Waldgeflüster

Mittwoch, 5. Dezember 2012

„God is a lie“ oder „der etwas andere Jahresrückblick“

 „God is a lie“ oder „der etwas andere Jahresrückblick“

Dieses Jahr hat sich in meinem Leben sehr viel getan. Ich habe selten ein Jahr so intensiv erlebt wie dieses Jahr. Menschen kamen und gingen, kreuzten meine Wege und verließen sie auf ihren eigenen Pfaden wieder. Die Höhen waren sehr hoch und die Tiefen waren sehr tief.
Einige von euch wissen ja bereits, dass ich dieses Jahr im Juni einen Menschen kennengelernt habe, der mir sehr nahe steht. Der mir etwas vergessenes in meinem Leben wieder vor Augen geführt hat und der mich wieder „in Verbindung“ mit MIR gebracht hat. Ich nenne diesen Menschen liebevoll Mephisto.
Nicht, weil ich der Meinung bin, es mit einem Dämon in Menschengestalt zu tun zu haben, sondern weil er mich sehr an den Mephisto aus Faust erinnert. Er ist ein Lehrer für mich.
Diese Verbindung zu ihm war nicht immer einfach und ich wäre fast an ihr zerbrochen. Der Weg dorthin, wo ich jetzt stehe, war sehr schmerzhaft und steinig! Aber jetzt, wo ich hier stehe, erkenne ich, dass jede Träne die ich geweint habe, jede Verzweifelte Minute einfach nur ein langsames heranführen an meine eigenen Grenzen war und an meine eigenen Sehnsüchte.
15 Jahre gibt es mich jetzt schon als „Hexe“ auf dem „alten Pfad“. Für mich war die Hexe nie eine Frau mit Hut und Hokus Pokus. Es war vielmehr der Versuch die Herzen der Menschen wieder wachzurütteln und sie wieder im Einklang mit sich selbst zu bringen, ihnen Wärme zu geben und für sie da zu sein.
Die Menschen die mich kennen, wissen, dass es mir nie darum ging, Profit aus dem zu machen, was ich mache. Das es mir nie um Ruhm oder Ehre ging, sondern wirklich um den Menschen der vor mir steht. Jeden einzelnen habe ich in mein Herz geschlossen.
Und genau deswegen, kam es mir ja auch wie blanker Hohn vor, als ICH plötzlich diejenige war, die wieder mit sich selbst in Verbindung gebracht wurde. Und das auch noch ohne es zu wollen.
Und ich muss zugeben, ich habe mich lange einfach nur dagegen gewehrt. Denn eigentlich bin ich doch die Starke. Eigentlich bin ich diejenige die für die Menschen da ist. Eigentlich...
Ja und dann kam eine sehr „tiefe“ Phase – das war im September , kurz vor meinem Urlaub. Ich fühlte mich einfach nur entwurzelt und die ständigen „Angriffe“ (wie ich sie damals noch empfand) des „Teufels“ (Mephisto) raubten mir jegliche Kraft. Es erschien mir, als würde er mich komplett zerstören wollen.
Das ganze riss mich in so eine schwere Depression, dass ich erst einmal gar keinen Ausweg sah. Ich hatte mir den Baum schon ausgesucht und hielt eines Tages direkt drauf zu. Als ich dann kurz vorher abbremste wurde mir klar, dass ich an meinem Leben hänge und das ich verdammt nochmal aufstehen muss. Ich erkannte, dass ich auf einem mittlerweile „toten Weg“ unterwegs war und wusste, dass ich etwas ändern musste um wieder aufrecht gehen zu können.
Ich bin ein Mensch, der kann sich solche Entschlüsse am besten verinnerlichen, in dem er sie „sichtbar“ werden lässt.
Fast erschien es mir wie Hohn, als genau zu der Zeit als Marketingaktion für eine neue CD „Grabsteine“ auf einem CD Cover einer im März erscheinenden CD bei Ebay angeboten wurden. Also „kaufte“ ich mir einen Grabstein. Dort liege ich ab März begraben. Also die „alte Fenni“. Die Band ist übrigens eine Band, die mir in meiner schweren Zeit sehr viel Kraft gegeben hat.
Ich fühlte mich oft allein, obwohl ich sehr viele Menschen um mich herum hatte. Und ich hatte das Gefühl, dass mich niemand hört. Auch Gott nicht! (Egal welchen Namen er für Dich hat)
Eine Strophe - eines Liedes welches ich oft hörte - geht so:

Ich habe eine Faust geballt, aber ich kann nicht an der Tür klopfen
Denn wenn ich erst einmal durch sie gegangen bin, werde ich nicht mehr zurückkommen
Es ist merkwürdig, wie sich alles verändern kann, oh so sehr schnell
Irgendwo wird immer irgendwer dort draußen zu letzt lachen
Ich habe keinen Grund mehr zum Leben
Aber ich habe hunderte zum Sterben
Ich werde meine Hände jetzt zusammen tun
Halte sie hoch zum Himmel
Aber es gibt niemanden, der mich rettet
Denn ich weiß… Gott ist eine Lüge
Gott ist eine Lüge
Jeden Tag schaue ich mich an, und ich frage mich warum
Ich den Soundtrack zu meinem Lebensende geschrieben habe
Und weil ich die Leiter jetzt hinaufsteige, ist es sicher, dass ich fallen werde
Gott, er muss taub sein, weil er mich nie rufen gehört hat
Bete einfach für mich, für den Fall, dass ich es vergesse
Und wenn du von mir sprichst, sag es nicht in Bedauern
Das Leben ist ein Grab… grab es


Und es trifft genau meine Gedanken zu jener Zeit. Meine „Freunde“ alles hoch angesehene „Heiler“ (Druiden, Reiki Meister, Hexen, Indianer, Lichtkrieger, Schamanen, Mönche etc) spürten zwar, dass ich mich verändere, aber sie glaubten und glauben immer noch, dass ich vom Teufel besessen bin. Sie spüren etwas „dunkles“ in mir. Ich glaube, das macht ihnen Angst. Aber erkennt ihr den Hohn? Die Menschen die immer predigen, dass es kein gut und böse gibt, kein hell und dunkel, werfen mir vor, dass ich zu „dunkel“ bin? Das das was ich tue nicht gut ist? Keiner hat erkannt, dass diese „Dunkelheit“ sein muss, damit ich wieder ich werden kann... keiner!
Ich habe jedem einzelnen von ihnen geantwortet: „Seltsam, zum ersten Mal seit Jahren fühle ich mich wohl und kann wieder frei Atmen. Wenn DAS also die „dunkle Seite“ ist, dann befinde ich mich gerade in ihr verdammt noch mal! Und es fühlt sich gut an!“
Mephisto ist ein hoch-intelligenter Mensch. Er spürte, dass ich eigentlich von meinem „Umfeld“ sehr enttäuscht war und wollte mir zeigen, wie sehr ich mich in jedem einzelnen meiner „Heiler“ Freunde irrte. Er wollte mir zeigen, dass sie – wenn er ihnen den richtigen Grund gäbe - auch zu Mördern und dergleichen werden würden. Ich glaubte ihm kein Wort! Er verfasste eine Nachricht an sie, in dem er so schrieb, als sei er der Teufel in Person. Er schrieb, dass er ihre Lügen die sie in ihren Lehren hier auf der Welt verbreiten nicht duldet und für jeden einzelnen von ihnen einen persönlichen Platz in seiner Hölle freihalten würde... Mehr nicht.
Ich dachte mir NICHTS dabei, denn jeder halbwegs klar denkende Mensch hätte gefragt: „Watt denn, wer bist Du denn?“ ABER (und jetzt kommt das Erschreckende) jeder einzelne von ihnen hat sich angegriffen gefühlt und ihn als „Teufel“ ernst genommen. Was dann kam, war (jetzt wirklich) die Hölle! Ich wurde eiskalt fallen gelassen, mir wurde mit Exorzismus gedroht und dergleichen. (und das waren noch die freundlicheren Dinge die mir von den Herren und Damen „Heilern“ zu teil wurden...)...
Als ich sie darauf ansprach kamen die Standard Antworten: „Es gibt kein Hell und kein Dunkel....“... blabla und „es gibt kein gut und böse“ blabla... in mir wurde die Frage immer klarer: Vor WAS wollt ihr mich denn dann schützen? Oder wegen was habt ihr mich dann fallen lassen???? kopfschüttel... und das in einer Zeit, als ich euch gebraucht hätte? Ihr nennt euch „Heiler“ ? Ich lache! Denn als es darum ging, einen Menschen in einer wirklichen Krise zu unterstützten war KEINER von euch hochdotierten Heilern da. K*E*I*N*E*R von euch! Es war der Teufel der mich immer wieder aufgefangen hat und mich weiter geführt hat... und es immer noch tut...
Wisst ihr was gut ist? Das ich meinen Weg gefunden habe! OHNE euch! Ich habe erkannt, dass euer Weg und eure „Idee“ von „Heilung“ so rein gar nicht meiner Welt entspricht!
Ja, der „Teufel“ hat mich zerstört! Aber nur, damit ich neu aus mir wachsen kann. Damit ich meine „toten Wege“ ablegen kann und endlich wieder frei leben kann. Ohne eure „selbstbeweihräuchernden“ Gedanken und „nach-Ruhm-haschenden-Ideale“ …
Ich lasse euch eure Wege wie gewohnt weiter gehen. Das habe ich immer gemacht. Ich habe sie nie kritisiert oder schlecht gemacht. Zu keinem von euch war ich je so, dass ich ihm vorschreiben wollte, was er zu tun und zu lassen hat. Und ich gehe auch jetzt mit dem Satz: „Nicht jeder ist Dein Freund, aber jeder Dein Lehrer“.
Und Lehrer... das seid ihr fürwahr für mich!
So, und jetzt heißt es für mich loslaufen! Die ersten Schritte auf meinem neuen Weg sind schon gemacht. Sie sind noch sehr holperig aber fühlen sich richtig an. Ich glaube, ich muss wie ein Säugling erst wieder lernen, wie man läuft. Und mir fällt dazu ein Lied ein, welches passender nicht sein kann...:


Jetzt ist mein Leben meins 
Ich habe ein bißchen Zeit bekommen auf der Erde 
Und meine Sehnsucht hat mich hierher geführt 
Das, was ich vermißte, und das, was ich bekam.
Das ist dennoch der Weg, den ich wählte 

Meine Zuversicht ist weit hinter dem Horizont 
der einen kleinen Schimmer zeigte 
von dem Himmel, den ich auf meinem alten Weg nie erreichte.
Ich will fühlen, daß ich lebe 

die ganze Zeit, die ich habe 
sollte ich so leben, wie ich es will 
Ich will fühlen, daß ich lebe 
und wissen, daß ich genüge
Ich hab niemals vergessen, wer ich bin, 

Ich habe es nur schlafen lassen, 
Vielleicht hatte ich keine Wahl, 
aber den Willen, zu überleben.
Ich will glücklich leben weil ich ICH bin, 

will stark und frei sein können 
will sehen, wie die Nacht und der Tag sich umarmen
Ich bin hier und mein Leben gehört nur mir 
Und den Himmel, an den ich glaubte, den gibt es 
und den werde ich irgendwo finden.
Ich will fühlen, daß ich mein Leben gelebt habe.

In dieser Zeit gab es einige Menschen die für mich da waren. Die nicht abgehoben sind und sich wirklich wie Menschen verhalten haben! Ihnen möchte ich jetzt Danken...

Zu allererst meinem Teufel
Ohne Dich hätte ich nie kapiert, dass ich im Grunde genommen schon lange „tot“ war. Das ich ein Leben nur noch aus Gewohnheit geführt habe ohne auf meine eigenen Sehnsüchte zu hören. Du hast mich wieder in Verbindung mit mir gebracht und Du hast mir einen Spiegel vorgehalten, damit ich nicht vergesse, wer ich bin. Ich danke Dir von Herzen. Im Übrigen auch für die vielen „Launen“ die wir miteinander durchmachen! Jede einzelne ist für mich so unsagbar wichtig. Sie hält mir vor Augen, dass es Menschen gibt, die es wert sind, dass man sich so „tief“ mit ihnen befasst. Danke für jede einzelne Minute mit Dir!!! 

Marcel
Danke, dass Du immer für mich da bist! Mich mit offenen Armen und Ohren aufgefangen hast, als ich gedroht habe zu fallen. Danke dafür, dass Du die elendig vielen Gespräche über den Teufel mit mir ausgehalten hast. Danke, für das Aushalten meiner Launen in dieser Zeit. Danke für dieses Meisterstück! Danke für die Versuche meinen Gedanken zu folgen, als ich sie selbst nicht mehr verstanden habe! Danke, dass Du mich eben nicht hast fallen lassen!!! Obwohl ich jetzt andere Wege gehe...

Steve
Kaum schreibe ich Deinen Namen muss ich lächeln. Du bist einfach mein „gut-tu-Bär“ mein „Bruder“ und mein größter „Denkanstoß“. Ich liebe unsere Gespräche und das Philosophieren über den Teufel und mich, meine neuen Wege. Danke für Arme, wenn ich sie gebraucht habe und Wärme wenn alles rund um mich herum so verdammt schwarz wurde! Du bist für mich ein Vorbild was Menschlichkeit angeht! Auch wenn Du das oft über Deine eigenen Grenzen hinaus machst ;) schimpf ...aber ich passe auf Dich auf! Versprochen!!! 


Meine Chrissi
Danke, dass Du immer da warst und bist. Auch wenn Du selbst den Arsch voller Sorgen hattest! Ich bin so froh, dass ich immer auf Dich zählen konnte und kann! Seelenverwandte und Schwester! Ich hab Dich unendlich lieb!


Dani & Claire
Danke für eure Hilfe als ich sie gebraucht habe. Und danke für die „immer offenen Türen“. Danke für die Gedanken, die ihr euch um mich gemacht habt! Danke für das Wasser und das Kräuterkissen

Und alle „Heiler“ die ich eben beschrieben habe, die jetzt wissen, das sie gemeint sind!
Danke, dass ihr mich durch euer „fallen lassen“ wieder leben lasst!!!

Mein Weg als Hexe hier im Traumreich-Wald ist erst einmal zuende!

Ich habe mein Bündel gepackt und begebe ich auf die Suche nach mir selbst. Ich trete meine eigene Reise an. Ich schließe nicht aus, dass sich unsere Wege irgendwann wieder kreuzen werden :)
Aber bis dahin, bleibt mein Hexenhaus (www.traumreich.eu/schottlandlady) erst einmal geschlossen! Ich bin natürlich weiterhin für euch da! Wenn ihr mich braucht, ruft mich! Aber als Mensch... und nicht als Hexe :)
Wer weiß, als was oder wer ich von meiner Reise zurückkehren werde. Ich bin wohl am gespanntesten darauf, wer ich eigentlich bin ...- und wenn ja..., wieviele ;)
... verlernt das Lachen nicht.

Ich möchte euch noch einen letzten Denkanstoß mit auf den Weg geben...einen der zu „gut und böse“ und „hell und dunkel“ passt. Und zu den Vorurteilen die wohl jeder mit dem Teufel hat...

Es geht um Marilyn Manson. Es gab 1999 einen Amoklauf an der Columbine High School. 2 Teenager ermordeten dabei 12 Schüler im Alter von 14-18 Jahren und einen Lehrer. Außerdem verwundeten sie 24 weitere Menschen und töteten anschließend sich selbst. Es wurden Stimmen laut, dass die Musik und die „Aura“ von Marilyn Manson maßgeblich daran Schuld waren. Er soll mit seinen Texten die Mörder direkt beeinflusst haben.
Noch während der Gedenkfeiern tauchte Manson persönlich an der Schule auf um sein Mitgefühl zu äußern. Er wurde natürlich von den Eltern und Mitschülern aufs böseste angegriffen! Reporter sammelten sich um ihn und fragten, was er den beiden Mördern jetzt sagen würde, wenn sie vor ihm stehen würden. Und er sagte in einer sehr ruhigen Stimme: „Nichts! Ich würde ihnen erst einmal nur zuhören, denn das scheint vor mir keiner gemacht zu haben“.

In diesem Sinne...

Eure Fenni