Waldgeflüster

Samstag, 12. November 2011

Pilze, kleine Wunder dieser Erde

Pilze, kleine Wunder dieser Erde 

Der Fürwitz dieser alten Erde
lacht in den Pilzen uns hervor.
Daß er dir nicht gefährlich werde,
sieh dich beim Pilzesuchen vor.

Nur für das schöne Märchen sind die roten
und darum für das Leben Gift.
Vielleicht daß sich das Volk der Toten
beim Fliegenpilz zum Tanze trifft.

Der Steinpilz, die bescheidenen Maronen
sind da, beim Suchen dich zu lohnen.
Du findst dann auf der Gabelspitze
ganz köstlich diese Erdenwitze.



Bunte Pilze sind die Kindchen,
Die dem Mutterschoß der Waldung
In den feuchten Sommernächten
Gleich zu hunderten entsprießen.

Und sie gucken zwerghaft niedlich
Unter breiten Faltenhütchen,
Ducken sich ins Moosgewoge,
Bange vor der kleinsten Schnecke.

Schnecken kommen viel gezogen.
Hei, wie freu'n sie sich der Beute!
Fressen, daß die Bäuche schwellen
Von des Pilzlings rundem Rücken.
Emeranz



Was innerhalb der Erde
Geheim gezettelt werde,
Man kann es weder sehen
Noch wissend übergehen.
Urplötzlich reift das Ganze,
Kommt Hut an Hut im Kranze,
Ganz gleiche, viele hundert,
Daß jeder sich verwundert,
Stehn mit behextem Fleiße
Gestielt im „Hexenkreise“!
C. F. Schimper