Waldgeflüster

Sonntag, 15. April 2012

Frühlingsbote Wiesenschaumkraut

Ist es nicht wundervoll ? Der Frühling beginnt, alles blüht wie verrückt! Die ersten Frühlingsboten mag ich ganz besonders. Sie haben die zartesten Farben und einige davon bilden teilweise riesige Blütenteppiche, in die man sich am liebsten hineinwerfen möchte!

Meine absoluten Farbteppich-Lieblinge sind die weißen Buschwindröschen im Wald und -darum gehts im heutigen Text- das pastellviolett-weiße Wiesenschaumkraut, gerne in Kombination mit leuchtend gelbem Löwenzahn.

Wenn ich sowas sehe verschwindet meine Winterdepression auf einen Schlag :-)



Eine Wiese mit violetten Blümchenwölkchen aus Wiesenschaumkraut :-)
Wiesenschaumkraut ist gern gesellig und bildet Grüppchen:
das Kraut kann sich nämlich auch ohne Samen verbreiten -
die dichten Nachbarn sind oftmals direkte Abkömmlinge...

Wiesenschaumkraut hat seinen Namen angeblich dadurch erhalten, daß man oft kleine Schaumklümpchen an den Blättern und Stielen der Pflanze vorfinden kann. Die haben aber nichts direkt mit dem Kraut zu tun: eine Insektenart findet die frühen hohen Stengel nur interessant genug, um ihre schaumigen Klümpchen aus Eiern dort abzulegen. Ich dachte immer, das wäre eine Spinnenart gewesen; aber laut Wikipedia ist das die Schaumzikade, die das tut. Manche nennen das Zeug auch einfach "Hexenspucke". Ich glaube, den Begriff nehme ich am liebsten :-)

Wunderschöne, nektarreiche Blüten - diese schmecken sehr süß aber auch bitter.
Wer hat die Fliege auf einer der Blüten schon entdeckt ?

Das Wiesenschaumkraut kann man übrigens essen - wenn man auf scharfen Geschmack steht! Die Blüten und später auch die rötlicher gefärbten Pflanzenteile schmecken bitter, das muß man nicht unbedingt haben - aber zur richtigen Zeit gesammelt entwickelt die Pflanze eine Würze und Schärfe, die einem zünftigen Merrettich in Nichts nachsteht!
Die in der Pflanze enthaltenen Senföle(Senfölglykoside) sorgen für den Geschmack und auch für die blutreinigende, harntreibende Wirkung der Pflanze.
Manche nennen die Blume daher auch "Wiesenkresse" oder auch "Bettsoicher" (schwäbisch "soicha" bedeutet soviel wie bayrisch "brunza"...)

Ein kleiner Nachtrag: Wiesenschaumkraut gehört zu den "Kreuzblütlern" - über sie und ihre Ähnlichkeiten bzw. Unterschiede schreibe ich noch in einem anderen Artikel. Wenn Ihr noch Lust und Interesse habt, dann schaut doch mal rein!

Das Wiesenschaumkraut gibt es auch in weiß !
Leider halten die Blüten, einmal gepflückt, nicht lange durch -
aber ein schönes duftendes Sträußchen geben sie allemal !

...es ist einfach ein wunderschöner Frühlingsbote !



Gehabt Euch wohl,
Euer ilfur