Waldgeflüster

Samstag, 10. November 2012

Über Geister, Geistwesen und Gespenster

Das Thema Geister und Geistwesen begleitet den Menschen schon seit Anbeginn seiner Aufzeichnungen - und sicherlich noch weitaus länger. Ist also etwas dran oder verhalten wir uns wie Millionen anderer Fliegen, die auf Scheiße fliegen ? Oder stellt sich diese Frage hier wirklich ernsthaft ?

Geister, Spuk und Gespenster aber natürlich auch die allgegenwärtigen und teilweise allmächtigen Geistwesen sind besonders zur dunklen Jahreszeit, wo Samhain allmählich ausklingt, über die bevorstehenden Rauhnächte hinaus bis hin zum Austreiben der Wintergeister zu Fasnet ein besonders gegenwärtiges Thema, finde ich. Also dachte ich so bei mir, ich könnte ein paar meiner Gedanken dazu wiedergeben, sie mit Euch teilen und Zur Diskussion stellen. Denn wie immer gilt: glaubt mir nichts ohne es zu hinterfragen! Ich habe so meine Ideen und eigenen Erfahrungen gemacht, mir daraus ein Bild gefertigt. Und vielleicht, ja vielleicht tritt bald schon eine Erfahrung in mein Leben, die dieses Bild wieder ändert ?


Kennt Ihr sie vielleicht noch, die "unglaublichen Geschichten" von Rainer Holbe auf RTL in der Mitte der achtziger Jahre? Oder die um 2010 spätnachts laufenden "Ghost Hunters International", die mit ihren Gerätschaften gruselige Orte aufsuchten um verstorbenen Seelen mit technischen Meßgeräten und wissenschaftlichen Erklärungen auf die Schliche zu kommen ? Ich fand sie allesamt unglaublich spannend, sehr nett umgesetzt und auch sehr interessant. Damals geprägte Begriffe wie Telekinese und PSI um Phänomene wie plötzlich stillstehende Uhren oder sich selbst bewegende Möbel zu erklären wurden dermaßen ausgeschlachtet, daß sie noch bis heute nicht länger verwendet werden wollen. Aber jeder weiß wohl noch, was damit gemeint ist. Hach ja, das Esoterik-Merchandising - ich finde es irgendwo putzig, irgendwo bin ich es aber auch sehr, sehr leid. "Merchandising!! Space-Balls das t-shirt, Space-Balls die tasse, Space-Balls der Flammenwerfer..." - schonmal einen aktuellen Esoterik-Katalog durchgeblättert ?

Ich möchte mich dem heutigen Thema aber nicht auf (pseudo-)wissenschaftliche Weise annähern - keine Sorge ! Ich habe vor zu erzählen, wie sich das Thema für mich anfühlt, was mein Bauch und meine Erfahrung dazu sagen. Wahrscheinlich ganz im Sinne der Vorgehensweise der chinesischen Medizin, die ja auch auf immer wiederkehrenden Beobachtungen und Gefühl beruht, wenn man es so sehen will.



Die Begriffe - Geist,Gespenst,Spuk,Geistwesen,...


Zunächst einmal finde ich die Begriffe sehr interessant, die in diesem Umfeld verwendet werden. Das Gespenst zum Beispiel klingt schon recht abwertend. Entstammt der Begriff wohl dem wortverwandten Gespinst, also dem noch heute gebräuchlichen Hirngespinst und meint damit eher eine Sinnestäuschung, ein trügerisches Bild, das einem der Kopf vorgaukelt. Man könnte sagen, daß manche Geister durchaus Gespenster im Sinne von Hirngespinsten sind. Aber eben nicht alle :-)

Der Spuk oder auch die Geister-Erscheinung bedeuten für mich die wahrnehmbare Auswirkung des Vorhandenseins, der Anwesenheit von Geistern. Und genau das ist, was Geisterjäger festzuhalten und einzufangen suchen - den handfesten Beweis für die Anwesenheit (ein schöner Begriff: an-wesen-heit....) und damit Existenz von Geistern. Sprich wenn einmal eine helle Gestalt vor dem eigenen Gesicht herumwabert oder sich ein Gegenstand unerklärlich von selbst fortbewegt und man das unsägliche Glück hat, das auch in wissenschaftlich-juristisch belastbarer Form zu dokumentieren. Doch das ist für mich im Laufe der Jahre mehr als nur zweitrangig geworden - eher unwichtig. Denn ich glaube einfach daran, und fertig - auch wenn das nicht immer so gewesen ist. Aber hier bin ich nun, mit meinen Gedanken und gemachten Erfahrungen.

Nun bleiben noch die Begriffe der Geister und Geistwesen übrig. Wir haben bereits etwas gehört von den "Seelen der Verstorbenen". Aber was ist denn für mich selbst ein Geist, woraus besteht der zum Beispiel ?


Jetzt muß ich erst ein klein wenig ausholen. Was ich zunächst sagen kann und werde, ohne gleich weggesperrt zu werden, ist daß ich an drei Aspekte glaube, die jeden Menschen ausmachen. Erstens den physischen Körper. Ich weeeiß... physis bedeutet "Körper", das ist doppelt gemoppelt. Also sagen wir einfach aus dem sichtbaren und anfaßbaren Körper. Zweitens die sogenannte Seele, die den bewußten und unbewußten Willen ausmacht. Dem Ding, das nach dem Tod, d.h. nach der Einstellung der wichtigsten Lebensfunktionen des Körpers, in den Himmel, das Totenreich, die Anderwelt geht - oder noch ein Weilchen hierbleibt. Und drittens den Geist oder Chi/Ki/Prana... , das immer und überall vorhanden ist. Die "Kommunikations-Energie" mangels besserer Worte zwischen Seele und Körper aber auch zwischen den Seelen. Der Geist überträgt den Willen und das Gefühl, überführt also den Willen in die Tat und kann Gefühle vermitteln bzw. empfänglich dafür machen. Das geschieht übrigens oft durch den Bauch, einem sehr empfindsamem Gebilde für Gefühl, voller Nervengeflecht, Adern und großen Chi-Speichern! Das Chi kann man bei entsprechenden Übungen als starke Wärme spüren -einer Auswirkung des Chi- oder als eine Art von metallischem, beinahe elektrischem Gefühl, so als stünde man unmittelbar davor, einen Stromschlag verpaßt zu bekommen. Der aber einfach nicht eintritt.

Und hier gibt es für mich einen kleinen, scheinbaren Widerspruch: ich spreche vom (heiligen) Geist als dem Chi, dem Kommunikationsmedium. Allgemein sagt man aber doch, daß Geister die umherirrenden Seelen Verstorbener seien und Geistwesen die Seelen ohne Körper, die man auf Reisen in die Anderwelt antrifft oder die man mit seinem inneren Auge sehen könne. Sind Geister also nicht "Geist", obwohl das vom Wort her doch naheläge, sondern "Seele"?
Und daher sage ich, daß Geister und Geistwesen keine "Dreiheit" sind, aber doch mehr Aspekte haben als nur Seele oder nur Geist. Sie sind normalerweise eine Dualität aus Seele und Geist. Nur ein Aspekt fehlt also - der Körper. Der ist vergangen oder hat nie existiert, aber der Rest ist jedoch vorhanden und kann weiterhin wirken. Und das tun sie mehr oder weniger stark, abhängig von der Stärke ihres Willens und ihrer Geisteskraft.

 
Die Summe aller Geister, allem Chi

Dies nun gesagt, werdet Ihr jetzt wahrscheinlich schnell erkennen und verstehen, wie ich mir Spuk und Geistererscheinungen erkläre aber auch bekannte und unbekannte Geistwesen wie Elfen, Feen, Zwerge, Einhörner und Gnome bis hin zu Dämonen, Engeln und "Gottheiten", ja auch Jesus Christus und Gott selbst. Denn sie alle sind fester Bestandteil meines Weltbilds. Allesamt besitzen sie einen oder mehrere mehr oder weniger starke Seelenteile. Allesamt werden Sie vom Chi, vom heiligen Geist, durchflutet und können dies mehr oder weniger gut sammeln, abgeben und lenken. 
Gott ist für mich das Gesamt-Wesen, das Über-Bewußtsein das aus allen existierenden Seelenteilen besteht, daraus entstanden ist oder auch umgekehrt aus dem alle Seelenteile hervorgegangen sind.
Und alle Seelenteile und alles Chi, ob sie wollen oder nicht wirken zusammen, gehören zusammen, bedingen und benötigen einander. Sie sind das Annwn, das Nirvana, der Himmel - schon jetzt auf Erden ! Das mag nüchtern klingen. Es ist aber eine wundervolle und wunderschöne Sache, die besagt daß wir alle miteinander verbunden und verwoben sind, uns gegenseitig über beliebige Entfernungen hinweg beeinflussen - aber alle miteinander wie ein Ganzes wirken und werken.
Wenn man das alles "nur" auf unsere Welt bezieht, auf unsere Erde, spielt der "Gaia"-Gedanke eine wichtige Rolle, die "Seele der Welt". Aber auch sie ist ein Teil, ein Unteraspekt des Göttlichen, also von Gott selbst. Wenn auch ein recht großer Teil, so man das überhaupt quantifizieren kann. Der von der Kirche aufgeführte Aspekt des "heiligen Geistes" paßt demnach genauso in mein großes Bild wie Jesus Christus, der den fühlbaren, greifbaren Aspekt der Körperlichkeit verliehen bekam als "der fleischgewordene Gott". Der trotzdem zu Gott beten konnte um sich mit dem großen, dem einen Geist wie mit einem Vater auszutauschen, und das obwohl er es doch gleichzeitig selbst war, der in seinem Körper steckte!

Wie war das nochmal: ich glaube an Gott, nur seine Fanclubs sind mir manchmal suspekt ?

Puh, das mögen etwas große Worte gewesen sein - was meint Ihr, machen wir jetzt weiter mit Spuk und Geistern? :-)


Gedicht über einen Spuk von
Johann Wolfgang von Goethe
aus meiner Schulzeit

Der getreue Eckart

"O wären wir weiter, o wär' ich zu Haus!
Sie kommen. Da kommt schon der nächtliche Graus;
Sie sind's, die unholdigen Schwestern.
Sie streifen heran und sie finden uns hier,
Sie trinken das mühsam geholte, das Bier,
Und lassen nur leer uns die Krüge."
So sprechen die Kinder und drücken sich schnell;
Da zeigt sich vor ihnen ein alter Gesell:
"Nur stille, Kind! Kinderlein, stille!
Die Hulden, sie kommen von durstiger Jagd,
Und laßt ihr sie trinken, wie's jeder behagt,
Dann sind sie euch hold, die Unholden."
Gesagt, so geschehn! Und da naht sich der Graus
Und siehet so grau und so schattenhaft aus,
Doch schlürft es und schlampft es aufs beste.
Das Bier ist verschwunden, die Krüge sind leer;
Nun saust es und braust es, das wütige Heer,
ins weite Getal und Gebirge.
Die Kinderlein ängstlich gen Hause so schnell
Gesellt sich zu ihnen der fromme Gesell:
"Ihr Püppchen, nur seid mir nicht traurig." -
"Wir kriegen nun Schelten und Streich' bis aufs Blut."-
"Nein keineswegs, alles geht herrlich und gut,
Nur schweiget und horchet wie Mäuslein.
Und der es euch anrät und der es befiehlt,
Er ist es, der gern mit den Kindelein spielt,
Der alte Getreue, der Eckart.
Vom Wundermann hat man euch immer erzählt,
Nur hat die Bestätigung jedem gefehlt;
Die habt ihr nun köstlich in Händen."
Sie kommen nach Hause, sie setzen den Krug
Ein jedes den Eltern bescheiden genug
Und harren der Schläg' und der Schelten.
Doch siehe, man kostet: Ein herrliches Bier!
Man trinkt in die Runde schon dreimal und vier,
Und noch nimmt der Krug nicht ein Ende.
Das Wunder, es dauert zum morgenden Tag.
Doch fraget, wer immer zu fragen vermag:
"Wie ist's mit den Krügen ergangen?"
Die Mäuslein, sie lächeln, im stillen ergetzt;
Sie stammeln und stottern und schwatzen zuletzt,
Und gleich sind vertrocknet die Krüge.
Und wenn euch, ihr Kinder, mit treuem Gesicht
Ein Vater, ein Lehrer, ein Aldermann spricht,
So horchet und folget ihm pünktlich!
Und liegt auch das Zünglein in peinlicher Hut,
Verplaudern ist schädlich, verschweigen ist gut;
Dann füllt sich das Bier in den Krügen.
Wie kann man Geister sehen ?

Geister und Geistwesen kann man demnach also nicht direkt und mit bloßem Auge sehen oder fühlen. Aber man kann durchaus ihre Auswirkungen auf das Umfeld erfahren. Ist ein Mensch sensibel genug und "empfangsbereit", zum Beispiel des Nächtens wenn Ruhe eingekehrt ist oder in besonderen außerordentlichen Lebenssituationen wie in größter Not, wo Sekunden wie Stunden wirken und man alles, wirklich alles um sich herum mitbekommt, kann man sie sicherlich spüren und sich mit ihnen auch austauschen. Dann, wenn das "geistige" oder "innere" Auge aktiviert wurde und Bilder im Kopf gezeigt werden, die eben nicht der Phantasie entspringen und auch kein "Hirngespinst" sind.
Manche Menschen sind aber auch von Natur aus dazu in der Lage, solche Bilder zu sehen. Manche werden durch besondere Lebensereignisse "aktiviert" und sie lernen, ihr inneres Auge einzusetzen. Manche erlernen diese Fähigkeit durch Meditationen, durch das Finden der inneren Mitte und indem sie sich langsam herantasten - Geistwesen erst einmal grob spüren bevor sie sie erahnen und dann mit dem geistigen Auge erkennen.


Geister spüren - auf zweierlei Arten

Ich denke, daß ein normaler Mensch recht gut das Chi eines Geistes spüren kann, wenn dieses stark genug ist. Wenn Chi durch einen Geist gesaugt oder abgezapft wird fühlt es sich beispielsweise kalt an oder es entsteht ein Gefühl von "Leere" um einen herum, die oft Angst macht, aber im heilerischen Sinne auch mal wünschenswert sein kann. Manchmal kann man spüren, daß an bestimmten Orten seltsame Energien herrschen, die nicht mit dem Ort selbst zu tun haben. Oder wenn man Erscheinungen wahrnimmt, weil man sich für diese besondere Situation, in der man gerade steckt, sensibilisiert hat um endlich herauszufinden, wer oder was hier um einen herumschwirrt. Dann kann es passieren daß man mit dem inneren Auge eine Aura wahrnimmt, ein schwaches manchmal farbiges Leuchten, das den Raum aber nicht erhellt. Eine Aura ist für mein Verständnis ebenfalls eine Ausprägung, eine Sichtbarmachung des inneren Auges für das ein Wesen oder eine Person umgebende Chi.

Wenn es einem mulmig wird weil man sicher ist, daß da noch jemand oder etwas ist, den man aber nicht sehen kann, spürt man vielleicht schon den Willen oder die Seele des anwesenden Geistes und bald auch seine grundsätzliche Einstellung wie Wohlgesonnenheit oder etwas eher Unangenehmes, ein Unerwünscht-Sein, oftmals Leiden oder sogar mal ein Lachen! Manche Menschen können noch tiefer in diese Seele "eindringen" oder sich mit ihr verbinden und sich austauschen, auch zur Kooperation bringen. Das driftet dann in den Bereich der Geistheiler und der "Medium" genannten Menschen ab, die wiederum für sich selbst dastehen können oder ihre Fähigkeiten als Teilaspekt ihrer Arbeit als Schamanen, Priester, Geisterjäger usw. sehen. 


Geister und "Sonderformen"

Daß ein Spuk wirklich physische, meßbare Folgen haben kann wie die oft genannten sich von selbst bewegenden Gegenstände sehe ich als sehr selten an. Dazu müßte das Chi und der Wille des verursachenden Geistes wirklich sehr stark sein. Es gibt Gerüchte und Videos von Menschen, die mit ihrem Chi Papier entzünden können oder an anderen Menschen ganz berührungslos etwas anrichten, daher glaube ich daß das auch bei Geistern möglich sein kann. 
Je mächtiger ein Geist (also ein ehemaliges körperliches Wesen) oder ein Geistwesen, desto prägnantere und stärkere Worte finden wir Menschen dafür in unserem Sprachgebrauch: Poltergeister, Dämonen, Engel, Gottheiten nennen wir sie in Abhängigkeit von ihrem Bekanntheitsgrad, der Größe und Stärke ihres Willens und Geisteskraft - und ihrer Gesinnung und Geschichte nach. 
Viele keltische "Gottheiten" waren einst körperliche Wesen wie der "Sonnen- und Schmiedegott" Lugh. Ich vermute, daß auch aus diesem Ursprung, ja Tradition heraus noch heute vereinzelte Menschen nach ihrem Ableben als "heilig" eingestuft werden und als "göttliche, gottnahe Stellvertreter" in sogenannten Fürbitten angebetet werden.

Kurz gesagt sind die spukenden "Geister von Verstorbenen" für mich Seelen und zugehörige Energien, von denen einige eine noch bestehende Bindung an diese Welt haben und daher nicht in die "große Seele", den Himmel usw. übergehen wollen oder können. Diese Bindung entstand noch zu Lebzeiten aus deren Willen heraus, ob bewußt oder unbewußt. Eventuell ist es dem Wesen noch nicht bewußt geworden, daß es keinen Körper mehr hat. Oder es existiert eine ausreichend starke emotionale Bindung zu noch bestehenden Orten und Personen ("er hatte noch eine Aufgabe zu erledigen") - oder andersherum haben noch lebende Personen eine zu starke Bindung zu dem "Geist des Verstorbenen" und lassen ihn nicht los, nicht "ins Licht gehen" zu der einen großen Seele. Über Bindungen und Verbindungen möchte ich demnächst gern noch ein paar Worte loswerden, denn diese sind auch für Heilzwecke sehr interessant und wichtig!


Sie sind überall :-)

Ich glaube, daß wir stets von Geistern und Geistwesen umgeben sind, sie also nicht nur auf Meditationen und Reisen ins Innere Selbst oder in die Anderwelt treffen könnten. Meist jedoch kümmern sie sich nicht um uns und sie spüren uns genauso wenig oder gut, wie wir sie. Sie gehören einfach zur großen, bunten Welt dazu wie wir selbst oder wie das Gras, das fast überall wächst und die Berge, die fast überall herumstehen :-)

Gehabt Euch wohl,
Euer ilfur