Waldgeflüster

Montag, 10. März 2014

Masters of Shaolin Kung Fu

Es war für mich unbeschreiblich schön.... schon seit einer ganzen Weile mache ich Tai Chi und Qi Gong Übungen. Und nun (6.3., Liederhalle Stuttgart) trafen wir tatsächlich nach all den Jahren auf Menschen, die ihr Leben komplett nach buddhistischer Lehre, Meditation und Kampfsport ausgerichtet haben. Kämpfende Mönche. Ob nun direkt aus dem Kloster Shaolin oder einfach im Sinne des Klosters... egal! Es war einfach unglaublich.

Natürlich bestand die Show aus Demonstrationen ihres Könnens, und natürlich wurden beinahe alle Elemente so dargestellt, daß sie spektakulär erscheinen und unterhaltsam. Es mangelte eigentlich an nichts - Speere klatschten auf den Boden, Schwerter und andere teilweise sehr exotische Waffen sirrten und klirrten, unterschiedlichste (Tier-)Kampfstile wurden gezeigt, Mönche ließen sich mit Nagelbetten und Bambus-Speeren aufspießen ohne größeren Schaden zu nehmen oder durchwarfen eine Glasscheibe mit einer Nähnadel, so daß ein dahinter liegender Luftballon zum Platzen gebracht wurde. Das Ganze wurde eingebettet in den Rahmen der Geschichte um das Kloster; es ging um chinesische Kaiser, um das zeitweilige Verbot der Ausübung des Kung Fu, um die Geschichte eines der kleinen Schüler im Kloster - nur um das alles einmal kurz und ganz grob zu umreißen.

Eine so sanftmütige Ausstrahlung hatte ich nur selten
bisher erlebt. Am liebsten wollte ich sie alle behüten
und beschützen, sie auf keinen Fall verärgern oder
vergrätzen. Wahrlich sanftmütige, respekt-erweisende
und sehr respekt-würdige Menschen!
(Ausnahme: der schwarze Berg im linken Drittel des Bildes;
der durfte sich überglücklich mit dazustellen :-) )
Aber ganz ehrlich gesagt war es für mich wesentlich interessanter zu spüren, wie sich die "kämpfenden Mönche" einstimmten auf ihre Übungen. Wie sich ihre Bewegungen anfühlten. Wie sich die Mönche selbst "anfühlten", welche Ausstrahlung sie besaßen. Und ich muß sagen, es war ganz wunderbar. Ich beobachtete, wie die Kämpfer Energie sammelten und an bestimmte Stellen ihres Körpers lenkten, um keinen Schaden zu nehmen. Wie sie in Mitleidenschaft gezogene Stellen ihres Körpers beschwichtigten, indem sie dort die Energie verteilten. Bei einem der Darsteller wurde nach getaner Arbeit alle überschüssige Energie in einer mächtigen Welle von Glück, einem umwerfenden fröhlichen Lächeln dem Publikum förmlich entgegengeschossen, das fühlte sich an wie eine Glücks-Energie-Explosion :-)

Hier war ich noch zu aufgeregt, um ein
unverwackeltes Bild anzufertigen. Das tut
mir ehrlich leid für meine Frau.... !
Eine solche sanfte, respektvolle Art von Mensch hatte ich in unseren Breitengraden nur selten erlebt. Ich wurde an vielen Stellen ihrer Darbietung ganz sentimental. Eigentlich war ich immer unglaublich gespannt und mit jeder Faser meines Körpers war ich aufmerksam und mitfühlend mit jedem einzelnen Darsteller. ("ich habe mitgezittert" - auf meine Weise....)



Als die Gruppe dann nach allen kämpferischen Darbietungen eine Tai Chi - Form darbot mußte ich zuerst spontan lächeln um dann ganz unkontrolliert draufloszuweinen... es tut mir ja eigentlich leid für mein Umfeld daß ich mich den ganzen Abend so kindlich verhalten habe. Aber das alles hat mich Bäumchen-Umarmer einfach sehr glücklich gemacht und mir ganz, ganz viel (Kraft) gegeben ! Ein kleiner Ausschnitt der Tai Chi Darbietung in niedriger Qualität sei hoffentlich an dieser Stelle -vielleicht als Werbung für das Programm- gestattet:




Was mögt Ihr wohl fühlen, wenn Ihr solchen Menschen begegnet ? Was brächte Euch eine solche Darbietung ? Ich glaube gefühlt zu haben, daß viele der Zuschauer eher den ungewöhnlichen Kraftakten zugewandt waren und die "herkömmlichen" Kämpfe und auch Erklärungen eher gelangweilt wenn nicht gar übersättigt aufnahmen. Aber ich hoffe, ich irre mich da grundlegend..

Gehabt Euch wohl,
Euer ilfur