Waldgeflüster

Montag, 18. Juni 2012

Sommersonnenwende / Litha / Middsommar 2012



Ich begrüße Dich, lieber Wanderer. Du bist bestimmt auf der Durchreise. Ich lade Dich ein, hier, in unserem magischen Wald eine Pause zu machen. Deine Wangen glühen ja schon.  
Du hast  bestimmt die Sommersonne in Deinem Nacken und auf Deinen Wangen gespürt. Sie hat viel Kraft, nicht wahr?
Kein Wunder. Es naht ja auch die Sommersonnenwende mit großen Schritten.
Was eine Sonnenwende ist, das fragst Du mich? 
Nun, nimm doch einfach Platz, erfrische Dich an der Quelle hier und lausche meinen Worten.
Eine Sonnenwende ist der Zeitpunkt an dem die Sonne senkrecht 
über dem jeweiligen Wendekreis steht.
Die Sonnenwende gilt immer noch als Orientierungspunkt für die Zeit der Saat und der Ernte. Unsere Ahnen haben diese Punkte durch Beobachtungen des Firmaments festgelegt.
Die Sommersonnenwende wird in unserem Wald 
(und an ganz vielen anderen Orten auf der Welt) dieses Jahr am 21. Juni gefeiert. 
Es handelt sich hier um den längsten Tag und die kürzeste Nacht im Jahr. 
Mutter Sonne hat für diese Nacht ihren Höhepunkt erreicht 
und tritt danach den Rückzug an um Gevatter Mond wieder wachsen zu lassen. 
Wusstest Du, dass die Sonne in einigen ganz nördlichen Orten an diesem Tage 
gar nicht untergeht?

Die Sommersonnenwende ist für uns hier im magischen Wald und auf dem alten Pfad eines der heiligsten Feste im Jahresrad.
Es ist für uns das Fest der Heilung.
Wir machen uns an diesem Tag bewusst, dass die Mutter Sonne ihren Höhepunkt der Macht erreicht hat und jetzt ihr Niedergang langsam naht. 
Das machen wir uns wirklich ganz bewusst. 
Alles was aufstrebt, muss irgendwann wieder sinken. 
Wenn Du auf Deiner Jagd einen Pfeil in den Himmel schießt, 
wird er früher oder später auch wieder zur Erde zurück kommen.

Wir entzünden übrigens zu diesem Fest viele Feuer. Das Feuer steht für uns für die Sonne. Damit huldigen wir noch einmal Mutter Sonne und begrüßen somit auch die 2. Jahreshälfte. Mit den Feuern versprechen wir der Mutter Sonne, dass wir sie nicht vergessen werden und
das wir sie unterstützen werden und für sie da sind, bei ihrem Niedergang.
Wir feiern noch einmal richtig mit ihr und tanzen im Kreis herum. Die kleinen Feen haben mir geflüstert, dass die Sonne das bestimmt ganz toll 
findet und das es ihr den Abschied sehr erleichtert. :)
Natürlich werden wir dann auch etwas essen. Die Natur bietet uns prächtige Zutaten von Blüten, Kräutern, Hölzern, Gewürzen, Pflanzen und Früchten. 
Du kannst ja hier im Wald mal schauen, was Du so alles findest. 
Pssst, dort hinten wachsen Walderdbeeren. Die sind köstlich ;)

Wusstest Du, dass die Kräuter, die Du in dieser Nacht sammelst, die größte Heilkraft haben? Versuche es mal. Du wirst überrascht sein,
wie stark einige Pflanzen und Kräuter riechen.
Es wird auch immer sehr romantisch an diesen Abenden. Liebespaare springen gemeinsam über die Feuer und werfen Blumen in die Flammen. Diese bestehen aus den Mittsommer-Kräutern, die von ihnen am Morgen des Tages gesammelt wurden.
Wenn sie sich während des Sprunges an den Händen halten, ohne loszulassen, 
deutet dies auf eine dauerhafte Liebe hin.
 Das Springen durch das Feuer gilt aber auch als Reinigungsritual. 
An der Höhe des Sprunges wird auf gute oder schlechte Ernte geschlossen.
 Alles Alte, Unbrauchbare, Lebensbehindernde kann symbolisch ins Feuer geworfen werden. 
Das Hinabrollen brennender Sonnenräder über Hänge und das Schwingen von Fackeln im Kreis symbolisieren die ewige Drehung des Jahres-Rades.
Die Asche jener Feuer wird auf die Felder gestreut, damit sie fruchtbar werden. 



Weißt Du, welche Gedanken mir im Moment dazu durch den Kopf gehen? 
Ich habe Dir doch erzählt, dass wir die Sonne auch unterstützen, wenn sie ihren Niedergang hat. Wenn sie einmal nicht so stark ist, wie sonst.
Ich habe mich eben gefragt, warum wir das mit den Menschen in unserer Nähe 
nicht auch machen?!
Mir ist aufgefallen, dass viele Menschen andere nur mögen, wenn diese stark sind und viel zu bieten haben. Und das sie versuchen mächtig zu werden, in dem sie andere niederdrücken (egal ob Körperlich, durch Gerüchte, Lästereien...) 
Und ich frage mich jedes Mal warum sie das machen. Weißt Du es?
Der Mensch und eigentlich alle Lebewesen sind so aufgebaut, dass sie nie leiden wollen. Warum handeln einige Menschen dann blos so anders?
Eigentlich gegen ihre Natur?
Warum sind diese Menschen so voller Negativer Energie, dass sie Grummeln und Donnern und mit Blitzen um sich werfen? Und gar nicht überlegen...
Vielleicht ist deshalb der Sommer auch die Jahreszeit der Gewitter. Weil die Emotionen hochkochen? Und weil diese Zeit eigentlich reinigt? 
Kennst Du das Gefühl, wenn Du im Hochsommer draußen bist 
und sich ein Gewitter anbahnt? 
Spürst Du dann auch ab und zu dieses Kribbeln und diese Spannung in der Luft? 
So geht es mir auch manchmal, wenn ich neben Leuten stehe...
Ich wünschte, dass mancher dieser Menschen nach einem Gewitter einmal hinaus geht und tief Luft holt. Und versteht, wie schön friedlich die Stimmung nach
einem Gewitter ist. Ich wünsche diesen Menschen, dass sie verstehen, dass Gewitter zwar sein müssen, aber irgendwann auch vorbei sind und nicht zur Lebenseinstellung werden.
Ich wünsche diesen Menschen, dass sie erkennen, dass alles, was sich hochschaukelt auch wieder runter kommen muss. Das ist der Lauf des Lebens 
und man sollte nicht versuchen das zu ändern. 

So wie Mutter Sonne und Vater Mond im Einklang bleiben, sollten auch wir versuchen unser persönliches Gleichgewicht zu finden.

Jetzt habe ich Dir aber genug erzählt. Schau mal... die Feen und Kobolde bringen schon den Strohmann und die Strohräder. 
Die Goblyns stimmen schon ihre Instrumente. Du solltest Dich bereit machen und mit uns feiern! Komm, ich lade Dich ein! 

Komm! Tanz mit uns!!! 


In diesem Sinne wünsche ich allen Wanderern in usnerem  Wald ein schönes 
Litha /Sommersonnenwende / Middsommar

Blessed be!