Waldgeflüster

Freitag, 26. Januar 2018

World Wide Womb Blessing - Januar 2018 - der Kreis der Schwestern


Du bist herzlich willkommen!
Um mit uns im Kreise von Frauen das Womb Blessing zu erhalten, melde Dich bitte zusätzlich zu unten stehendem Link auch direkt bei mir unter fenni@traumreich.eu an. Einige wenige Plätze sind noch frei. Ich freue mich auf Dich!
Wir begehen das Womb Blessing am 31.01.2018 um 18:30 Uhr im Frauenhain-Tempel des Traumreich-Waldes. Genaue Adresse erfahrt ihr bei eurer Anmeldung. Bitte bringt 2 kleine Schälchen mit und etwas zu essen um euch nach der Segnung zu stärken. 

Anmeldung Weltweites Womb Blessing für Frauen
http://www.mirandagray.co.uk/register.html
Willkommen im Frauenhain


Wer steckt eigentlich hinter dem Frauenhain?

Das bin ich! Die Fenni. Ich bin 37 Jahre alt und arbeite schon seit fast 20 Jahren im Spirituellen Bereich. Als Hexe bin ich bekannt. Als Priesterin der Göttin, Priesterin der Ceridwen, Priesterin in Stonehenge, Botschafterin des Frau Holle Landes, Moon Mother- Botschafterin für Niedersachsen, Ritualfrau,... die Menschen haben mir viele Namen und Titel gegeben. Jeder einzelne begleitet mich auf meinem Weg. Doch das Herz führt mich. Nicht Titel. Und im Herzen ist mir ein Anliegen euch auf euren Wegen zu begleiten. Euch einen Raum zu geben und euch zuzuhören. In Reinheit und Gnade! Mit vollem Herzen und voller Liebe! Ich habe bewusst ein Bild gewählt, auf dem ich sehr müde wirke! Und lasst euch gesagt sein- bei diesem Anlass war ich sehr müde und kaputt. Eine normale Frau mit normalen Begleiterscheinungen eben ;) Auch Priesterinnen dürfen müde sein! Aber deswegen sind sie nicht weniger Kraftvoll! Ich bin eine von euch! Lasst uns auf Augenhöhe begegnen! Müde, kaputt, Sorgenvoll, fröhlich oder wie auch immer euer Pulsschlag grad schlägt. Glaubt mir, ich kenne eure Sorgen mit Sicherheit auch und arbeite nicht von oben herab! Sondern eher als Freundin, Mutter, Frau, Alte Weise, oder was ihr auch immer in dem Moment braucht! Ich bin für DICH da!!

Ich freue mich auf Dich!

 

Imbolc 2018- Brigid... wische ab meine Tränen

Mit dem Brigids Cross
Wische nicht immer Deine Tränen weg … Imbolc 2018
Die Tage werden jetzt spürbar immer länger. Die Zeit ist schon wieder soweit. Imbolc steht schon wieder an...Imbolc. Wenn ich an dieses Jahreskreisfest denke, denke ich automatisch auch an die Göttin Brigid einer Figur, die mehr Göttin als Heilige ist. Die keltische Göttin gehört vielleicht zu den ältesten Göttinnen Europas. Teilweise wird sie sogar unter christlichen Mantel verehrt. Viele Namen trägt sie. Ihre Attribute sind aber meistens die selben. Dadurch, dass sie an einem Knotenpunkt zwischen zwei so gegensätzlichen Naturelementen steht (Feuer und Wasser, Leben und Tod) und beide in sich vereint, war Brigid für die Kelten eine sehr machtvolle Gestalt. Für die Druiden war Brigid auch die Göttin der Wahrheit, in ihrem Namen legte man einen Eid ab.

Als Schutzherrin der Schmiedekunst ist Brigid eine von mehreren keltischer Göttinnen, wie z.B. ihrer "dunklen Schwester" Morrigan, die u.a. ebenfalls mit dem Kriegshandwerk in Verbindung steht. Dabei fällt aber auf, dass Brigid zwar die Erfinderin der Schmiedekunst ist, jedoch nie selber mit todbringenden Aspekten wie Krieg und Waffen (wie zum Beispiel die Morrigan) assoziiert wird. Dafür gilt sie als Begründerin der Totenklage, da sie um ihren auf dem Schlachtfeld getöteten Sohn weinte, und die schottischen Banshees, weibliche Geister, die um die getöteten Mitglieder einer Familie klagen und heulen, verkörpern diesen Aspekt von ihr. Sie sollen der leidende Geist Brigids sein. Sie ist die dreifache Göttin der Kelten. Sie verkörpert die Jungfrau, die liebevoll nährende Mutter und die Weise alte.

Doch ich schweife ab. Imbolc ist zweifellos ein Frühlingsfest. Das steht wohl außer Frage. Denn wer spürt es nicht. Das Erwachen der Natur? Die ersten Schneeglöckchen die mutig ihre Köpfe durch die gefrorene Erde stecken? Als ich gestern spazieren ging, hatte ich tatsächlich ein erstes zärtliches Frühlingsgefühl. Ganz leise und sanft… aber dennoch bestimmt. Die Luft roch frisch und irgendwie war alles klar. So … gereinigt... Ein weiterer Aspekt von Imbolc. Das Fest der Reinigung. Für mich ist Imbolc nämlich nicht nur ein einziger Festtag, sondern eher ein Zeitraum. Durchaus ein Zeitraum, der der Reinigung dient. Frühjahrsputz denken jetzt sicherlich einige, aber ich denke da auch an den inneren Frühjahrsputz.
Reinigung ist auch ein Element in den Quellen die auf Imbolc verweisen. Ein Gedicht über die Festtage in alten Handschriften gefunden, bezieht sich auf Imbolc:
Fromad cach bíd iar n-urd,
issed dlegair i n-Imbulc,
díunnach laime ist coissi ist cinn,
is amlaid sin atberim.

Das Kosten jedes Lebensmittels in der Reihenfolge,
dies ist, was sich zu Imbolc geziemt, 

Waschen von Hand und Fuß und Kopf,
Es ist so wie ich sage.
Imbolc, wird hier als eine Zeit des Waschens erwähnt, während die anderen Vierzeiler sich auf Arten von Lebensmitteln die gegessen werden dürfen beziehen. In diesem Gedicht sind zu Imbolc keine bestimmten Lebensmittel erwähnt, obwohl andere Gedichte mehr explizit Butter erwähnen (Im Hexentum eines der kraftvollsten Heilmittel!!!).
Aber nicht nur Milch und Butter reinigen. Auch das Feuer mit dem Brigid sehr eng in Verbindung gebracht wird, hat eine reinigende Wirkung. Sie trägt das Feuer der Inspiration und Divination. Das Feuer der Heilung und der Fruchtbarkeit. Und das Feuer der Schmiede und des Handwerks.
In Irland gibt es die Sage, dass Bride mit einer brennenden Kerze in jeder Hand vor Maria ging, als sie zum Tempel zur Reinigung ging. Die Winde wehten stark auf dem Tempelberg und die Kerzen waren ungeschützt, dennoch flackerten sie nicht, noch gingen sie aus. Seit diesem Vorfall heißt Bride "Bride boillsge" Bride der Helligkeit“. Dieser Tag wird gelegentlich "La Fheill Braut nan Coinnle," genannt, das Fest der Bride von den Kerzen – auch Lichtmess genannt.
Es gibt noch andere Feste der Reinigung die zu diesem Zeitpunkt fallen. Wie oben erwähnt, war der Februar eine Zeit der Reinigung im römischen Kalender und im Christentum ist die Fastenzeit ein vergleichbarer Zeitraum der Reinigung.
Ach, es gibt noch so unendlich viele Geschichten über Brigid zu erzählen. Darum hier in Kürze die wohl bekanntesten Traditionen zu Imbolc:
Weitere Traditionen zu Imbolc:
Wir besuchen heilige Quellen und binden bunte Bänder daran. Ehren das Wasser und reinigen uns mit ihm.
Häuser und Gegenstände werden ausgeräuchert und gereinigt.
Wir nehmen ein Bad in Milch und Butter. (Weiße Lebensmittel und Heilmittel. In vielen alten Hexenrezepten war Butter ein „all-heil-Mittel“.
Zu Imbolc werden diverse Strohkreuze, genannt Brighid’s Cross gemacht. Davon gibt es zwei Varianten. Laut einer Quelle sind die irischen Brighid Kreuze 3 Strahlig, es gibt aber auch eine Variante mit vier Strahlen. Beide Varianten werden als ein altes Sonnensymbol gesehen.
In La Fheill Brighid (2. Februar) kommen die Frauen zusammen um ein Abbild der Göttin als Jungfrau in Form von Puppen zu machen. Die Bride- Dolls. Die fertig erstellten Püppchen werden dann in einen Wiegen ähnlichen Korb gelegt.
Eine andere Tradition ist es ein Stück Brot, Milch und eine Kerze für Brighid draußen zu lassen. Dieses macht man am Vorabend von Imbolc. Die Brigid, die die Milch wieder zum fließen bringt, segnet die Lebensmittel dann. Am anderen Morgen kippt man die Milch auf der Türschwelle aus. Das soll Glück bringen und das Haus beschützen. Immerhin ist Brigid ja auch auf einer Türschwelle geboren.
In der Carmina Gadelica gibt es eine Stelle, wo sie in Beziehung zu einer Schlange die aus einem Hügel zu Latha Fheill herauskommt. Brigid soll ja früher auch eine Erdgöttin gewesen sein. In den West-Highlands gibt es einen Spruch, der diese These unterstützt.Früh an Bride’s Morgen wird die Schlange aus dem Loch kommen. Ich werde die Schlange nicht stören noch wird die Schlange mich stören.“
Ihr magischer Mantel wurde häufig gepriesen: „oh Brighid wirf deinen Mantel über mein Haupt. Dein leuchtender Mantel mich beschützen soll. Die Iren stellen ihre Freunde „unter Brighid’s Mantel“. „Mögest du sicher sein und warm haben unter Brighid’s Mantel“


Wusstet ihr, dass man von Brigid auch sagt, dass sie die Ziehmutter von Jesus war? Marias beste Freundin? Lest mal nach. Sehr spannend. Die Druiden sagen zum Beispiel, dass Jesus während seiner Kindheit nach England gekommen ist und dann erst einmal über 30 Jahre von der Bildfläche verschwunden ist. Eine Ausbildung zum Druiden dauerte in der Regel ca. 30 Jahre (nur mal so erwähnt und als Diskussionsstoff in den Raum geworfen). Im Gälischen ist eines der häufigsten Namen von Brigid: Muime Chriosd. (Ziehmutter Christi)
Aber ich schweife schon wieder in gemütliche Abendliche Gesprächsrunden bei einem Kräuterpfeifchen und frisch gekochtem Kräutertee ab.
Was machen wir vom Traumreich also an Imbolc?
Wir vom Traumreich begehen dieses Fest immer in mehreren Etappen. So fängt für uns der Zeitraum um Imbolc immer schon ein paar Wochen vor dem eigentlichen Datum an. Wir ziehen hinaus in die Welt und reinigen Orte, Gegenstände und unsere Gedanken. Über die dunkle Jahreszeit hat sich oft ein Sumpf von negativen Gedanken angesammelt und zieht uns unaufhörtlich immer Tiefer. Zeit dem zu entfliehen und sich zu reinigen.
Natürlich reinigen wir auch im Auftrag unserer Freunde und Besucher des Traumreich-Waldes Ritualgegenstände, Kraftgegenstände, Talismanne und dergleichen. Das machen wir schon viele Jahre und es ist ein schönes Ritual geworden. Am Vorabend von Imbolc ist dieses Jahr das Womb-Blessing welches im Frauenhain abgehalten wird. An Imbolc selbst reinigen wir dann auch unser Haus. Abends feiern wir dann unser Imbolc Ritual im Traumreich-Hausbaum – unserem kleinen Tempel umgeben von Bäumen und Wiesen.
Brigid, hilf mir mich zu reinigen! Was muss bei euch gereinigt werden? Welche Gedanken sind soweit, dass man sie ziehen lassen kann? Welche Menschen solltet ihr gehen lassen und euch von ihnen reinigen? Ein Sprichwort welches ich neulich von einem Besucher im Traumreich-Wald gehört habe lautet:
Wische nicht immer Deine Tränen weg. Sondern wische das aus Deinem Leben, das für Deine Tränen verantwortlich ist.“
Vielleicht hilft es euch, zu beten. Ich werde – wie jedes Jahr- an Imbolc für euch beten. Ein Gebet, welches heute noch in Kildare von den Nonnen der Brigid gesprochen wird. Vielleicht helfen euch diese Worte Klarheit und Reinigung zu finden und euer Imbolc für euch als Heilung zu empfinden. Ich bin bei euch! Und Brigid ist es auch!


Brigid
You were a woman of peace.
You brought harmony where there was conflict.
You brought light to the darkness.
You brought hope to the downcast.

May the mantle of your peace cover those who are troubled and anxious,
and may peace be firmly rooted in our hearts and in our world.
Inspire us to act justly and to reverence all God has made.

Brigid you were a voice for the wounded and the weary.
Strengthen what is weak within us.
Calm us into a quietness that heals and listens.
May we grow each day into greater wholeness in mind, body and spirit.
Amen.

Donnerstag, 4. Januar 2018

Rauhnächte 2017/2018

Frau Holle wacht über allem
 
Zeit der Ruhe, und des Findens.
Zeit des Nebels, des Verschwindens.
Verwobne Nadeln um den Schein,
nicht hier und auch nicht klar zu sein.

Ich höre kommen fernes Sehnen,
Schatten die die Seele quälen.
Vergehen, denn sie sind bekannt,
doch werden niemals sie genannt.

Gedanken ziehen in fernes Land,
berühren mich und sind verbannt.
Das alte geht, das neue bleibt
im Wandel wie seit langer Zeit. 




Jetzt sind sie fast schon wieder herum. Die Rauhnächte. Wie ist es euch in dieser Zeit zwischen den Jahren ergangen? 
Orakeln in den Rauhnächten
Auch in diesem Jahr waren wir wieder fleißig zu den Rauhnächten. Es wurde in unserem Hexenwald wieder fleißig Orakelt und natürlich haben wir wieder mit einigen Interessierten Besuchern unseren Rauhnachtsworkshop abgehalten. Hierbei kamen sehr tiefe bewegende Momente ans Licht, die uns sehr berührten. Es wurde getrommelt, gereist, gesungen, geweint aber auch herzlich viel gelacht. Es ist schön, in dieser Zeit mit gleichgesinnten in einem schützenden Kreis zu sitzen und gemeinsam dem Mysterium der Rauhnächte auf die Spur zu kommen.  Zu dieser Zeit sind die Schleier mehr als dünn und die Welten scheinen irgendwie verwoben. Die Träume in dieser Zeit scheinen seltsamer zu sein, so meint man. Genau dieses wurde mir auch dieses Jahr wieder von einer Teilnehmerin bestätigt. Seltsam so scheinen sie...und doch sind sie voller Bilder und Symbolik für das kommende Jahr. Wir haben mit einigen Interessierten eine Gesprächsrunde durchgeführt, in denen wir gemeinsam überlegt haben, wofür denn die jeweiligen Träume stehen könnten. Spannend, wie unterschiedlich die Träume gedeutet werden können...

Die wilde Jagd war deutlich zu spüren



Auch drangen Berichte eines Teilnehmers an unser Ohr, in denen von Begegnungen mit der Wilden Jagd erzählt wurde. Er hatte das Gefühl persönlich von ihnen gejagt worden zu sein... den Atem der wilden Pferde in seinem Nacken zu spüren...Sehr spannend! 
Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber die Rauhnächte sind eine durch und durch spannende Zeit voller Magie! Wir sind dankbar, dass wir euch durch diese rauhe Zeit begleiten dürfen! Und das dürfen wir jetzt schon seit über 10 Jahren.Hierfür danken wir euch von Herzen!!!
Aber jetzt erzählt mal! Wie ist es euch in den Rauhnächten ergangen? Was habt ihr spannendes geträumt oder erlebt? Noch ist es nicht zu spät! Braucht ihr Hilfe oder unseren Rat? Dann schreibt uns an! Wir freuen uns sehr!



Nächster Termin:

Imbolc Ritual 1. Februar im Traumreich-Wald

Thema: Brigid - Wecke mich auf und gehe mit mir in die Heilung 

Middewinterhornblasen um die bösen Geister zu vertreiben Ein sehr alter Brauch

Freitag, 8. Dezember 2017

Anklopfnächte - Bräuche zu Yule

 
Knock, Knock...I put a spell on you....
oder doch nicht?


Immer wieder werden wir gefragt, was es denn alles für schöne Bräuche zur Yule- Zeit gibt. Heute möchten wir euch einen Süddeutschen Brauch vorstellen. Die Anklopfnächte oder auch das "Anklöpfeln". Heute ist der erste von den drei Donnerstagen vor Yule. Dieser Brauch wird an den 3 Donnerstagen zelebriert. 
Wie bei so vielen Bräuchen, lassen sich auch hier die genauen Anfänge nicht feststellen. Bereits 1450 sprechen Aufzeichnungen von Klöpfelnächten und es finden sich Belege, die andere glückbringende Praktiken an den Donnerstagnächten vor Weihnachten überflüssig machen. So lesen wir:

An den dreyen donnerstagnächten, die da sind nächst vor Weihnachten, bedarfst du nicht umb den prunnen geen und den habern und leyn saen. Als man dann pflegt zu der zeit als es das gluck geytt, sunder dir wider fertt glückes genug.“ Sebastian Frank berichtet 1534 im „Weltbuch“ von Lohn für das Glückwünschen. Die „maydlin und knabenverkündeten von Haus zu Haus gehend von der bevorstehenden Geburt des Herrn und wünschten ein „glückseliges jar“.

Dafür erhielten sie „öpfel, birnen, nusß und auch Pfennig zu Jar. Über die Jahrhunderte erlebte der Brauch auf Auf und Nieder, ein Für und Wider. Um 1600 zu lesen in einem Bapistenbuech: „Das Advent 3 Wochen vor dem neuen Jahr oder dem Geburtstag Christ soll Petrus aufgesetzt haben, dass man sich darinn uff die Zukunft Christi bereiten soll. Diese drei Donnerstag ist an viel Örtern der Brauch, das die Kind in der Statt herumgehen und an die Häuser klopfen; den gibt man Nuß, Äpfel, Birnen und Lebkuchen. Diese Necht helt man für scheulich und verworfen tag, förcht sich vor Gespennst, Unholden, Hexen und Drutten.“ Das protestantische Augsburg verbietet „bey ernstlicher Straffe“ das Anklopfen. In nicht protestantischen Gebieten lebte der Brauch jedoch weiter und uferte teilweise wegen grober Sachbeschädigungen des „Anklopfens“ in Schlägereien aus. Mit Kieselsteinen beworfene Fensterscheiben gingen zu Bruch, der Lärm und das Geschrei versetzte die Menschen in den Häusern in Angst und Schrecken. Wahrscheinlich gab es nebeneinander zwei Brauchformen: ein ursprünglicheres, wilderes, nachsichtig geduldetes Anklöpfeln der Erwachsenen und eine verharmloste, verniedlichte, sogar unterstützte  Form als Kinderbrauch. Als fester Begriff stand die Klöpfelsnacht mittlerweile im Kalender und sogar eine Münchner Hofhaltsrechnung von Herzog Albrecht VI. von 1630 nennt um den 20. Dezember eine Anklopfnacht.

Der Brauch zeigt zwei Gesichter: Das freundschaftliche Anklopfen mit Segenswünsche und Gaben der Fruchtbarkeit und das bösartige mit Verwünschungen und Steinwürfen.

Und auch in der magischen Hexenwelt ist dieser Brauch zwar abgewandelt bekannt, aber er ist bekannt. Und zwar so bekannt, dass in manchen Jahren dieser Brauch sogar verboten wurde. Zu groß war die Angst vor Hexen und anderen Wesen. Aber diese Zeiten sind ja bekanntlich schon lange vorbei und so treffen wir Hexen uns in dieser Zeit an den Feuern und Orakeln was das Zeug hält.
Es geht stramm auf die Rauhnächte zu und wie ihr ja schon wisst, sind die Rauhnächte die perfekten Orakelnächte. Und so treffen wir uns auch im Kreise der Hexen an den 3 Donnerstagen vor Yule und Orakeln und legen Karten, werfen Runen und Knochen und sagen allerhand voraus. Sicherlich gab es in früheren Zeiten auch Damen, die diese Nächte als persönlichen Rachefeldzug nutzten und einen Fluch auf ein Haus legten. Aber nur noch einmal zur Vollständigkeit halber… so arbeiten keine guten Hexen! Die Rauhnächte und auch die Orakelnächte dienen nicht dazu, Schabernack zu treiben. Wir Hexen begleiten euch durch diese Nächte und zeigen euch Wege die das neue Jahr für euch bereithält. Wir bringen euch zurück auf eure ganz eigenen Wege und zeigen euch Pfade in euren Herzen die ihr bereits vergessen habt.
Damals wie heute klopfte und klopft es in diesen Nächten weit hörbar an den Türen der Hexenhäuser…

“„Klopf, Klopf …“ und so ziehen Kinder heute noch von Haus zu Haus in der spannenden, kalten, stockdunklen Winternacht auf der Suche nach etwas Glück. Ob diese jetzt in Antworten für das neue Jahr liegt oder einfach in einer schönen Mandarine oder anderen Süßigkeit, … das bleibt jedem selbst überlassen.

Es liegt in meiner Natur...



 Es liegt in meiner Natur…
Gedanken im Dezember

Als ich heute Morgen durch den Wald spazieren ging, war plötzlich das Lied in meinem Kopf: „Stille Nacht!“ still… und tatsächlich spürte ich, wie ruhig es bereits tatsächlich draußen ist. Viel ruhiger als noch im feurigen Sommer oder windigen Herbst. Leise ist es geworden. Die Natur hat sich zurückgezogen und alles ist tief und fest im Schlaf und in der Ruhe versunken. Und das ist gut so. Die Natur braucht jetzt diese Ruhe um neue Kraft zu tanken.
Hast Du diese Ruhe eigentlich schon mal so ganz bewusst wahr genommen? Ich meine so richtig? Hast Du sie so richtig gespürt? Dich in Dinge hineingefühlt? Nein? Dann wird es höchste Zeit! Begib Dich im Lärm und in der Hektik der Zeit für einen Moment in ihre Stille, spüre die Ruhe und versuche Deinen ganzen Körper und Deinen Geist davon durchdringen zu lassen.
Erinnere Dich einmal wieder daran, dass Du eins bist mit der Natur und niemals richtig von ihr getrennt warst. Natürlich wirst Du immer mal wieder im Strom der Zeit und der Hektik von ihr getrennt- aber euer Band bleibt weiterhin bestehen.
Kennt ihr den Spruch: „Es liegt in meiner Natur?“ … wo kommt er her? Und was liegt in DEINER Natur? In der Natur liegt es im Moment still zu werden, eine Pause zu machen, nicht mehr so viel zu tun und innerlich und äußerlich Einzukehren. So ist der natürliche Zyklus der Natur. Und somit wundert es mich nicht, dass unser bester und engster Freund Gunnar zur Zeit in sein Heimatkloster eingekehrt ist um im geschützten Raum eben diese Stille zu genießen und aufzutanken. Eine Auszeit zu nehmen, jetzt in der hektischen Vor- Yule-Zeit.
Es liegt in meiner Natur. Es liegt auch in Deiner Natur!
Wann warst Du das letzte Mal mit offenen Augen und Ohren im Wald? Draußen? Im Moor? Am See? Bei Deinem Lieblingsbaum? Bei den Orten aus Deiner Kindheit? Besuche sie und verbinde Dich mit DEINER Natur.
Und stelle Dir die Frage, was liegt in DEINER Natur? Nimm Dir die Zeit und denke darüber nach. Denke einmal über etwas anderes nach als sonst… nämlich über Dich selbst.
Das vergangene Jahr war wirklich sehr anstrengend und hat mit Sicherheit viel von Dir gefordert. Dennoch hast Du es gut gemeistert! Jetzt ist die Zeit wieder aufzutanken und in die Stille zu gehen. Zurück zu Deiner ganz eigenen Natur. Weißt Du noch, wer Du tief in Deinem inneren Kern bist? Verbinde Dich mit der Stille da draußen und somit auch mit der Stille in Dir… mit Deinen kleinen und großen Besonderheiten! Es liegt in Deiner Natur…
In diesem Sinne wünsche ich euch eine stille Zeit!



Mittwoch, 29. November 2017

Über die Beseeltheit der Dinge

Wir leben in einer beseelten Welt, einer lebendigen Welt, in der alles um uns herum lebendig ist !

Ich erzähle oft und jedem, der es nicht wissen will, daß alle Dinge beseelt sind, sprich daß nicht nur jeder Mensch oder inzwischen unumstritten auch jedes Tier ein irgendwie geartetes Bewusstsein besitzt, wenn nicht zumindest Teil eines kollektiven Bewusstseins ist und seinen eigenen winzigen Teil zu diesem Bewusstsein beiträgt. Somit sind auch Pflanzen, ja sogar Steine und Gegenstände lebendig, bewußt, beseelt.

Nur sind alle diese Wesen, so will ich sagen, unterschiedlich wach. Pflanzen reagieren und agieren durchaus, nur eben langsamer. Empfinden wir Tiere, uns Menschen eingeschlossen, in Bruchteilen von Sekunden so sind dies bei Pflanzen schon Minuten, bei Bäumen vielleicht Tage. Andere Dinge ändern und verhalten sich vielleicht in Jahrtausenden oder Jahrmillionen. Ich spreche hier ganz "bewußt" nicht vom Denken, denn diesen Vorgang meine ich nicht. Ich meine mehr das Fühlen, das Sein, vielleicht nur das Speichern von Gefühltem, Erlebtem. Ich meine damit die Geist-Welt mit ihren Repräsentanten in unserer sichtbaren, anfassbaren physischen Welt. Provokant ausgedrückt und noch passend zu dieser Jahreszeit: alle Wesen sterben im Schnitt unterschiedlich schnell, wenn sie sterben. Denn auch das Sterben ist ein "Erleben", eines der wichtigsten im Leben überhaupt.

Ursprünglich wollte ich mit Euch nur einen kleinen Satz teilen, der mir neulich unterkam, und der mich auf die Idee brachte, Euch diese Zeilen zu schreiben. Ein Satz aus arabischer ( nicht indischer oder indianischer ) Mythologie, die in manchen Aspekten offenbar eine ähnliche Ansicht teilt wie ich:

Gott schläft im Stein,
atmet in der Pflanze, 
träumt im Tier und
erwacht im Menschen.


Muyhiddin Ibn Arabi

Gehabt Euch wohl,
Euer ilfur

Mittwoch, 1. November 2017

Der Frauenhain stellt sich vor

Fenni - Moon Mother, Priesterin der Göttin, Botschafterin des Frau Holle Landes, Mutter und Frau :)
 
Herzlich Willkommen in unserem Traumreichwald,
ihr, die ihr uns so oft besuchen kommt, oder auch diejenigen, die unseren Wald ganz neu entdeckt haben. Kommt näher, setzt euch und schaut, was es hier so zu entdecken gibt. Den Druidenhausbaum kennt ihr ja schon. Ein Ort, an dem ihr mit dem Druiden Ilfur plaudern könnt, Kräuterrezepte austauschen könnt, über Pilze fachsimpeln könnt und dergleichen. Auch kennt ihr unseren Hochzeitswald schon. Der Ort an dem wir von den vielen Handfastings und Hochzeiten berichten, die wir abhalten und begleiten dürfen.

Heute möchte ich euch in einen Teil unseres Waldes führen, den ihr wahrscheinlich noch nicht kennt.


Unseren Frauenhain. 

Ein Hain ist ein kleines Wäldchen von dem man sagt, dass es geheiligt ist. Aber nicht nur. Ein Hain ist auch ein Ort der Zuflucht und des Schutzes. Ein Treffpunkt.
Und genau das ist unser Frauenhain auch. Ein Ort für Frauen. In den letzten Jahren habe ich erfahren dürfen, wie heilsam Orte sein können an denen man sich mit anderen Frauen treffen kann, austauschen kann, sich gegenseitig heilen kann. Ein Ort, an dem alles möglich ist. Ein Ort an dem sich Frauen in Gruppen treffen um zu singen, zu tanzen, zu erzählen, zuzuhören zu geben und zu nehmen. Für mich sind solche Orte ein Geschenk. Ein Geschenk des Ankommen dürfens.

Durch solche Treffen kommen wir Frauen wieder tiefer mit unser eigenen inneren Kraft in Berührung. Mit unserer Kraftquelle die tief in uns liegt und oftmals durch den Stress des Alltags und Probleme jeglicher Art versiegt ist. Diese Quelle ist es aber oftmals die uns nährt und sättigt. Wenn sie versiegt ist, bleiben wir auf der Strecke... verhungern oftmals an den normalsten Bedürfnissen. Der Frauenhain ist ein Ort, an dem ihr euch nähren könnt, trinken könnt und gerne helfe ich euch dabei, eure Quelle wieder sprudeln zu lassen, wieder mit eurem tiefen Inneren Ich in Berührung zu kommen.

Natürlichkeit, Achtsamkeit, Freiheit, Stille, Bewegung, Tiefe, Kraft, Kreativität, Ankommen, gesehen und gehört werden, ... für all das ist Raum im Frauenhain. Jede Frau ist schön! Auf ihre ganz eigene Weise! Wir helfen ihr, dieses zu erkennen und anzunehmen.

Der Frauenhain ist ein Ort, an dem Du Wege finden wirst, Wege zurück in die Weite und Tiefe Deines Herzens. Wege zurück in die Einfachheit Deines Seins. Ein Weg zurück in die Liebe die Du bist! Und dabei ist es ganz egal, wie alt Du bist. Der Frauenhain steht jedem Wesen offen.

Und so möchte ich euch einladen, am 3. Dezember um 16:00 Uhr mit mir einen Frauenkreis im Frauenhain abzuhalten. Dort wird das "Word Wide Womb-Blessing" abgehalten werden. Zu diesem Anlass wird es im Frauenhain auch Womb-Blessings und Womb- Healings in Einzelsitzungen geben. Ein Geschenk an euch.
Für diesen Nachmittag ist nichts besonderes notwendig. Kommt wie ihr seid. Bitte bringt 2 kleine Schälchen (Müslischälchen) mit, dicke Socken und eine kuschelige Decke. Wir arbeiten wie immer auf Spendenbasis. Wobei ich noch einmal betonen möchte, dass das Womb Blessing oder auch das Womb Healing ein Geschenk an euch sind.
Bitte meldet euch unter fenni@traumreich.eu an, damit ich besser planen kann- ich möchte mir ausreichend Zeit für jede von euch nehmen.

Womb Blessing - Komme in Berührung mit dem Göttlichen in Dir

Samhain Teil 2 - Bergische Waffeln

Wer sagt, dass die schönsten Rituale immer groß sein müssen? Dass alles immer mit Pauken und Trompeten einhergehen muss? Die schönsten Rituale sind oftmals die ganz Kleinen. Die Rituale die als solche fast nicht zu erkennen sind und oftmals das Herz aber mehr anrühren als die Großen!
So in unserem Fall gestern.
Meine Eltern wissen nicht viel über unseren Jahreskreis - also den, wie wir ihn feiern. Sie wissen nur, dass wir "komische Feste" feiern aber nichts schlimmes machen. :) Das reicht ja auch :)
Gestern war ja nun Samhain. Ein Fest um der Ahnen zu gedenken. Dieses Fest in unserer Form mit meinen Eltern zu feiern ist unmöglich. Aber halt! Ist da nicht dieses eine Ritual, welches von meinen Eltern- allen voran von meinem Vater jedes Jahr zelebriert wird?
Ich möchte euch davon erzählen.
Meine Uroma war eine wunderbare Frau. Sie verwöhnte ihre Familie wo sie nur konnte- oftmals mit wenigen Mitteln. So geschah es, jedes Jahr um die gleiche Zeit, dass sie Waffeln gebacken hat. Nach Bergischer Art. Als sie starb, versprach mein Vater ihr, dass auch er weiterhin Waffeln backen würde. Nach ihrem Rezept.
Gestern war es dann soweit. Mein Vater lud uns alle zum Waffeln essen ein. Er backte sie selbst und das Bild von unserer "Oma Trude" stand wie selbstverständlich neben ihm. Ein wundervoller, tiefer Moment. Er erzählte dabei Geschichten von früher. Wie sein Opa seine Späßchen mit Oma Trude machte und Waffeln mopste,... wie mein Vater das Waffeln backen zwar nach ihrem Rezept aber doch ganz eigenwillig machte (nicht eine Zutat nach der anderen, sondern alles in einen Pott und rühren)...
Es war herrlich und unsere Oma Trude war uns ganz nah. Fast schon konnten wir sie im Himmel lachen hören, als mein Vater auf dem Esstisch ihr Bild dann umdrehte und mit seinem Bergischen Humor sagte: "So, und jetzt drehe ich Dich um, damit Du nicht siehst, wieviele Waffeln wir essen" ;)
Die schönsten Samhain Rituale sind oftmals ganz klein :)
Und sie rühren das Herz um so stärker an!
Gibt es in eurer Familie auch solche Rituale? Oder könnte es sie geben? Wie würden sie aussehen?




Montag, 30. Oktober 2017

Samhain Ritual - Teil 1 - Rilana

Gestern waren wir zu Gast in den Woha-Li Tipis in Hengelo. Dort sind wir der Einladung von Rilana gefolgt um mit ihr Samhain zu feiern.
Sehr gerne und voller Spannung fuhren wir also nach Holland.
Dort angekommen, genossen wir gleich die Ruhe und die wundervoll friedliche Athmosphäre. Die beiden Gastgeberinnen Rilana und Jolanda hießen uns ganz herzlich Willkommen.
Das Tipi war wunderschön geschmückt und sehr gemütlich hergerichtet. Rilana und Jolanda führten uns dann durch ein wunderschönes Samhain Ritual in dem wir den Ahnen gedachten und als Schutz für diese doch etwas Rauhe Zeit einen Traumfänger bastelten. Wir sangen und trommelten, tranken Tee und genossen wundervolle Plätzchen und "Snoopjes" und träumten bei Rilanas "Hang- Spiel" weg. Bei einer geführten Meditation lernten wir, dass wir auch auf Holländisch reisen können ;) Und dass das Wort "Schmetterling" im Holländischen sehr hart klingen kann (ein Brüller!! ;)  )
Wir freuen uns schon auf weitere Rituale mit euch! Morgen und Samstag geht unser Samhain Marathon weiter. Natürlich berichten wir euch auch davon :)















Mittwoch, 18. Oktober 2017

Samhain – Ein Lied aus meiner Kindheit Zeiten


Eine Steckrübenlaterne


Spürt ihr es auch? Samhain naht. Die Tage werden dunkler und die Nebelschwaden schweben gespenstisch durch die Landschaft. Bald ist auch schon wieder die Zeit in der Kinder mit Laternen durch die Straßen ziehen. Jetzt sagt ihr vermutlich, dass St. Martin doch erst im November ist und mit Samhain gar nichts zu tun hat? Zum Teil liegt ihr hier richtig.
Ich habe mich in den letzten Tagen an ein Kinderlied erinnert, welches in meiner Heimat zu Laterne immer gesungen wurde:

Sünne Mattmann
Sünne Mattmanns Vögeltien
met sien road, road Kögeltien,
met sien road, road Röckien an,
doar kummt Sünne Mattmann an.
Loat ouns hier nich länger stoan,
wij möt' van Oawend noch noa Münster goan.
Münster lieg soa wiet vandann,
wo wij van Oavend nich meer kummen kann.
Hier wount eene rieke Mann,
de uns völle gewen kann,
völle kann he gewen
lange sall he lewen.
Äppelties gewen, Kökies gewen,
lange, lange lewen.


Als Kind dachte ich immer, es geht um einen Mann der nach Münster reisen will, um am Laterne Abend einen reichen Mann zu besuchen der ihm viel geben wird. Ihr kennt ja sicherlich auch den Brauch, dass man am Laterne Abend von Haus zu Haus zieht und Süßes erhält. Heutzutage gehen die Kinder auch schon an Helloween von Tür zu Tür und fordern „Süßes oder Saures“. Ein Amerikanischer Brauch, so dachte auch ich.
Das es aber durchaus auch Geschichten dieser Art bei uns hier gibt, das wusste ich nicht. Sünne Mattmann ist so eine. Ich dachte als Kind immer, dass das Wort „Sünne“ von „Söhne“ abgeleitet würde. Ein Fehler. Das Wort Sünne bedeutet nichts anderes als Sünder. (Oder Sonne, das aber in einem anderen Zusammenhang). Das „road road Kögeltien“ konnte ich mir nicht erklären. Heute weiß ich, dass das Kögeltien die Laterne ist. Aber warum rot? Zur Hilfe kam mir da tatsächlich ein Samhain Brauch der auch in meiner alten Heimat ausgeführt wurde. Das aushöhlen roter Steckrüben um dort Kerzen hineinzustellen um den Heimkehrenden Seelen den Weg zu weisen.

Bei weiteren Recherchen stieß ich darauf, dass es in dem Lied um folgendes geht:
Ein Selbstmörder (Sünder Mattmann- ein verrückter Vogel) darf (wie alle anderen Sünder im Fegefeuer) in der Nacht zu Allerheiligen und Allerseelen aus dem Fegefeuer heraus und sich von den Qualen erholen. Er war verrückt und suchte Leute auf. So kommt er auch in dieser Nacht mit seiner roten Steckrübenlaterne in einem roten Hemd (die Farbe der ausgestoßenen) und geht den Weg um in Münster Angehörige seiner Familie aufzusuchen und heimzusuchen. Damit einem selbst nichts passiert, sollte sich der eigene Weg mit diesem Sünder kreuzen, so soll man ihm etwas geben. Äpfel oder Küchlein. (Äppelties gewen, Kökies gewen, lange lange lewen.). Früher war es üblich, dass man Opfergaben hinaus stellte, damit die armen Seelen etwas Proviant auf ihrem Weg zurück ins Fegefeuer mitnehmen konnten.

Puh! Wenn ich jetzt zurückdenke, wie ich als 5 Jährige mit meiner Laterne ganz fröhlich dieses Lied gesungen- nein geschmettert habe, dann wird mir ganz anders. In meiner alten Heimat ist das Lied ein förmlicher Gassenhauer! Ich bin mir sicher, dass niemand mehr genau weiß, um was es genau geht. Irgendwie erschreckend nicht wahr? Und irgendwie auch wieder nicht. Denn wie sonst, konnte sich ein Samhain-Brauchtumslied sonst so lange erhalten?

In diesem Sinne wünsche ich euch eine schöne Einstimmung auf Samhain!

Blessed be!