Waldgeflüster

Dienstag, 18. Juni 2013

Litha 2013 Gebrannte Kinder scheuen das Feuer nicht - aber sie achten es!



Litha... Das Jahr steht in voller Flamme und doch naht schon bald die Nacht, in der das Feuer der Sonne jeden Tag etwas schwächer wird. Litha. Ich habe schon oft erzählt, was Litha ist und was es bedeutet. Heute möchte ich euch ein ganz persönliches Erlebnis erzählen. Ich habe Litha am eigenen Körper erleben dürfen. 
Genau ein Jahr ist es jetzt her, seitdem ich an Litha mit dem Feuer in Berührung kam. Ein langes Jahr...
An Litha war es ein schweres Gewitter welches mir in Form von Blitzen zeigte, dass es dem Feuer egal ist, ob ich es mag oder nicht. Bis zu diesem Tag damals habe ich es gemieden, das Feuer als Element anzurufen, es zu akzeptieren, ich verstand nicht, dass auch ich das Feuer in mir trage...Und ich hatte panische Angst vor Gewittern!
An Beltane 2012 rief ich zum ersten Mal bewusst das Feuer an..während unseres Beltane Rituals... weil es nicht anders ging, und es erschien mir, als ob es aufwachte... das Feuer in mir... Aber noch zeigte es sich nicht... bis ...ja bis...
...zu dieser einen Nacht...Litha 2012... Das Gewitter von dem ich euch erzählte schlich mir förmlich durch jede Faser meines Körpers und ich spürte, dass sich irgendetwas in mir veränderte. Wir hielten draußen an einer Quelle ein Ritual ab und die Blitze zuckten wild und der Donner grollte so schwer und erbitterlich- ...Das Feuer zeigte mir seine Kraft! Als hätte es seinen Höhepunkt erreicht!
Mit jedem Tag zeigte mir das Feuer, personifiziert durch einen Mann, dass es mich zerstören kann aber auch wärmen kann. Und ich brauchte ein ganzes Jahr um zu verstehen, dass auch ich ein Kind des Feuers bin. In dieser Zeit nach Litha zog mich die Dunkelheit immer tiefer in ein seelisches Loch. Zufall, dass es an Litha eben auch darum geht? Dass die Sonne (das innere Licht und die Kraft) an Macht verliert und die Dunkelheit über uns kommt? Erst an Yule wurde mir so langsam wieder bewusst, dass da noch was in mir ist- mein persönliches Feuer und Licht...und ich verspürte den Wunsch wieder neu ins Leben zurückzukommen... Jedes Jahreskreisfest passte so unglaublich gut in diesem Lehrreichen Jahr.
Ich habe in diesem Jahr viel über mich und mein Feuer gelernt. 
Mein Feuer ist die Seelenwärme in mir - die Liebe zu allem.. und selbst dann noch, wenn ich eigentlich Wütend sein müsste...
Das Feuer lehrte mich, dass niemand anderes mir helfen kann als ich mir selbst. Es haben viele liebe Menschen versucht, mich in der schweren Zeit zu unterstützen, aber es war aussichtslos. Heute verstehe ich, dass mir niemand anderes als ich mir selbst helfen konnte. Denn wer sonst, hat Zugang zum tiefsten inneren meiner Seele? Niemand konnte das unkontrollierte Feuer in mir löschen oder es bändigen- außer mir selbst...
 Und trotzdem bin ich den vielen Freunden um mich herum von Herzen dankbar! Dankbar dafür, dass sie mir durch ihre Wärme geholfen haben nicht ganz zu erfrieren. Danke an jeden einzelnen von euch! Am meisten möchte ich Marcel danken! Du warst wie ein Leuchtturm im schlimmsten Sturm! Du warst mir immer wieder Rettungsanker wenn ich gar nicht mehr wusste, wer ich bin und wenn ich vor Schmerzen und Verzweiflung nicht mehr wusste wohin. Von Herzen Danke!
Das Feuer lehrte mich, dass ich Spielball der Flammen werden kann wenn ich mich aufgebe, wenn ich es die Macht über mich gewinnen lasse...ich lernte es... weil es mich verbrannte. Aber lasst euch sagen, ein gebranntes Kind scheut das Feuer nicht mehr! Aber ich achte das Feuer seitdem sehr! Vor allem mein eigenes.
Das Feuer lehrte mich, dass mir die Flammen nichts anhaben können, wenn ich Abstand gewinne, ab und zu mal einen Schritt zurück gehe und mir das Feuer der Zerstörung aus sicherer Entfernung ansehe... und mit dem Wind, Erde und dem Wasser im Zaum halte. Damit alles in mir wieder ins Gleichgewicht kommt.
Das Feuer lehrte mich, dass Wärme alle Kraft meines Lebens ist. Und zwar die Seelenwärme in mir. Liebe.
Das Feuer lehrte mich, dass es an mir selbst liegt, ob ich im Dunkeln stehen möchte oder ob ich mich traue, das Feuer zu nutzen um Licht ins dunkel meiner Seele zu bringen, Wärme und Geborgenheit damit hervorzurufen. Es liegt an mir...Ich habe immer die Wahl!
Und wenn jetzt an Litha die Dunkelheit langsam wieder ihre Macht erlangt, dann werde auch ich mich wieder in die dunklen, ruhigen Wälder unseres Traumreichwaldes zurückziehen und zur Ruhe kommen. Aber ich werde mich daran erinnern, dass es das Feuer gibt und dass es nicht nur zerstören kann, sondern mir auch in tiefster seelischer Dunkelheit Kraft, Trost, Licht und Wärme geben kann. Ich muss es nur anzünden. Mein eigenes Seelenfeuer entfachen - …
Ich habe immer die Wahl!
                                           ...und ihr habt sie auch!!!
Unaufhörlich dreht das Rad der Zeit
dunkle Tage nicht mehr weit.
In voller Blüte der Sonnengott steht,
mit heißen Winden die Felder umweht.
Wenn der Gott als Gemahl vor die Göttin tritt,
die Hexen tanzen in wildem Ritt.
Brennt die Feuer, erhellt die Nacht.
Singt, tanzt, bis die Glut entfacht.
Nährt die Flammen, nährt sie geschwind,
zu schnell sie erlöschen von eisigem Wind.
Dreht, tanzt, bevor die Sonne sich wendet,
und der Zenit der Kraft sich neiget und endet.
Sieht man Geister auf und ab,
sieht am Kirchhofszaun sie lauern.
Und die Elfen, die mit Tanz
Hekates Gespann umhüpfen
Und, gescheucht vom Sonnenglanz,
Träumen gleich,
wieder ins Dunkel schlüpfen.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein wundervolles Litha! 
Kommt auch ihr langsam wieder zur Ruhe...