Waldgeflüster

Dienstag, 11. Februar 2014

Wurzel-Vision / Baum-Traum

Ein Gedicht über eine schamanische Reise


Die Welt rings um mich ist schwer und dunkel.
Hier sitze ich, trist, traurig und matt.
Meine Augen sind leer und ohn' jeglich Funkeln.
Mein bleierner Kopf sinkt langsam herab.

Eine Stille umgibt mich, nurmehr weißes Rauschen.
Ich schließe die Augen, ihm gänzlich zu lauschen.
Im Dunkel, im Rauschen, ganz in meinem Denken
seh' ich mich selbst sacht im Boden versinken.

Schon treiben Wurzeln aus Füßen und Händen,
die ins Erdreich sich graben, sich mit ihm verbinden.

Aus mir wächst hervor ein schöner, stolzer Baum
gleich ob der Himmel nun düster, ob heiter.
Fast schon vergessen, ein lang vergang'ner Traum
wächst der Baum immer fort, immer weiter.

Ich selbst bin die Wurzel dessen,
was aus mir erwächst.
Der Samen wurde längst gesetzt
und ist längst aufgegangen.

Aus mir selbst, meinem Bild über Wurzeln und Erde
fließt wieder Kraft mir zu, erneut aufzustehn'.
Hab' doch ich selbst gesät was ich bin, was ich werde,
wie weit meine Äste reichen, wie tief meine Wurzeln gehn'.


(trotzdem - oder genau deswegen ?)

Gehabt Euch wohl,
Euer ilfur