Waldgeflüster

Mittwoch, 30. Oktober 2013

Die Legende von Kokopelli

Die Legende von Kokopelli
(unbekannte Quelle)
Es war ein sehr trockenes Jahr und der Glaube daran, daß es noch Regen geben würde, schwand dahin. Kokopelli, ein Meister der Magie, kam um zu handeln; sein Buckel, eigentlich sein Bündel mit heiligen Objekten, Medizin und Samen, welche er zum Handeln mitbrachte. Seine Flöte schien im Feuerschein zu leuchten. Um seine Zuschauer zu fesseln, nutzte er sowohl das reflektierende Licht als auch den Klang.
Die Federn seines Kopfschmuckes waren leuchtend rot, was den Eindruck erweckte er sein gebadet in der ewigen Flamme von Leidenschaft und Kreativität. Das Feuer der Fruchtbarkeit, das seinen Kopf krönte, erstrahlte auch von seinem Körper, während er sich vor dem großen Lagerfeuer hin und her bewegte. Als er sein Flötenspiel beendet hatte, wickelte er sie Flöte in leuchtendes, gewebtes Material und bot sie der Great Star Nation (alle Sterne des Himmels) zum Opfer dar. Seine Worte reichten bis zum hintersten Winkel des Pueblos. „Diese Flöte trägt die Musik der Sterne zur großen Mutter Erde und ruft die Blitz - Wesen auf sich mit ihr zu vereinigen“, rief er. „Diese Vereinigung wird ein Kind für das Volk hervorbringen, das sie eines Tages zu den Sternen zurück bringen wird, durch das Innere der Erde, von wo sie kamen.“
Ein kühler Wind von den hohen Bergen blies den Canyon hinauf und schürte die Glut des Lagerfeuers, welches in einer Windhose explodierte – den nächtlichen Himmel mit sternengleichen Funken erfüllend. Ein Keuchen des Erstaunens echote aus den Mündern durch die mondlose Nacht. Plötzlich gab das Licht, das die Feuer - Wesen warfen, so viel Helligkeit, daß jeder die große Anzahl der Wolken - Wesen sehen konnte, die sich am Himmel versammelt hatten, um Kokopellis Ruf zu beantworten. Noch einmal schrieen die Leute in Ehrfurcht über die Magie dieses Halbgottes, Halbmenschen, Kokopelli. Selbst schlafende Babys erwachten angesichts Kokopellis Magie. Mit Sicherheit würde der Regen die Three Sisters speisen und das Volk würde überleben.
Kokopelli bat die Anwesenden all ihre Tongefäße zusammen zu tragen, um damit den Regen aufzusammeln, damit er später genutzt werden könne. Die Blitz - Wesen schrien, daß es bald regnen werde.
Die Blitze gaben eine wahre Lichter - Show, bevor die rollenden Donner die Stille der Nacht unterbrachen. Die einzigen anderen Klänge kamen von den hetzenden Füßen in Sandalen aus Yucca – Fasern, die die Leitern rauf und runter rannten, um die Tontöpfe zu holen.  Eine Jungfrau stand verzaubert neben dem Hauptplatz und bewunderte die Lichter am nächtlichen Himmel, während andere wie wahnsinnig hin und her rannten. Kokopelli schaute in ihr wunderschönes, unschuldiges Gesicht, welches mit Staunen erfüllt war.
Er näherte sich ihr, seine Flöte immer noch haltend wie ein kleines Kind. Sie war erfüllt mit einem Frieden und einer Ruhe, die seine Neugierde weckte.
Warum holst Du Deine Tontöpfe nicht?“, fragte er sie. „Sie stehen alle schon hoch auf dem Berg“ antwortete sie. Als er sie nach ihrem Namen fragte, antwortete sie: „Ich werde Eisblume (Ice Flower) des Winterclans des Mais genannt.“ „Warum stehen Deine Töpfe bereits am richtigen Platz, Eisblume?”, fragte er. „Weil Deine Flöte mich rief, als Du den Canyon hoch kamst. Sie erzählte mir, daß Du Regen bringen würdest.“, antwortete sie. Kokopelli war fasziniert. Er lächelte auf eine wissende Art, welche sie erwiderte. „Dann bist Du die Eine“, sagte er.
Das Volk versammelte sich für das Dankgebet des Medizinmannes des Eagle Clans in dem Moment da die ersten Regen - Wesen die Mutter Erde berührten. Kokopelli nahm Eisblume bei der Hand und führte sie in die Mitte des großen Platzes. Alle Augen beobachteten das Paar auf dem Weg dorthin. Als das Gebet beendet war, legte Kokopelli die Flöte, immer noch eingepackt wie ein Kind, in Eisblumes Arm als Symbol, daß diese Frau seine Musik und Samen teilen wird.
Magie lag in der Luft und das Kind dieser Vereinigung würde die Magie dieser Medizin nutzen dem Volk zu helfen seinen Weg zurück zu den Sternen zu finden. Die Legende des Pueblo Volkes erzählt, daß sie nach der Schöpfung aus der Unterwelt hervorgekrochen waren. Nach dem Tod gehen die Geister ihrer Vorfahren zurück in die Unterwelt, bis es Zeit ist, wieder auf der Erde zu wandern. Kokopelli erzählte von einer Zeit vor der Schöpfung, als jede Person ein Funken des Feuers der Großen, mythischen, ewigen Flamme war, der auf die Erde fiel um fruchtbare Gedanken, Ideen und Taten auf der Mutter zu säen. Er erzählte ihnen, daß alle wie Feuerfliegen am großen Himmel werden, an dem Tag, an dem die Blutlinien der Tolteken und Pueblo sich vereinigen werden.
Die Azteken sagen, daß Eisblume der Erde einen Sohn gebar, der ein großer spiritueller Lehrer des Eagle Clans wurde. Seine Medizin war die Sanftheit seiner Mutter und das Feuer seines Vaters. Da Mesa Verde vor Hunderten von Jahren verlassen wurde, bleiben wir mit der Frage zurück: Verließen sie die Erde und leben jetzt im Sternenhimmel? Falls dem so ist, scheinen die Fruchtbarkeit und der Reichtum Kokopellis jede Nacht auf unsere Welt.



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