Maschine, - von diesem völlig ausgelaugten Menschen-  dass sie/ er noch weiter arbeitet.

Und schaue ich weiter, sehe ich im direkten Umfeld einige Personen, die immer am Rande des „Burn-Outs“ zu stehen scheinen.

Schaue ich mir dann an, wie diese Personen leben, stelle ich oftmals eines fest. Es erscheint mir, als würden sie von einem unsichtbaren Geist auf ihrer Schulter begleitet, der ihnen immer wieder ins Ohr flüstert, dass noch Arbeit wartet oder sie morgen in der Firma, beim Kunden oder wo auch immer, noch etwas erledigen müssen, ein Geist der sie Nachts aufweckt und sie an den Stress erinnert, an die Berge von Akten etc. Der Geist kommt nicht zur Ruhe und so kommt auch der Geist in uns nicht zur Ruhe! Wer ist dieser Geist?
Unser Geist und unser Körper fühlt sich wie ein Hamster in einem Hamster-Rad.

Ich habe mir das Zuhause auch eine Zeitlang angesehen. Als Therapeutisch arbeitender Mensch weiß ich, wie wichtig Pausen in so einer Zeit sind. Klare, feste Pausen und ein strukturierter Tagesablauf mit vielen kleinen Pausen. Jetzt liest sich das so einfach. Mein Mann ist in einem Beruf der ihm sehr viel abverlangt und oft stand er vor mir und sagte: „Das geht nicht so einfach, da ist doch noch die Telefonkonferenz“ oder „da kann ich keine Pause machen, da hab ich das Gespräch mit...“. Ich erwischte ihn auch spät Abends und am Wochenende immer wieder, wie er beim ersten „Pling“ auf sein Firmen-Handy sah und dann noch "wichtige Geschäftliche E-Mails" beantwortete. Und das nicht nur ein Mal sondern immer und immer wieder. Seine Kollegen reagierten teilweise wütend, wenn er nicht sofort auf eine E-Mail reagierte! Seine Pausen wurden von Arbeit unterbrochen. Das Gleichgewicht zwischen Be- und Entlastung war komplett aus den Fugen geraten!

In einer Welt, in der es modern ist, immer erreichbar zu sein, gerät der Mensch schnell in Versuchung es auch zu sein! Feste Strukturen wie feste Arbeitszeiten, Feierabend, Pausen oder Urlaube werden aufgeweicht und fallen irgendwann komplett weg.

Schaut man im Moment in die Medien, liest man, dass ein großer Automobil-Konzern dabei ist, diese aufgeweichten Strukturen wieder zu reparieren. Eine Entscheidung die aufgrund steigender "Burn-Out" Zahlen in ihrem Unternehmen getroffen wurden. Sie haben ihren Mitarbeitern erlaubt, in ihren Urlauben eine Abwesenheitsnotiz für die eingehenden E-Mails einzurichten mit dem Vermerk, dass die E-Mail gelöscht wird und man sich im Notfall an die Vertretung wenden könne. Ein wichtiger Schritt in die erste Richtung! Hätte die Firma meines Freundes diese "Erlaubnis" schon gegeben, hätte er jetzt wahrscheinlich nicht diese Probleme. Dann wäre er aus dem Urlaub gekommen und hätte keine einzige aufgestaute E-Mail vorgefunden. Durchatmen und mit frischer Kraft wieder an seine Arbeit gehen können - ich wette, er hätte viel dafür gegeben!



Ich brauch mal ne Pause *japs* 

Wie oft höre ich den Satz: „Ich brauch mal ne Pause!“ oder „Ich brauche Urlaub“. Das Wort "Pause" kommt aus dem Griechischen und bedeutet „aufhören“ oder „unterbrechen“. Viele sagen jetzt wahrscheinlich, dass sie das doch wissen, und doch....
Sollte es nicht selbstverständlich sein, dass der Körper auch Pausen braucht?
Wisst ihr, was mir dabei aufgefallen ist? Ich lasse den Satz noch einmal auf der Zunge zergehen... "der Körper braucht Pausen". Und genau da, liegt in meinen Augen der Fehler. Denn nicht nur der Körper braucht Pause, sondern auch der Geist. Eigentlich sogar beide zu gleichen Teilen! Mein ICH braucht eine Pause!


Denn warum kommen wir nicht mehr zur Ruhe? Selbst wenn wir auf dem Sofa liegen und vermeintlich relaxen? Weil unser Geist noch aktiv ist und noch im Stressgeflecht gefangen ist. Wie kann Ganzheitliche Erholung stattfinden, wenn Körper und Geist nicht im Einklang sind?

Jetzt werdet ihr euch fragen, wie das gehen soll...

Nun, ich rate den betroffenen immer, während ihrer Pausen so zu leben, wie es die Mönche tun. Es muss Zeit für einen persönlichen Rückzug geben. Und dieser sollte in aller Stille geschehen! Kein Fernsehen, keine Stereoanlage, kein Handy. Schweigend! Stille! Der Geist muss die Möglichkeit bekommen „ungehindert“ zur Ruhe kommen zu können. Nicht abgelenkt von irgend einem Impuls wie Geräuschen, die eigene Stimme, etc. Die Seele verlangt nach dem Leben in Ruhe (Frieden)


Aussteigen und den Teufelskreis durchbrechen!

Versucht es einmal. Nehmt euch einen Sonntag Zeit nur für euch und begeht ihn schweigend, ohne Fernsehen und Musik und ohne Handy. Steckt das Telefon aus und besinnt euch ganz auf euch selbst! Auf euer ICH! Am Anfang fühlt es sich vielleicht komisch, ja vielleicht sogar lächerlich an! Veränderungen geschehen meist langsam, sie lassen sich nicht übers Knie brechen. Aber diese Ruhe für euren Körper und für eure Seele wird euch Stück für Stück wieder aufbauen und ihr werdet sehen, dass ihr manche Entscheidungen anders trefft und auf Dauer auch manche Dinge anders sehen werdet. Unser ICH möchte nicht in Äußerlichkeiten leben welches Fassadenhaft verkümmert – immer getrieben von Stress und Dingen die uns andere auferlegen.  


Und was hat Gott damit zu tun?

Nun, er wusste anscheinend über die Gefahren des „immer Präsent seins. Denn schon in der Bibel steht: Kommt alle her zu mir, die ihr euch abmüht und unter eurer Last leidet! Ich werde euch Frieden (Ruhe) geben! (Matthäus 11,28) Und nicht zuletzt war Gott es, der die erste Pause auf der Welt eingeführt hat! Denn steht nicht schon in der Bibel, dass Gott am siebten Tage ruht? Ich glaube, das ist der Grund, warum Gott keinen Burn-Out bekommen hat. Und Gottes Anhänger, die Kirche mit ihren Mönchen leben noch heute danach. Sie haben feste Zeiten am Tag an denen sie beten. Alle 4 Stunden wird – egal was man macht – die Arbeit fallen gelassen und es wird gebetet. Ich habe das für mich auch mal versucht. Es ist gar nicht so einfach während des normalen Jobs alle 4 Stunden eine Pause zu machen. Beten wollte ich nicht, aber kurz ans Fenster gehen, es öffnen und über meine privaten Gedanken sinnieren. Es hört sich so leicht an... aber es ist sehr schwer! Versucht es mal! Mir ist es die ersten Tag nur schwer gefallen, von meinen Themen im Kopf die voll von Arbeit waren umzuschwenken. Aber mit jedem Tag wurde es einfacher. Eine Art „Entgiftungskur“ für die Seele und den Geist, so kam es mir vor!
Mein ICH braucht eine Pause! 

Und die Kirche lebt es noch weiter aus. Ist euch einmal aufgefallen, dass man bei Beerdigungen sagt „Ruhe in Frieden“ oder wenn man eine Kirche verlässt oftmals mit den Worten „Geht hin in Frieden“ verabschiedet wird? Ich glaube, dass sind Sätze, die uns eigentlich daran erinnern sollen, dass wir zur Ruhe kommen sollen. Denn Martin Luther setzte das Wort „Ruhe“ mit dem „Frieden“ gleich. Und auch ein christlicher Leitsatz der Benediktiner „ora et labora“ - „bete und arbeite“ zielt genau auf dieses Gleichgewicht zwischen Körper und Geist ab. Körperliche Arbeit und Seelische Ruhe führen die Mönche ganz tief in ihr inneres ICH hinein. Diese Ausgeglichenheit spürt man sehr schön, wenn man ihnen gegenüber steht.

Ich persönlich glaube, dass Gott ganz genau um die Kraft der Pausen wusste. Die kleinen und die großen Pausen! Die Pausen für Körper und Seele! Und ich persönlich glaube, dass Ordnung, Klarheit und Stille wahre Wunder bewirken können! Es ist mit Sicherheit schwierig Grenzen zu setzen, ja ich gehe sogar noch weiter, ich glaube, dass „Burn-Out“ Menschen verlernt haben ihre eigenen Grenzen zu schützen und für sie einzustehen. Sie haben die nötige Distanz zum Job verloren. Und die Erklärung dafür ist ganz einfach: Der Schutzmotor in uns - unser Geist - unsere innere Stimme - ist ja permanent mit irgendetwas beschäftigt, und kann uns gar nicht mehr davor bewahren! Im Troubel der Welt hören wir gar nicht mehr richtig hin. Oder hören wir nicht mehr, weil ständig irgendwas murmelt, klingelt, redet etc? Um so wichtiger ist es, dass unser Körper wieder in Einklang kommt und die Pausen für Körper UND Geist eingehalten werden.



Denn nur dann bestimmen nicht mehr andere, wie wir zu leben haben!

Dann leben WIR!

Dann lebe ICH!