Waldgeflüster

Montag, 14. Januar 2013

Unaufdringliche Gedanken zu Imbolc




Ich schaue aus dem Fenster. Es schneit. Es schneit...
Es ist gar nicht mehr lange hin bis zum 2. Februar - Imbolc. (Eigentlich am 2. Vollmond nach Yule- also der 27. Januar). Das Fest an dem das Licht zurück kommt.
Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich habe letzte Woche bereits einen ersten Atemzug vom nahenden Frühling gespürt. Ich war draußen im Wald unterwegs und plötzlich war es da! Dieses Gefühl... herrlich und befreiend. So befreiend als hätte jemand die schwere Decke der Dunkelheit von mir und meiner Seele abgezogen.
Und dann, als ich so spazieren ging, fiel mir ein Spruch ein, der meine Familie schon lange begleitet:

„Immer wenn Du denkst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her“

Ich glaube, diesen Spruch kann man mit Imbolc in Verbindung bringen. Ich glaube, dieses Gefühl in dem Spruch ist ein Stück ganz alte Magie! Sympathische Magie wie ich finde. Denn wer kennt es nicht? Die Dunkelheit und tristesse des Winters? Die persönlichen Seelenwinter? Das Gefühl, dass man in der ganzen Dunkelheit langsam wahnsinnig wird? Ich glaube, es ist jedem von uns schon so gegangen. Diese ganzen dunklen Gefühle...

Imbolc ist für mich eine gute Gelegenheit diesen Gefühlen in mir Raum zu geben und meinem inneren Licht ein wenig auf die Sprünge zu helfen.
Imbolc ist das erste „sich regen“ in Keltischen Jahreskalender. Wenn ich mit offenen Augen durch die Natur gehe, sehe ich, dass sie langsam (ganz langsam) erwacht. Erste Schneeglöckchen zeigen mir, dass unter der Erde (die im Moment noch im festen Griff von der Eiskönigin ist) doch Leben ist. Und allem zum Trotz bohren sie ihre kleinen Köpfe durch die gefrorene Erde.

Die Schneeglöckchen erinnern mich daran, dass tief in mir noch Leben ist und das da noch mehr in mir ist...

Wusstet ihr, dass der Name Februar in dem wir Imbolc feiern von Feburarius (mensis) „Reinigungsmonat“ (februum= Reinigungs-, und Sühnemittel) stammt? Ich denke, das spricht für sich. Und so fange ich an geistigen Frühjahrsputz zu machen. Und es ist Zeit, dass ich mir Fragen stelle...
Brauche ich wirklich alles an Zeug und Dingen um mich herum?
Gibt es Verbindungen in meinem Leben, die „abgestorben“ sind?
Was möchte ich aus meinem Leben ziehen lassen?

Wenn ich in mich hinein sehe möchte ich keine Stapel von unerledigten Arbeiten sehen, keine Probleme die sich türmen - ich möchte frei sein. Ich möchte frei atmen können und Platz machen für mich und viele schöne Dinge.
Imbolc ist das Fest der keltischen Göttin Brigid. An Imbolc wird die Brigid gerne als Dreifaltigkeit dargestellt. Ich persönlich glaube, dass diese Darstellung alle Aspekte in einem selbst sind, die zu dieser Zeit wieder erwachen und die hinaus möchten. Die Winterschlaf gehalten haben um Anlauf zu nehmen, uns neue Kraft zu geben.
Bald ist Imbolc, und vielleicht bekommt ihr ja auch Lust eure Seelen zu „putzen“ und zu „reinigen“. Euren eigenen seelischen Frühjahrsputz zu machen.
Denkt dran: „Durch ein geputztes Fenster scheint die Sonne viel heller und klarer und Wärmer“ und das brauchen wir nach einem dunklen, kalten Winter doch alle :)