Waldgeflüster

Montag, 24. Oktober 2011

St Hywyns Church- den Atem des Himmels spüren



Seit dem 5. Jahrhundert existiert dieser Ort der mittlerweile Christlichen Gottesdienste am Rande des Meeres. Am Anfang bestand die Kirche aus einer einfachen Holzkonstruktion mit einer Gebetszelle. Die wenige Dorfbewohner mit ihren bescheidenen Hütten klammerten sich an ihren keltischen Glauben. Ihr Lebensunterhalt war abhängig vom Meer und sie hingen an ihrem Lebensraum mit den Felsigen Böden und dem wilden Meer , wo sie aufgewachsen und auf denen ihre Kultur seit jeher untergebracht war. Schon immer waren die Menschen dort sehr gläubig.

Cadfan, der Krieger der Heiligen, der aus der Bretagne mit Hywyn reiste, ging zum Enlli, die Insel vor der Spitze der Halbinsel Llyn. Er gründete ein religiöses Haus, das später der St. Maria geweiht wurde- die Kirche St. Hywys.
Für beide Männer war dieser Ort, ein Orte ihres tiefen Glaubens. Ein Ort, an denen sie fühlten, dass wer von Gott für sie vorbestimmt war um zu beten und zu sterben.

Der Titel "Heiliger" in der keltischen Kirche war und ist kein Ehrentitel wie wir ihn kennen, aber er weist darauf hin, dass die Person ein Christ war.

Im Jahr 1137 begann Gruffydd ap Cynan, König von Gwynedd, mit der Errichtung von Steinkirchen. Die alten Holzkichen in den wichtigsten Gemeinden wurden durch Felssteine neu aufgebaut. Aus dem Holz der alten Kirche konnten die Einwohner neue Häuser bauen. Der älteste Teil der St Hywyn-Kirche stammt aus dieser Zeit.
Aus dieser Zeit kommt auch ein Heiligtum dieser Kirche. Ein Stein-Stuhl – genannt Stuhl des Friedens. Streitigkeiten wurden auf ihm beigelegt und er bot Flüchtlingen und Hilfesuchenden für 40 Tage Asyl.

Die St Hywyn-Kirche wurde im 12. Jahrhundert ein klassisches christliches Kloster, aber noch ohne Zugehörigkeit zu einer bestimmten Religion. Eine Vereinigung von Geistlichen arbeitete hier zusammen unter der Führung eines Abts oder eines gewählten Führers.

Im Jahre 1417 wurde die Kirche in Aberdaron erweitert. Ein neues Gebäude wurde hinzugebaut. Aufzeichnungen belegen, dass die Kirche in Aberdaron immer noch eng mit St. Marien Abbey auf Bardsey Island verbunden ist. Diese Insel stelle ich in einem meiner nächsten Blogs vor :)

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Für mich war der Besuch dort sehr eindrucksvoll. Teilweise hatte ich das Gefühl den direkten Atem des Himmels zu spüren. Das rauschende Meer, der scharfe Wind der einem teilweise den Atem nimmt... das Wissen um diesen Platz. Diese Ruhe und Tiefe in der Kirche.
Ich hätte am liebsten ewig dort verbracht. Es war, als wäre ich Zuhause - angekommen.
Ein absolut magischer Kraftort.