Waldgeflüster

Freitag, 20. Januar 2012

Imbolc 2012


Imbolc

Anfang Februar gilt es ein ganz besonderes Fest zu feiern: Imbolc
Es ist Hochwinter und alle alten Energien sind endgültig vorbei. Man hat die Rauhnächte hinter sich gebracht und auch die langen dunklen Abende weichen langsam wieder den länger werdenden Tagen. An Imbolc sind die Tage bereits eine Stunde länger hell als noch im Dezember.
Auch wenn die dunkle Zeit sich langsam verabschiedet, ist der Frühling noch in weiter Ferne. Besonders früher wurde dieser dringend herbeigesehnt. Nicht nur, weil es sehr kalt war, sondern weil die Bauern alles an Vorräten was sie im Vorjahr gesammelt hatten, langsam aufgebraucht hatten. Auch die Vorräte an Kraft und Lust der Lebensfreude waren durch die Dunkelheit langsam aufgebraucht (Winterdrepressionen)
Ich kann mir gut vorstellen, wie sich die Leute damals etwas Grün herbeisehnten. Und es stimmt...Imbolc ist die Zeit, in der die Erde langsam aus ihrem „Winterschlaf“ erwacht. Die ersten Pflanzen stecken scheu ihre Köpfe aus der Erde und verraten uns, dass sie Vorboten des Frühlings sind.
Schneeglöckchen, die weissbeerige weibliche Misteln, (und viele mehr) erwachen zu neuem Leben.
Hochwinter aber die ersten grünen Pflanzen kündigen den Frühling an


Imbolc ist für uns das Fest, um sich auf allen Ebenen vom Winter zu verabschieden.
Man nennt es auch das Kerzenfest.
Früher wurden über den Winter aus dem Talg der im Herbst geschlachteten Tiere Kerzen gefertigt. Auch die damals sehr kostbaren Wachskerzen entstanden in kalten Wintertagen am heimischen Feuer. Zu Imbolc wurden diese neu gefertigten Kerzen geweiht. Die brennende Kerzen symbolisiert das neuerwachte Licht. Dem Wachs von Imbolc- Kerzen wird im Volksglauben eine hohe Schutzkraft zugeschrieben. Man verwendete sie (und tut das auch heute noch) an Krankenbetten, in Notsituationen, bei Geburten oder einfach dann, wenn man Schutz brauchte.

Die Zeit des Frühjarsputzes steht an. Innerlich wie äußerlich. Jetzt kann man sich Gedanken machen, wovon man sich reinigen möchte, was man umsetzen möchte. Ist es nicht bei Dir auch mal wieder Zeit für eine Entrümpelung, eine Entschlackung, Loslösung von Altem? Durch diesen Frühjarsputz in uns und um uns können wir Platz schaffen für neues und uns von den Lasten des Vergangenen reinigen.

Danach ist es Zeit neue Ideen und Pläne zu schmieden. Doch lasst eure Ideen nicht zu früh raus. Denn so wie in der Natur die ersten grünen Triebe auch noch mit den letzten kalten Winterstürmen zu kämpfen haben, wird es euch auch ergehen. Imbolc ist noch die Zeit des Stillhaltens und Wartens. In der Stille kann man das sanfte flackern einer Kerze (seiner Imbolc-Kerze?) am besten bewundern und in der Stille kann sie ihre ganze Kraft entfalten.
Ihr habt noch Zeit, eure Ideen langsam „auszubrüten“ und bei Zeiten zu gebären.

Ich sehe Imbolc immer gerne als Übergangsfest. Der Winter ist bereits gebrochen und das neue Leben im Frühling beginnt langsam wieder. Imbolc markiert genau die Hälfte zwischen Wintersonnenwende und Frühjahrs-tagundnachtgleiche. Man schrieb dieser Zeit eine magische Wirkung zu. Orakel und Weissagungen wurden also gerne in diesem Zeitraum gemacht.

Imbolc ist das Fest der Reinheit. Rein und weiß wie frisch gefallener Schnee oder wie frische Milch. In keltischen Gegenden ist es immer noch Brauch, ein wenig Milch über die Türschwellen als Dankesopfer zu gießen. Wegen dieser Reinheit sind auch die meisten Imbolc-Kerzen weiß. Auch tragen viele an diesem Tag helle Kleidung.
Dieses Fest ist verschiedenen Gottheiten geweiht. Die bekannteste ist wohl die Brigid. Sie ist die Göttin der Poesie, Heilung und Schmiedekunst. Andere Göttinnen die an diesem Tag verehrt werden sind Danu, Cailleach und Epona. Die Winter waren oft sehr streng und so wurde Imbolc nicht mit einem großen Fest mit großen Menschenansammlungen gefeiert, sondern in der Regel am heimischen Herd.




Bräuche zu Imbolc:
  • die Natur langsam aufwecken
  • ein Strohkreuz flechten (Brighid´s Crosses)
  • eine Strohpuppe als Frau anzuziehen und diese dann in einen Korb legen (Brighid´s Bed) um die Brigid ins Haus einzuladen
  • Einen Holzscheit aus Ebereschenholz ins Feuer legen und am nächsten Morgen nach Zeichen der Brigid zu schauen (heute gibt es da die Tradition des Bleigießens)
  • eine Kerze in der Abenddämmerung anzünden und erst in der Morgendämmerung wieder löschen
  • Alle Räume des Hauses reinigen und ausräuchern
  • Frühjarsputz machen
  • Kerzen gießen
  • Besen aus Weiden binden (Hexenbesen werden auch an Imbolc geweiht)


Ich möchte euch noch kurz erklären, was Imbolc eigentlich bedeutet:
Seine Wurzeln hat das Mitwinterfest Imbolc in Irland. Sein Name stammt aus dem Gälischen Wort (O`imelc, imolg oder imbulc) ab, welches sich aus „oi“ (keltisch für Schaf) und „melcg“ (keltisch für Milch) zusammensetzt.
Es bedeutet also Schafsmilch in Anlehnung darauf, dass bald die Frühjarslämmchen geboren werden. Das neues Leben erwartet wird...

In diesem Sinne wünschen wir euch allen ein friedliches Erwachen und ein magisches Imbolc :)

Imbolc: Die Natur erwacht zu neuem Leben