Waldgeflüster

Montag, 20. Januar 2014

Imbolc 2014 - Erinnert euch!

Erinnert euch!

Als ich gestern im Wald war, überkam mich ein alt bekanntes aber fast vergessenes Gefühl. Die Natur möchte „erwachen“. Schneeglöckchen bohren ihre Köpfe durch die noch harte Erde... Wie wunderschön war es, das zu sehen! 
Auch wenn der Winter nicht hart war und fast kein Schnee gefallen ist, so hat er mich doch dazu gebracht, dass ich in mich gekehrt bin und eine Art „seelischen Winterschlaf“ gehalten habe. Alles wurde einen Gang langsamer als ich es gewohnt war und ich spürte, dass ich ab und zu nicht mal richtig „in mich gehen“ konnte. Wie gelähmt oder sagen wir es anders - wie im richtigen Winterschlaf – fühlte ich mich. Mein Feuer brannte irgendwie auf ganz kleiner Flamme...
Quelle: minogue

Imbolc ist das Fest der Brigid. „Hüterin des Feuers“ so wird sie genannt. Sie löst die schwarze Göttin Percht ab, die den Winter beherrscht. Die schwarze Göttin, oh ja, sie hatte mich fest in ihrer Hand. Seit ein paar Tagen spüre ich aber, dass an mir „gearbeitet“ wird, dass ich wieder „wach“ werde im Geiste. Ich spüre eine Art der „Erlösung“ aus des Winters festem Griff. Die Schwere schwindet... Irgendwas in mir erinnert sich an das Leben...Irgendwas scheint an mir zu rütteln um mich zu wecken...

Eine Seite der Brigid ist ihre Schmiedekunst. Und genau so fühle ich mich im Moment auch. Wie ein schwarzes Schmiedestück. Von Brigid ins Feuer geworfen damit an mir gearbeitet, verfeinert, entschlackt wird. Und ich spüre, dass sie an mir arbeitet. Es ist, als würde mich ihr Feuer langsam aufwecken und mein eigenes Lebensfeuer entfachen.

Noch während der Winterzeit fragte ich mich oft, was in mir / was mit mir geschehen ist, dass all die Seiten in mir nicht mehr „berührt“ wurden. Die Welt sah in meinen Augen irgendwie anders aus! Dunkler, trostloser,...
Ich habe hin und her überlegt und Gründe gesucht um zu verstehen, warum ich plötzlich nur noch „auf halber Flamme“ gefahren bin. Warum alles so trist und dunkel ist. Depression? Burn Out? Man hört so viel... Und gestern im Wald kam mir dann die Antwort.
Es ist nichts von alledem!
 Es ist ganz einfach und auch natürlich! So wie die Natur, die Tiere, Geister und Wesen ihren Winterschlaf halten, so hat auch meine Seele ihren Winterschlaf gehalten. Alles in mir  ist zur Ruhe gekommen. Es gab keine großen Gründe oder Krankheiten wie „Depression“ oder „Burn out“ dahinter! Es war einfach mein seelischer Winterschlaf! Und der ist normal und nötig!
Und der Winterschlaf hat sogar sein Gutes! Wenn eine Pfütze zur Ruhe kommt, kann sich der Dreck absetzen. Durch die ganze Ruhe hat sich auch in mir viel "Dreck" und "Altlast" gezeigt und kann jetzt von mir ganz leicht „entsorgt“ und „rausgearbeitet“ werden. Die innere Heilung kann beginnen. Und schon fange ich an, es Brigid nachzutun und mich selbst ins Feuer – in ihr Feuer - zu geben und weiter an mir zu arbeiten, zu schmieden.    
Die Ruhe hat mir die Kraft gegeben, um zu erkennen, was in mir geheilt werden muss, woran ich an mir arbeiten muss, was ich entschlacken muss. Ich hatte Zeit mich zu erinnern...Zeit mich daran zu erinnern, wer ich eigentlich bin, Zeit neue Wege in mir zuzulassen, ... Zeit! Oh welch Kostbares Geschenk in einer so hektischen Zeit. Ohne den Winterschlaf hätte ich mir nie und nimmer so viel Zeit zum Nachdenken und „entschlacken“ genommen. Ohne diese kostbare Zeit hätte ich nie und nimmer so tief in mich hinein hören können. Ohne diese Zeit, hätte ich meinen neuen Weg nicht erkannt. Und ohne diese Zeit hätte ich meine nötige „innere Heilung“ nicht erkennen können.

Als ich gestern im Wald war, spürte ich, dass Brigid ganz bestimmte Seelenseiten in mir wieder zum erklingen bringt. Sehnsucht, Erinnerung, Lebensfreude … all diese Seiten waren im dunklen kalten Winter „eingeschlafen“. Sie hat mich tief berührt. Sie hat mich an mein Lebenslied erinnert und es mir vorgesungen... wie eine Mutter hat sie mich zärtlich durch ihr Lied geweckt. 

Die Natur ist zwar noch starr aber überall fühlt man, dass neues Leben erwachen will. Die Tage werden merklich länger und die Sonne geht jeden Tag ein bisschen früher auf. Und so mache auch ich meine ersten Schritte wieder aus meiner Winterschlaf Höhle heraus. Ich stecke neugierig meine Nase in die Luft und spüre, dass ich langsam wieder zu mir komme. Hallo Leben! Ich bin wieder dahaaaaaaa ;)
Durch die Erkenntnis im Wald, dass das Leben wieder zurückkommt, konnte auch ich mich wieder ganz tief daran erinnern, wer ich eigentlich bin. Ich konnte mich erinnern, dass ich aufwachen muss. Nur durch die Erinnerung daran, konnte ich den ersten Schritt wieder zurück zu mir selbst machen.

Oh schaut nur, die Sonne kommt heraus... die Sonne,... ja, ihre Strahlen berühren jetzt schon ab und zu den Boden. Die heilige Flamme der Brigid steht auch für die Sonne, die die Welt wieder aus ihrem Winterschlaf erweckt. Brigid als Hüterin der heiligen Flamme ist Patronin für Imbolc. Sie erinnert uns daran, dass sie als Hüterin des Feuers unser inneres Feuer nie komplett ausgehen lässt. Sie nimmt uns im Winter in ihren Schoß und lässt uns Schlafen. Sie hütet unser Lebensfeuer und erinnert uns zu Imbolc durch die ersten Sonnenstrahlen daran wieder aufzuwachen! Mütterlich behütend! Sie erinnert uns daran, dass Pausen wichtig sind! 

Danke Brigid!!!

Kommt, lasst uns den Bäumen und Tieren diese schöne Nachricht verkünden. Lasst uns an die Brunnen und Quellen gehen und Brigid danken! 

Und geht in euch! Schaut welche „Schlacke“ sich an eurem Boden abgelagert hat. Schaut, welche „Dreckschicht“ ihr noch aus euch rausarbeiten müsst. Erinnert euch daran, wer ihr eigentlich seid! Erinnert euch! Und wacht auch ihr zärtlich wieder auf- aus eurem eigenen Winterschlaf 


In diesem Sinne wünsche ich euch ein "lichtbringendes" Imbolc  

St. Brigid's Cross hung over door
Which did the house from fire secure
As Gillo thougt, o powerful charm
to keep a house from taking harm;
and tho'the dogs and servants slept,
by Brigid's care the house was kept
1735 Poem