Waldgeflüster

Freitag, 28. Dezember 2012

Rauhnächte 2012/ 2013


Rauhnächte...

Tiefer Schlaf liegt über Wäldern, träumend in der Winterzeit...
doch hört... es rüttelt an den Fensterläden... der Wind jault...hört ihr es raunen?
Wildes raunen in der Nacht? Lasst euch sagen, die rauen Tage sind entfacht! Eine "Wilde Jagd" ist entfacht. Odin jagt die Percht vor sich her. Ein Zug aus Ahnengeistern in grauen Gewändern, wie hungrige Wölfe die in der kalten, klaren Nacht umherstreifen und nach dem warmen Blut der lebenden sich dürsten. Seelen die Rache fordern! Die nach Gerechtigkeit rufen! Sie senden Ahnungen! Gib auf Dich acht!!! Kehre ein in Dein Haus und halte Wacht! Lasse die Räder still stehen! Dann wird der grausige Jagd-Zug an Dir vorübergehen! Hänge keine Wäsche hinaus in den Wind, Krankheiten und Unglück von den Dämonen in den Lüften sind! 
Aber höre hin! 
Nimm an, was Du erfährst in diesen raunenden Nächten,
hör zu, sei da, lausche dem Wind und seinem Treiben. Lautes Getöse- altes vergeht- neues entsteht! 





Eine Geschichte/ Sage für euch:
Ein an sich recht schweigsamer Hirte erzählte ab und an folgende Begebenheit von der "Anderen Welt" oder "Gegenwelt", wie er sie nannte: Am Tag vor Lucia musste er nach seinen Schafen, die in einem Stall auf einer Waldlichtung eingepfercht waren schauen. Eigentlich gab es nicht direkt einen Grund - ein Gefühl zwang ihn dazu. Bei seinen Schafen angekommen setzte ein Schneesturm ein, wie er ihn noch nie erlebt hatte. In kürzester Zeit war Weg und Steg unter ungeheuren Schneemassen begraben. Es blieb ihm nichts anderes übrig, als bei seinen Schafen zu nächtigen. Mitten zwischen den wolligen Leibern war er vor der großen Kälte geschützt. Die Schafe drückten sich ganz eng zusammen und man hörte nicht einmal ein Schnaufen. Um Mitternacht wird er von merkwürdigen Geräuschen wach. Es klingt wie ein fürchterliches Schmatzen, dazwischen das Brechen von Knochen und ein ein Weh- und Achseufzen. Durch eine Ritze im Stall schaut er neugierig in die Nacht und was ihn da erwartet, lässt ihm das Blut gefrieren. Ein unendlicher Zug von absonderlichen Gestalten zieht am Waldrand vorbei und verschwindet im Berg. Wölfe, so groß wie ein Holzschupfen, rußschwarze Männer mit Buckelkraxen, aus denen das Gewimmer kam. Der ganze Zug, der nicht enden wollte, war überzogen wie von mächtigen Spinnweben, aus denen es gallig und schleimig troff. Dann war der Zug endlich ganz im Berg verschwunden. Als der Hirte am nächsten Tag zurück ins Dorf kam, erkannte ihn keiner. Über Nacht war er schlohweiß geworden. Im Dorf hatte es nicht eine Flocke geschneit.





Der Mond und das Sternenlicht wird Dich führen, es öffnet Dir verborgene Türen! Räuchere mit Salbei und Wacholder, so verschwinden die Dämonen mit Gepolter. 
Wandere mit mir in der Tiefe der Nacht, kommt Visionen, erwacht! 
Träume geboren aus eigner Macht, wir weben die Welt heute Nacht!

Passt auf euch auf!!! Blessed be!!!



(inspiriert von Jeanne Ruland)