Waldgeflüster

Sonntag, 22. Juni 2014

Litha 2014

Der Zauber der Litha Nacht- Die Königin der Feen zeigte sich.
Titania, Aine, Maeve oder Mab genannt mit ihrem Hofstab:
ihren Glühwürmchen :)
Eine alte Legende sagt, dass Glühwürmchen nur glühen,
weil sie sich so für dieses Fest herausgeputzt haben.

Am 21. Juni ist die Sommersonnenwende. Auch Litha, Alban Heruin, summer solstice oder Midsommar genannt. Der längste Tag aber auch gleichzeitig die kürzeste Nacht begrüßen uns. Die Sonnenkraft hat an diesem Tag ihren höchsten Punkt erreicht und gleichzeitig tritt jetzt die "dunkle Jahreszeit" die Herrschaft an. Ab heute werden die Tage wieder kürzer und die Nächte länger. Mutter Erde steht an diesem Tage in ihrer vollen Fruchtbarkeit. Die Kräuter sind sehr stark und versprühen wunderschöne Gerüche. Zu Ehren der höchsten Feuerkraft werden große Feuer entfacht und Sonnenräder die Hügel hinunter gerollt.

Welch eine Farbenpracht! Litha 2014
Während der Vorbereitung zu diesem Ritual habe ich mir viele Gedanken gemacht. Es kam mir fast ein wenig seltsam vor. Jetzt- wo der Sommer noch nicht mal richtig durchgekommen ist- soll schon wieder alles vorbei sein? Seltsam. Und doch wahr. Meine Gedanken schweiften weiter. Die Herrschaft der Dunkelheit tritt an, wenn wir im Herzen noch gar nicht so weit sind- unaufhaltsam und oft nicht zu spüren. Der Lauf des Jahreskreises. Ist es so auch bei uns? Tritt in Phasen in denen wir sehr glücklich sind, automatisch irgendwann die "dunkle Seite" ihre Herrschaft an? Unmerklich?
Und tatsächlich kommt es mir oft so vor, als würde ich nie lange Zeit hintereinander absolut glücklich sein dürfen. Jetzt stimmt ihr mir vielleicht zu und euch fallen ganz viele Situationen ein, in denen es so war. Genau so!

Walisischer Beifuß- was für eine Kraft!!!

Je länger ich darüber nachdenke, um so friedlicher bin ich in dieser Situation. Denn, wenn wir wissen, dass es einfach der Lauf des Lebens ist, - das hell und dunkel sich abwechseln, dann können wir ganz anders mit der Situation umgehen. Können vermeintlich negatives einfach als positives sehen. Die Mutter Erde braucht diese "dunkle Phase" um sich wieder zu regenerieren und Kraft zu sammeln. Nichts lebt ewig, nichts blüht ewig und nichts ist ewig. Erneuerung ist wichtig! Und damit man sich erneuern kann, muss vorher erst etwas absterben, man muss sich trennen oder befreien. Und das ist nichts negatives. Es gehört zu unserem Rhythmus dazu.
Das Symbol von Chalice Well
Während dieser Gedankengänge beschloss ich ein Bild zu malen von einem Symbol welches mir Kraft gibt. In der höchsten Mittagssonne saß ich also draußen und malte. In diesem Bild, so glaube ich ganz fest, ist die Kraft der Litha Sonne. Vielleicht kann es mir in dunklen Phasen helfen,
mich daran zu erinnern, dass nach der Dunkelheit immer wieder das Licht kommt. Kennt ihr das? Wenn ihr zur Ruhe kommt, kommen auch die Gedanken...
so auch bei mir. Es ist Sommer. Alles ist hell und schön. Doch muss ich wirklich alles mit in die dunkle Jahreszeit übernehmen? Gibt es vielleicht Ballast in meinem Leben, der mir in der dunklen Jahreszeit nur zu schaffen macht? Was kann ich machen, um es meiner größten Kraft in der ruhigeren, düstereren Jahreszeit leichter zu machen? Was engt mich ein? Bei diesem Satz musste ich an eine alte Legende denken. Diese zeigt die Göttin Freya mit einem Beifussgürtel den sie in Vorbereitung an Litha trug. Dieser sollte ihr die Gifte des Körpers (physisch und psychisch) entziehen. In der Litha Nacht nahm sie ihn ab und übergab ihn mit allen Giften dem Litha-Feuer.


Fenni mit einem Haarkranz aus Beifuß
Inspiriert von diesem Bild bastelte ich mir einen Blumenkranz aus Beifuss. Hierzu nahm ich Walisischen Beifuss. Denn ich glaube ganz fest, dass der Ort, der einem
eh schon Kraft gibt auch sehr Kraftvolle Gewächse hat. Kopfsache vielleicht, aber wenn es hilft, ist es erlaubt ;)
Ich setzte mir also den Blütenkranz aus Beifuss fest auf und dachte eine ganze Weile im Rauch der Litha-Räuchermischung (9 Kräuter) nach und gab alles in den Blumenkranz.
Diesen übergab ich dann dem Litha-Feuer und bat Gott und Göttin um Hilfe.  Aber seht selbst:






Litha-Mischung: Bärlapp, Beifuß, Arnika, Thymian,
Dost, Arum, Kamille, Ringelblume und  Johanniskraut



Unser Feuerkorb voller Grüngut -
Marcel hat dem Garten geholfen,
sich zu befreien :-)
Kraftvoll sucht es sich seinen Weg. Es symbolisiert die höchste Sonnenkraft an diesem Tag
Meditation: Was muss ich tun um mich zu befreien?
Was engt mich ein? Was lässt mich nicht frei sein?
Was hält mich klein?


Einladen der Elemente, Götter und Wesen
Great mother, are you there?
Gereinigt hast Du mich, Beifusskranz! Hab Dank und leb wohl!
Mögest auch Du im nächsten Jahr wieder zu Deiner Kraft finden
Feelin 'the power of the Litha fire


Du liebe Sonne, versinnbildlicht durch das Feuer,
wir wünschen Dir für Deine Reise alles Gute
und geben Dir Kraft mit auf Deinen Weg.
Wir sehen uns wieder! Blessed be!
Alles vergeht damit es neu entstehen kann...
Und nun schlafe gut, erhole Dich, gute Nacht!






Mögen Gott und Göttin Dich segnen!
Dir ein warmer Wind begegnen,
möge das Flüstern im Baum
behüten Deinen Traum,
möge der Himmel vereinen
in der kommenden Jahreszeit
Dein Lachen und Dein Weinen

Blessed be!!!