Waldgeflüster

Montag, 1. Oktober 2012

Über Meditation und was man damit machen kann

Ja, ich weiß. "Meditieren", das klingt so... abgedroschen, so hochtrabend-esoterisch. Wenn ich in meinem Beruf mit einem komplizierten Thema konfrontiert werde und ich eine gute Antwort oder ein Konzept brauche - und das nicht nur eben schnell - dann sage ich gern im Halbspaß: "darüber muß ich erstmal ein wenig meditieren". Ich ernte meist ein Lächeln oder Grinsen, aber mein Gegenüber weiß was gemeint ist und akzeptiert. Ich muß dann eben erst in Ruhe darüber nachdenken. 

Na, verwirrt? Wie wärs mit
etwas Ruhe im Kopf ?
Manche Leute sagen lieber gleich entschärfend "ich muß da erstmal eine Nacht drüber schlafen". Kein Grinsen mehr, aber Akzeptanz und Verständnis ist eigentlich immer die Folge. Weil bei einem Komplexen Thema muß man erst einmal nachdenken, und das in Ruhe, da geht das am besten.

Letzten Endes ist genau das eine Meditation. Das und nichts anderes: zur (inneren) Ruhe kommen, maximal einen Gedanken am Stück zu Ende denken und zwar in allen möglichen Facetten und unter allen Blickwinkeln. Nicht immer neuen Input erhalten, sondern auch einmal angestaute Gedanken "abarbeiten".

Ich erreiche darüber recht oft mein Ziel, eine wirklich sinnvolle Idee zu bekommen - manchmal erst nach einem Tag, aber dafür meist ganz unverhofft und aus heiterem Himmel. Aber hey, dann hat die Meditation mal wieder funktioniert!


Was, das war schon "Meditation" ?

Ein indischer Sadhu. Ein
"Wahrheitssuchender", sein Leben in
Armut und Meditation verbringend
Einige Menschen haben ihr ganzes Leben der Meditation gewidmet. So manch ein Yogi ist Meister darin, wirklich alle Gedanken aus dem Kopf zu entfernen, den Kopf gänzlich leer zu bekommen. Nach entsprechender Übung nicht nur minutenlang, sondern sogar mehr als eine halbe Stunde oder  für Stunden! 
Ich sehe diesen "Sport" bis zu einem gewissen Grad als absolut sinnvolle Übung an. Darüberhinaus muß wohl jeder für sich selbst wissen, wie weit und tief die Meditations-Praxis gehen soll und was es ihm dann noch bringt.



Was passiert, wenn man meditiert - und was wenn man es NICHT tut ?

Abgesehen davon daß mir das Meditieren, wie auch immer es bei mir aussehen mag, dabei hilft klare Gedanken zu fassen, entstehen noch weitere Vorteile daraus! Wenn ich eine ganze Weile lang nicht mehr meditiert habe merke ich, wie sich meine vielen Gedanken, Todos, Problemchen und Tagesereignisse in meinem Kopf immer weiter anstauen und ich immer unruhiger werde, wie alles beginnt durch meinen Kopf und drumherum zu schwirren. Nach Tagen dieser Unruhe werde ich allmählich unwirsch oder auch "grantig", irgendwann sogar bedrückt, traurig, sehnsüchtig nach Ruhe und Einsamkeit.
Das mag für viele von Euch extrem klingen - kaum hat der Mann mal ein paar Tage keine Ruhe fängt er an auszuticken. Ganz so ist das nicht! Zum Einen höre ich oft in mich hinein und spüre mittlerweile auch kleinere, feinere Änderungen in meiner Stimmung. Zum Anderen habe ich innere Ruhe an mir erleben können und weiß, was sie bewirkt und wie sie sich anfühlt. Und wie erstrebenswert sie ist. Es ist absolut möglich, daß viele Leute vor allem dieser Tage gar nicht mehr wissen, was wirkliche Ruhe und Gelassenheit eigentlich ist - und daher auch den Unterschied zur Rastlosigkeit, zum massiven Verlust der inneren Balance gar nicht kennen !


Was bringt oder nützt eine Meditation ?

Ein Buddha im Lotus-Sitz.
Kann man so machen,
muß man aber nicht :-)
Eine Meditation kann auf sehr unterschiedliche Weisen durchgeführt werden. Im eher seltensten Fall, denke ich, sitzt man wie ein indischer Yogi im Schneidersitz oder gar im Lotus-Sitz (die Füße über Kreuz auf die Oberschenkel gelegt) und brummelt vor sich hin, intoniert ein "OMmmmmmmmmm......", um damit  den Kopf leerzuvibrieren und sich von den Schwingungen davontragen zu lassen... Ihr kennt sicher dieses urtypische, oft belächelte Bild ?
Aber es ist fast egal wie eine Meditation vonstatten geht, denn es gibt viele ansprechende Möglichkeiten. Es ist wohl in jedem Fall das Ziel, den Kopf oder den Geist soweit als möglich leer, weitgehend unbelastet oder gar leicht und ruhig zu bekommen, um als Person im Ganzen ruhiger und bereit zu werden für das, was noch kommen mag. Oftmals genügt das ja bereits, um endlich wieder klar denken zu können und sich etwas wohler und freier zu fühlen.
Manchmal hört man hier aber noch nicht auf. Dann versucht man sich in einen Zustand zu versetzen den man auch als leichte Trance bezeichnet, ein Zustand bei dem man absolut bei wachem Sinn und Verstand bleibt aber man sich bereits so ruhig fühlt, als wäre man kurz vor dem Einschlafen. Diesen Zustand zu halten macht Sinn, wenn man Kontakt zu seinem inneren Selbst und anderen Menschen bzw. Wesen sucht.
Eine noch tiefere Trance oder gar Kontemplation kann, aber muß nicht, nötig sein für länger andauernde Ausflüge wie Visionssuchen, Wachträume oder ähnliche Zustände wie Erfahrungen von Flügen und (Tier-)verwandlungen oder gar Rückführungen in frühere Leben.
Einen sehr guten, starken Effekt erhält man auch durch die Kombination aus Meditation und Träumen: führt man regelmäßig ein Weilchen vor dem Schlafengehen eine Meditation durch, gelangt man danach nicht nur ruhiger in die Traumwelt hinein - man kann sich auch besser an seine Träume erinnern! Manche Leute glauben dann sogar, überhaupt endlich einmal geträumt zu haben. Ich glaube aber, daß grundsätzlich jeder Mensch träumt. Er kann sich bei unruhigem Geist "am Morgen danach" nur nicht mehr daran erinnern. Auch die Art der Träume ist bei unruhigerem Geist eine andere. Es handelt sich dann meist um "Verarbeitungs-Träume" des Tagesgeschehens und weiterer angestauter, bislang nicht verarbeiteter Ereignisse. Aber weniger um Träume mit viel Tiefgang, wie man sie mit Bildern oder Szenen aus (geführten) Meditationen vergleichen könnte.
Wer übrigens bei seiner Meditation einschläft tut dabei absolut nichts Falsches! Wer seinen meditativen Dämmerzustand nicht halten kann und in den Schlaf abdriftet, der hatte Schlaf und Ruhe einfach bitternötig. Dann empfehle ich diese "Schlummermeditation" öfter durchzuführen bis man ausgeruht und locker genug ist, um dabei irgendwann wachzubleiben.


Auf welche Weisen kann man meditieren, was gilt alles als Meditation ?

Jeder nimmt das, was ihm liegt, könnte man sagen. Aber ausprobieren heißt die Devise, auch einmal etwas Neues wagen! Vielleicht wird ja plötzlich der Turbo Boost eingelegt ? Oder naja, es ergeben sich vielleicht neue Aspekte ....  Wie also kann man seinen Kopf beruhigen, seine Seele klarer und aufgeräumter werden lassen?
Je aufwändiger und komplexer, desto "medienwirksamer" und "wichtiger" wirkt das Ganze. Die großen Möchtegern-Gurus werden also eher zu Methoden raten, die besonders kompliziert sind um dem Leser deren Wichtigkeit aufzuzeigen - und wie dringend man die Unterstützung des Autors benötigt, gegen Einwurf kleiner Geldmünzen natürlich :-) Und ich meine NICHT MICH damit! In einigen Fällen ist Unterstützung und Anleitung durchaus sinnvoll, aber eben nicht grundsätzlich.

Jeder nimmt am besten das, was ihm am meisten liegt. Das mag von Typ zu Typ unterschiedlich sein, aber sich auch mit den Jahren wandeln. Denn nach einiger Übung kann man sich recht schnell selbst in den gewünschten Zustand versetzen, ganz ohne aufwändiges Prozedere. Dann mag schon ein einsamer Ort genügen. Ein Baum, unter dem man sich ausruht oder ein einsamer Spaziergang im Grünen oder gar im Wald. Manche Menschen finden ihre Ruhe und Stille in einem Gebet oder in einer "Gedenkminute".
Dieser in Kürze herbeizuführende Zustand ist zum Beispiel besonders wichtig, um andere Menschen bei einer Meditation zu führen oder zu unterstützen. Denn derjenige, der eine Meditation führt oder anleitet, muß selbst erst diesen Zustand erreichen. Denn diese Anleitung besteht längst nicht nur darin, andere Menschen in Trance zu versetzen. Auch auf der "anderen Seite" wird die Anleitung und Unterstützung weitergeführt.
Selbst wenn man seine Techniken schon gut beherrscht können nachfolgende Anregungen helfen und unterstützen. Denn egal ob Anfänger oder Profi: Übung und Vertiefung hat noch nie geschadet und verstärkt im Zweifelsfall die eigenen Fähigkeiten und Talente.


Welche Meditations-Übungen würde ich empfehlen ?

Es gibt da einige einfache Methoden, aber auch komplexe, barbarische, uralte und recht moderne. Ich beschränke mich im Großen und Ganzen auf zwei Methoden, die sich bei mir bewährt haben, mir inzwischen in Fleisch und Blut übergegangen sind. Eine alltägliche und eine für die tiefergehenden Fälle, die man aber auch täglich durchführen könnte, wenn man will.

In der alltäglichen Methode gehe ich auf meiner Aussichtsplattform im schwäbischen Wald auf und ab, sehe dabei in die weite Landschaft, die Hügel und Wälder, und lasse alle Gedanken zu die auf mich einstürmen und verdränge nichts davon. Ich stehe hoch, offen und weit und spinne alle Gedanken und Problemchen aus. Ich denke sogar über die Gedanken nach :-)
Tai Chi, Qi Gong, Yoga, Reiki...
schöne Übungen halt :-)
Das tue ich so lange, bis ich mich ruhiger fühle, bis der Gedankenansturm nachläßt. Ganz liebevoll und geduldig. Je nach Menge und Wichtigkeit der Gedanken dauert dieser Vorgang bei mir zwischen 10 und 30 Minuten. In manchen Fällen habe ich so auch schon 2 Stunden oder mehr so zugebracht... aber das war dann schon mal nötig, die Gedanken handelten von fast schon existenzbedrohenden Themen und waren wohl eher lebenswichtiger Natur ...!

Oh ja, und zu dieser ersten Methode gehört dann noch ein zweiter Teil: ist der Kopf etwas ruhiger , kann ich mich auf meine Tai Chi Übungen konzentrieren. Ich muß mich dann mit den Figuren und Bewegungen befassen, habe meinen Geist also nur auf diese eine Sache gerichtet und sonst auf nichts anderes. Ich bin dann bereit, mich nicht durch meine eigenen Gedanken von meinen Übungen ablenken zu lassen. Bin ich mit meiner Tai Chi Form, einer ganzen Kette von Figuren, einmal oder mehrfach durch, fühle ich mich dann absolut ruhig und saumäßig wohl. Der zweite Teil benötigt wiederum 10 bis 30 Minuten Zeit.


Wer ein wenig vergleichen will
zwischen Tai Chi und Qi Gong:
Eine kleine Gegenüberstellung
Diese "erste Methode" muß bei anderen Menschen nun wirklich nicht genauso aussehen wie bei mir. Ich könnte mir andere Dinge vorstellen, aber dann mit ähnlicher Wirkung: beispielsweise zuerst ein gemütlicher Spaziergang, oder man legt sich auf eine Wiese und schaut in die Wolken, sitzt auf einem Felsen am See und taucht die Füße ins Wasser oder man setzt sich unter einen mächtigen, alten und beschützenden Baum und läßt einfach seine Gedanken kreisen während man in die das grüne Blätterdach schaut. Wem danach ist, der kann danach noch joggen gehen oder Yoga , Reiki, Qi Gong Übungen machen oder ein wenig Inline Skates fahren oder was gerade modern ist.

Das müßte, so stelle ich mir das jedenfalls vor, die gleiche Wirkung haben wie "mein" vorhin geschilderter Weg. Ich denke es ist aber in jedem Fall sinnvoll dafür zu sorgen, daß man im ersten Teil der Übung nicht immer neuen "Input" erhält in Form von Störungen und äußeren Einflüssen wie Handyklingeln, Straßenverkehr auf den man achten müßte, hektische Menschen im näheren Umfeld und so weiter. Absolute Stille oder gar Dunkelheit muß aber auch nicht unbedingt sein! Sie wäre aber, wenn möglich, durchaus hilfreich. Das allerwichtigste: nichts erzwingen, immer locker bleiben, liebevoll annehmen was auch immer dabei passiert. Ein Grinsen oder Lächeln ist schöner und tut wohler als Ärger oder Frust, wenn zum Beispiel die Katze gerade jetzt merkt daß man ruhig und gemütlich ist und ein paar Streicheleinheiten maunzend einfordert...

Die zweite Methode nennt sich "Tiefenentspannung". Eine sehr effektive Sache, bei der aber die äußeren Umstände stärker beachtet werden müssen, also Stille, Zeit, Ort und so weiter. Diese Übung habe ich angewandt, um mich besser an meine Träume erinnern zu können, um ein Traumtagebuch führen zu können und meine Träume zu steuern (klugscheißerisch "luzides Träumen" genannt). Mit dieser Übung kann man richtig tief abtauchen und auch einmal eine tiefe Trance erreichen, seine sterbliche Hülle verlassen und auf eigene Faust in andere Welten abdriften... oder plötzlich einschlafen :-) Übrigens sollen 20 Minuten Tiefenentspannung etwa so wirkungsvoll sein wie zwei Stunden Tiefschlaf! Naja egal ob das so zutrifft, denn wacher und entspannter bin ich danach allemal.

Und die Übung geht in etwa wie folgt:
Oh, ein Buch! Daraus habe ich
vor etwa 20 Jahren die zweite
Übung ausprobiert -
und bis heute beibehalten.
Ich lege mich mit dem Rücken auf den Boden, in nicht allzu unbequemer Kleidung - also nichts, das abschnürt oder trendy-hauteng ist. Wohlfühl-Klamotten eben, die gute alte Jogging-Buchse. Der Boden darf einen Teppich haben, aber man darf nicht zu weich liegen - also keine dicke Bettmatratze. So auf dem Rücken liegend versucht man sich zu entspannen und beginnt gleichmäßig zu atmen in einer "4-2" Atmung: ich atme in den Bauch, nicht nur in die Brust, und zähle bis ich fertig eingeatmet habe bis 4. Dann halte ich den Atem an und zähle in gleichem Tempo wie bisher bis zur zwei. Dann atme ich wieder aus und zähle wieder bis 4, etwa genau so lange wie beim Einatmen. Und so weiter. Sobald das recht gleichmäßig und automatisch klappt kann ich mir das Zählen irgendwann sparen. Langsam und recht tief einatmen, kurz anhalten, langsam wieder voll ausatmen. 
Und dann kommt der nächste Teil dran. Ich atme ein, zähle dabei bis vier und halte den Atem an. Jetzt spanne ich jeden einzelnen Muskel meines Körpers so stark an wie es geht, beginnend mit den Fußzehen und Füßen, Beinen und Schenkeln, Bauch, Hals und Kopf, Arme und Hände, die ich zur Faust balle. So stark, daß mein ganzer Körper zittert. Dann lasse ich plötzlich alles los, so daß auch der Atem schlagartig in einem Pusten entweicht. Ich merke danach, daß ich irgendwie ruhiger und wesentlich schwerer werde, ich sinke fast schon in den Boden ein. Danach folgen wieder ganz normale 4-2 Atemzüge. Das ganze Prozedere aus Atemzügen, Anspannung und Entspannung mache ich zweimal, besser noch dreimal. Dann bin ich am tiefsten entspannt. Oftmals habe ich dann das Gefühl, seitlich aus meinem Körper herauszukippen. Dieser wiegt meist so schwer dass ich mich nicht mehr bewegen kann und er mit der Erde verwachsen zu sein scheint. Und jetzt können die Bilder kommen. Während ich wache und reglos bin, ganz tief entspannt, kann ich träumen und mir Dinge vorstellen, die sich dann verselbständigen....
Auch wenn keine Bilder und Träume kommen, oder Ihr dabei einschlaft - Ihr werdet sehen, daß Ihr hinterher ganz prächtig wach sein werdet und angenehm entspannt, gelassen und wahrscheinlich auch etwas fröhlicher, etwas leichter...

Diese Tiefenentspannung kann eingesetzt werden, um selbst auf Gedanken-Reisen zu gehen und zum Beispiel Antworten zu suchen auf Fragen des Lebens oder um sich in seinen Wohlfühl-Ort zurückzuziehen - wie auch immer man sich den vorstellen mag. Also um seinen Körper zu verlassen und eine "nicht - alltägliche Wirklichkeit" zu betreten, gern auch mal Anderwelt genannt. Oder auch um in der diesseitigen Welt zu verbleiben und hiesige Orte zu besuchen, klugscheißerisch "out of body experience", OOBE oder AKE genannt, außerkörperliche Erfahrung. Alles zusammen trägt den althergebracht-esoterischen Titel Astralprojektion. Aber es gibt noch weitere Möglichkeiten, sich zu entspannen, den Gedankenansturm aufzulösen und "Bilder der Seele" zu sehen. Vielleicht ist für den geneigten Leser ja noch etwas dabei?

Wer mehr über modernes
und seriöses Druidentum
erfahren will kann
z.B. hierhin klicken
Bei den modernen Druidenorden gibt es für die Neulinge eine recht schöne Übung. Sie besteht lediglich darin, in den Himmel zu schauen, die Wolken zu sehen und zu versuchen, Formen, Gestalten und Gesichter darin zu erkennen. Einfach im Gras liegen, in den Himmel schauen und die Gedanken schweifen lassen. Das habe ich als Kind schon gerne gemacht und dabei automatisch Schäfchen, Hunde und alles Mögliche entdecken können.... na wenn das nicht meditativ und entspannend ist ?

Weitere Infos, ein Buch und schöne Ansichten zu "druidischen Meditationen" stehen auf den neuen (2012) Seiten des Order of Bards, Ovates and Druids.

Krassere Methoden bestehen darin, den Visionssuchenden seiner Sinne zu berauben, diese zu reduzieren oder ihn komplett auf sich allein gestellt zu lassen solange er es vermag, bis seine herkömmliche Gedankenwelt sich verwandelt und er beginnt, in sich hinein zu "hören" oder zu "sehen", sein Umfeld anders und intensiver wahrzunehmen. Manche sagen auch "bis er anfängt, Geister zu sehen".
Zu modernen Zeiten werden Visionssuchende zum Beispiel gerne mit verbundenen Augen in einen ihnen unbekannten Wald an eine Stelle gebracht, an der sie dann ein oder zwei Nächte verbringen sollen. Natürlich dürfen Sie, einmal angekommen, ihre Augenbinde abnehmen.
Und es ist wirklich so - auf sich allein gestellt fängt man bald an, das Gras wachsen zu hören... ich verbrachte gern Stunden an unzugänglichen Stellen in "meinem" Wald, als ich es zeitlich noch vermochte,  und sprach mit Tieren, Pflanzen und Orten :-)

Eine wahrscheinlich besonders heftige Methode ist der "Hexensack", bei dem der Proband mit verbundenen Augen in einen Sack gesteckt und dieser an einem dicken Ast aufgehängt wird. Dann wird der Sack gedreht, so daß der Visionssucher seine Orientierung verliert. Ohne Sinn für Richtung, ohne Licht und quasi schwerelos sollen gar nur ein bis zwei Stunden genügen, um Bilder und Visionen entstehen zu lassen. Aber das habe ich selbst noch nicht probieren dürfen und wollen, es bleibt hier beim Hörensagen :-)


Meditation, Träume, Visionen, Traumsymbole, schamanische Reisen, hängt das alles zusammen?

Ich habe nun einiges erzählt über die Meditation, aber auch über Wachträume, Visionssuchen und geführte Meditationen. Es gibt feine Unterschiede, aber sicherlich hängen alle diese Dinge irgendwo zusammen, haben durchaus miteinander zu tun!

Gegenwärtig kann man sehr oft über sogenannte schamanischen Reisen nachlesen. Diese könnte man teilweise als geführte Meditation verstehen, bei der ein medialer, schamanisch arbeitender Mensch hilft, einen anderen Menschen in eine leichte Trance zu versetzen, ohne daß dieser in Meditation geübt sein muß. Das ist aber noch lange nicht alles.  Von dort aus können noch viele weitere Dinge erreicht werden, aber das soll eine andere Geschichte sein!

Ein relativ ausgeglichener, innerlich ruhiger Mensch wird desöfteren in seinen Träumen Bilder und Botschaften erhalten. Merkwürdige Ereignisse im Traum und im Wachen, die ihm etwas sagen möchten, zum Beispiel über sich selbst und seine Lebenssituation, in Form von Bildern und Symbolen oder ganz besonderen Orten. Aber auch das soll eine andere Geschichte sein...
 
Manche Menschen werden im Traum vor Prüfungen gestellt, die sie bestehen können, indem sie sich zur rechten Zeit in bestimmte Wesen verwandeln oder auf besondere  Weise reagieren, um daraufhin Tore zu anderen Orten zu durchschreiten. Manche Menschen besuchen in Trance oder im Traum besondere Orte, fliegen beispielsweise über die Wälder hinweg zur Walpurgisnacht auf den Blocksberg. Denn in der Anderwelt und in den Träumen ist alles möglich. Und viele Erzählungen über fliegende Hexen, Zauberer, Geister und Dämonen sind absolut wahr - in der anderen Realität, die man im entsprechenden Zustand besuchen kann... Und daß Ereignisse in der Anderwelt auch Auswirkungen auf die "reale" Welt haben, soll wieder eine andere Geschichte sein!


Hurra, das Resumée!

Ich sehe die Meditation als Übung an um eine Basis zu schaffen für ein ruhigeres, friedlicheres und erfüllteres Leben. Aber auch als notwendige regelmäßige Übung wenn man therapeutisch, schamanisch oder ähnlich geartet arbeiten möchte um Fragen zu sich selbst zu beantworten oder zu erarbeiten - oder um anderen Menschen auf den Weg zu helfen.
Und sei es dadurch, anderen Menschen ein paar Meditationsübungen näherzubringen um ihnen zu mehr innerer Ruhe zu verhelfen und den Alltag damit besser zu meistern ;-)

Gehabt Euch wohl,
Euer ilfur