Waldgeflüster

Dienstag, 17. Juli 2012

Lughnasadh 2012 / Lammas




Gülden gänzt es von den Feldern gelb gereift der Ähren Frucht.
Fülle überzieht das Land des Kornkönigs Revier, doch die Schatten werden länger
der Ruf der Anderswelt ertönt. Die Sichelfrau schreitet einher das ew'ge Opfer fordernd.
Und weise beugt der Herrscher sich vor ihm,
dem Jahresrad

Der Ursprung von Lughnasadh
Der Name verrät es- das Fest ist keltischen Ursprungs. Namensgeber ist der Lichtgott Lugh (vgl. römisch Lux= Licht). Lugh ist ein Gott der Thuata de Danann, der keltischen Göttergeschlechts. Lugh soll das Fest zu Ehren von Telta, seiner Amme und Ziehmutter gefeiert haben.
Hier zeigt sich auch die Bedeutung des Festes. Telta (vom altirischen talam = Erde) wird als Erdmutter verehrt. Erde und Licht feiern hier also ihre Verbindung.
Lughnasadt ist so auch die Beginn der Erntezeit und wird in einigen Gegenden immer noch das „Schnitterfest“ genannt. Es ist das erste der 3 großen Erntefeste.

An Lughnasad danken die Menschen den Göttern und der Mutter Erde für das Getreide und den Früchten auf den Feldern. Denn ohne gute Ernte, müssten die Menschen in den kalten Wintermonaten hungern.
Zu den bekanntesten Bräuchen gehört das Brotbacken aus dem frisch geernteten Getreide. Auch den Göttern wird Brot geopfert. Dieses wird in Form von Gott und Göttin gebacken.

Es gibt viele Geschichten um dieses Erntefest. Eine erzählt, dass der Gott Lugh, während die Menschen das Korn schneiden, von Ähre zu Ähre hüpft.
Ist das ganze Feld geerntet, stirbt auch Lugh. Die schwangere Göttin trauert, weiß aber, dass er schon bald im Kreislauf von Leben und Tod wiedergeboren wird, schließlich trägt sie ihn schon in sich. Wenn dann die Natur im Frühling wieder erwacht, kommt auch Lugh zurück.  
Früher glaubte man, der Geist des Getreides muss von einer Ernte zur nächsten konserviert werden, um das gute Wachstum zu gewährleisten. Das letzte Kornbüschel wurde daher besonders vorsichtig geschnitten und zu einer Kornpuppe geflochten, in der der Geist des Getreides sicher bis ins nächste Jahr verwahrt wurde. Den Winter über wurde diese Puppe an einem Ehrenplatz aufbewahrt, bevor einige Körner daraus im Frühjahr – zu Imbolc – wieder in die Erde gepflanzt wurden, um die Felder zu neuem Leben zu erwecken. 

Wann ist Lughnasadh?
Es ist unterschiedlich. Mittlerweile wird es am 1. und 2. August gefeiert- also genau 40 Tage nach der Sommersonnenwende. Aber man geht davon aus, dass es zu damaligen Zeiten mit der ersten Ernteeinfuhr gefeiert wurde.

Bräuche:

Volks“feste: 
Die Lughnasad-Feste wurden traditionell auf Hügeln gefeiert, und oft geht dem ein Fußmarsch, ein Bitt-, Opfer- oder Dankgang, auf die Hügelkuppe voraus. In Irland und auf der Isle of Man ist das heute noch so. Allerdings werden die christianisierten Formen dieser Feste meist mit den örtlichen Heiligen in Verbindung gebracht oder allgemein mit dem Schutzheiligen von Irland, dem Heiligen Patrick. 

Da das Element Wasser mit dem Fest assoziiert wird, finden einige dieser Zusammenkünfte auch an Quellen statt , die oft durch aufwändige Blumendekorationen geschmückt werden .

Stets war die Feier mit einer Zusammenkunft mehrerer Stämme verbunden. Traditionellerweise gab es Vieh- und Handwerksmärkte. Die mittelalterlichen Gilden stellten ihre Waren prachtvoll zur Schau und schmückten ihre Läden und sich selbst mit leuchtenden Farben und Bändern und hielten Paraden ab. Es fanden Wettkämpfe aller Art statt: Pferderennen, Spiele, Sportveranstaltungen. Man erinnere sich an die Taillteanischen Spiele (s.o.). Aber auch die schottischen Highland Games wurden lange Zeit Anfang August ausgetragen.

Rund ums Korn: 
Zu Lughnasad wurden die ersten Brotlaibe, Breie und Brötchen geopfert und während einer rituellen Mahlzeit verzehrt, die mit im Tempel oder sogar in der Kirche geweihtem Korn aus der neuen Ernte gebacken wurden. 
Durch diesen Brauch der Opferung der ersten Brote aus dem vorab gepflückten Getreide wurde die Ernte im Grunde rituell vorweggenommen und auf diese Weise magisch gesichert, denn so manches Korn und vor allem die Kartoffeln mussten noch einige Zeit ausreifen, bis sie geerntet werden konnten. Mann wollte sich mit dem Ritual versichern, dass die Ernte nicht doch noch durch einen Sommerhagel gefährdet wurde. Neben dem ersten Brot sollten auch andere Opfergaben den Schutz der noch ausstehenden Ernte vor Unwettern sichern. 


Zwischenmenschliches:  
Es waren vor allem Gruppen junger Leute, die sich nach dem festlichen Mittagsmahl aufmachten, um Heidelbeeren zu suchen. Das war eine der seltenen Gelegenheiten, bei der sich Jungen und Mädchen ohne die übliche, strikte Aufsicht der älteren Generation bei Singen, Tanzen und Spiel vergnügen konnten. Es überrascht daher nicht, dass Lughnasad häufig der erste Schritt in Richtung Ehe bedeutete. Der schottische Nationaldichter Robert Burns hat in seinem "It was upon a Lammas Night" geschildert, dass die Frucht- und Kornernte die Menschen auch körperlich näher brachte: "Corn rigs, an' barley rigs, an' corn rigs are bonnie; I'll ne'er forget that happy night, among the rigs wi' Annie". Von den Versuchs-Ehen, den Taillatinischen Hochzeiten, die zu Lughnasadh geschlossen (und wieder gelöst) wurden, war bereits die Rede.

Spirituelles: 
In der „Craft“ wird Lughnasad auch als Fest der Krieger und der männlichen Energie gefeiert. Die Waffen des „geistigen Kriegers“ sind sein Körper, sein Verstand und sein Geist. Diese drei Bereiche müssen ausgebildet werden, um harmonisch zusammenzuarbeiten. Der Krieger sieht seinen eigenen Ängsten ins Gesicht und entwickelt geistigen Mut. Körper- und Gesichtsbemalungen sowie das Herstellen und Tragen von Masken (während des Rituals) zählen ebenso zu den gängigen Praktiken wie die Arbeit mit Totemtieren.

Persönliches:
Ich freue mich ganz besonders auf dieses Fest. Denn für mich ist es ein Weg wieder zurück zu meinen Wurzeln zu finden. Einfach mal einen Gang zurückschalten und sich die Natur um sich herum noch bewusster machen als ohnehin schon. Im Trubel der Zeit geht so viel verloren...

 Und auch wenn man sich nicht für so sehr für das Keltentum und deren alten Feste interessiert - ich finde, sie haben etwas, das unserer Gesellschaft fehlt:

Dankbarkeit an unsere natürliche Umwelt und die Schätze unserer Erde.

Und den Respekt dem gegenüber. Der geht natürlich schnell verloren, wenn von Generation zu Generation mehr das Wissen darum verloren geht, dass man Marmelade aus Beeren kocht, die vorher gepflückt werden müssen, dass man Brot aus Weizen backt, das vorher auf dem Feld geernet werden muss und dass all diese Schätze von den äußeren Umständen und der Witterung abhängen und durch ehrliche Arbeit erst ermöglicht werden können.

Deswegen finde ich ,sollten wir uns die reichen Weizen- und Maisfelder voller Dankbarkeit ansehen, uns vielleicht einfach mal vorsichtig in eines begeben und fühlen, riechen und schmecken... und dafür danken, dass wir im Winter gut versorgt sein werden.

In diesem Sinne wünschen wir euch ein gesegnetes Lughnasadh 2012!
Blessed be!!!

Fenni & Marcel